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Borna Männer sind die schöneren Frauen
Region Borna Männer sind die schöneren Frauen
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14:40 19.05.2015
Verzückte das vor allem aus Frauen bestehende Publikum: die Show "Zauber der Travestie", die am Freitagabend im ausverkauften Stadtkulturhaus über die Bühne ging. Quelle: Julia Tonne

Charme und viel Witz - bisweilen deftig, manchmal zart politisch angehaucht, aber meist unter der Gürtellinie - ergänzten das Bild der weltgewandten Damen, die sich mit allem auskennen, vor allem aber mit den Klischees der Geschlechter, Rollentausch und den Vorlieben von Männern und Frauen. Deutlich war im ausverkauften Stadtkulturhaus zu erkennen, dass mehr weibliche Besucher den Saal bevölkerten. Hier und da ein vereinzeltes "Pimmelchen", wie sich Denisse Zambrana, das Travestie-Talent aus Spanien, ausdrückte. Kein Wunder also, dass Marcel Bijou die Zuschauer mit den Worten begrüßte: "Guten Abend die Damen, guten Abend der Rest."

Vielleicht lag es ja am Valentinstag, dass so viele Damen alleine zur bunten, schrillen und ausgefallenen Party kamen. Vermutlich hatten die Herren ihrer Angebeteten oder Angetrauten die Karten geschenkt und es sich lieber zu Hause gemütlich gemacht. "Frauen haben einfach keine Berührungsängste, Männer sind bei Travestie doch deutlich zugeknöpfter", begründete DJ Giorgio, der Tontechniker der Künstler.

Marcel Bijou freute sich wahrlich sehr für die Besucherinnen, die ihre Sorgen zuhause lassen konnten. "Manche musste ihre Sorgen aber mitbringen", ergänzte sie schmunzelnd und sah von Peter zu Robert.

Letzterer hatte es den Damen auf der Bühne sichtlich angetan. Der junge Mann - unverkleidet, aus dem Publikum und zunächst noch sehr schüchtern und skeptisch kuckend - musste mit der feurigen Spanierin zunächst Englisch lernen, anschließend mit ihr zum Silver-Convention-Titel "Fly Robin Fly" über das Parkett fliegen und zu guter Letzt noch Limbo tanzen. So richtig kam jedoch Fräulein Luise ins Schwitzen, wenn sie den jungen Mann nur sah. Ihn wollte sie haben und keinen anderen. Sie scheute keine Anstrengung, ihn zu erobern, doch obwohl sie wahrlich alles zeigte, was sie hatte, ließ sich Robert nicht erweichen.

Die Travestiekünstler hatten vorab mit der schrillsten Nacht des Jahres geworben, und damit könnten sie voll ins Schwarze getroffen haben, auch wenn das Jahr noch jung ist. Denn das Publikum lachte nicht nur einfach, es kringelte sich förmlich bei den Comedy-Einlagen. "Wissen Sie, was die Zeugen Jehovas und Hoden gemeinsam haben?", fragte Bijou gleich zu Beginn. Die Antwort kam schnell: "Sie treten immer zu zweit auf, haben grässliche Frisuren und kommen nie rein." Grölendes Gelächter, lauter Applaus. Auch "echte" Frauen lieben Witze, die ihren Ursprung etwas weiter unten haben. "Schließlich denkt ja auch der Mann mit dem Kopf, aber der ist ja nicht immer oben", legte Bijou nach. Außerdem erklärte er gleich noch, worin der Unterschied zwischen einem Bank- und einem Samenraub bestünde. "Beim Samenraub kann man die Beute nicht im Sack wegtragen."

Begeistert waren die Besucher aber nicht nur von den deftigen Scherzen, sondern vor allem von den Verwandlungskünsten. So wurde aus Leslie London, die als Oma in Schürze die Bühne betrat, kurzerhand Nana Mouskouri, die "Weiße Rosen aus Athen" schmachtete. Äußerst sexy hingegen tanzte Miss Jennifer den Jazz Hot, während Fräulein Luise mit Badeanzug, Bluse und Schwimmring am Stadtkulturhaus-Strand entspannte und Robert um- garnte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.02.2014
Julia Tonne

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