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Luthers Traum vom Teufel – Neufassung wird im August in Borna aufgeführt

Festspiele Luthers Traum vom Teufel – Neufassung wird im August in Borna aufgeführt

Zum Nachdenken über das weltpolitische Geschehen, will der Bornaer Michael Potkownik anregen. Wer sein Theaterstück „Luthers Traum vom Teufel“ sehe, das nun in der Neufassung im August in Borna auf die Bühne kommt, stehe im hier und jetzt.

„Luthers Traum vom Teufel“ wird in 2014 in Borna auf dem Vorplatz der St.-Marien-Kirche in Borna aufgeführt. Auf der Bühne: Michael Potkownik, der Autor des Luther-Stücks.

Quelle: Nicole Rathge-Scholz

Borna. „Luthers Traum vom Teufel“, so heißt das erfolgreiche Bühnenstück von Michael Potkownik. Bereits 2014 wurde es in Borna uraufgeführt. Nun gibt es eine Neufassung, die am 26. und 27. August auf dem Vorplatz der St. Marienkirche in Borna auf die Bühne kommt – dieses Jahr mit von der Partie sind zehn Sänger des Kirchenchors Regens, drei Musiker mit Blasinstrumenten und drei Tänzerinnen der Musik- und Kunstschule Ottmar Gerster. Zuvor will das 60-köpfige Ensemble unter der Leitung des 66-jährigen Bornaers das Stück am 14. Juli in der Berliner Lutherkirche vor Publikum präsentieren.

Thema der Neuinszenierung ist Luthers Auseinandersetzung mit dem Teufel auf der Wartburg. Laut Überlieferung, soll ihm dort in einem Zimmer Luzifer erschienen und Luther mit dem Tintenfass nach ihm geworfen haben. Im Traum begegnen sich beide. Der Teufel kritisiert Luthers Werk, sieht das Böse im Menschen und mimt den Stärkeren. Die Angst regiere die Welt und nicht die Freiheit der Menschen. In drei Traumsequenzen zeigt das Stück, dass der Mensch viel Gutes schafft, auf der anderen Seite aber in Ketten liegt. „Luther weist den Teufel von sich, wie einst Jesus, und gewinnt so die Auseinandersetzung“, sagt Potkownik.

„Dieses Mal spielt Friedrich der Weise eine wesentliche Rolle, vor allem im Prolog.“ Daneben gebe es viele neue Text-Passagen mit Bezug auf das aktuelle weltpolitische Geschehen. „Das Stück soll zum kritischen Nachdenken anregen, wie es uns auch Luther selbst lehrt.“ So sei Luther auf dem Wormser Reichstag standhaft geblieben und seinem Gewissengefolgt, als er seine Thesen widerrufen sollte und zum Ketzer erklärt wurde.

In einer Passage des Stücks heißt es: „Die Menschen trauen dem Klang des Goldes mehr, als den Worten des Mönchs.“ Damit wolle Potkownik Profitdenken und das Problem sozialer Ungleichheit in der Gesellschaft anprangern. „Hunger auf der einen und Übermaß auf der anderen Seite der Erde“, heißt es an anderer Stelle – wo der Autor Bezug auf die Flüchtlingskrise und das reiche Europa nimmt. Neu ist auch, dass Kinder in der Erlösungsszene eine Euro-Fahne tragen. Das habe eine tiefe symbolische Bedeutung. „Die Jugend möchte Europa – was sich beim Brexit gezeigt hat.“ Niemand wolle wieder zurück in die Kleinstaaterei. „Europa ist eine tolle Idee, aber genauso schlecht umgesetzt wie der Sozialismus.“ Neu sei auch das Lutherlied, das der Autor selbst geschrieben hat. Die Noten stammen aus einem alten litauischen Volkslied.

Um seine Erlebnisse in der Wendephase und Politisches zu verarbeiten, fing er an das Theaterstück zu schreiben. „Für mich hat der Glaube nie eine besonders große Rolle gespielt, aber ich fand, dass die biblischen Märchen ein toller Stoff für Geschichten und Theaterstücke sind.“

Geprobt wird im Bürgerhaus Goldener Stern und im Stadt- und Kulturhaus Borna bereits seit einem Jahr – das Ensemble besteht überwiegend aus Laiendarstellern, 45 Jahre ist der Altersdurchschnitt, darunter viele Kinder von vier bis 14 Jahren. „Die Zuschauer erwartet ein mit historischen Bezügen gespicktes Spektakel, viel Musik, Licht und Bewegung“, sagt Potkownik. 60 Minuten dauert die Vorführung, die vom Kulturraum und der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land gefördert wird. 400 Gäste werden erwartet. Der Eintritt ist frei.

Der Autor ist umtriebig – bereits für das Lutherjubiläum 2017 plant er, ein neues Theaterstück auf die Bühne zu bringen. Thema: Der Thesenanschlag an der Kirche zu Wittenberg – diesen verlegt Potkownik einfach nach Borna um.

Von Oliver Tim Becker

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