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Borna Maja und Noah sind die Neujahrsbabys im Landkreis Leipzig
Region Borna Maja und Noah sind die Neujahrsbabys im Landkreis Leipzig
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15:50 01.01.2017
Laura Fischer aus Borsdorf mit Maja. Das Neujahrsbaby kam eine knappe Stunde nach Mitternacht in Borna zur Welt. Quelle: André Neumann
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Landkreis Leipzig

Eigentlich..., eigentlich sollte es ein ganz normales Silvester mit Freunden und den Kindern bei Abendbrot und Anstoßen mit Schorle um Mitternacht werden. Dann geht alles ganz schnell. 22 Uhr setzen Wehen ein und Peter Fäller bringt seine Frau Stefanie (31) ins Wurzener Krankenhaus. 1.53 Uhr gibt Noah mit den stattlichen Maßen 49 Zentimeter und 3185 Gramm seinen ersten Schrei von sich. Das Neujahrsbaby 2017 in Wurzen ist geboren. Die Versicherungskauffrau wird jetzt mit Noah und Bruder Dean (3) erst einmal ein Jahr Zuhause bleiben. „Das passt alles richtig gut: Erst der Dean, dann Hausbau und Einzug in Schmölen Ende 2015, jetzt Noah in den Händen halten. Wir sind einfach nur glücklich“, meint eine frohe junge, nun zweifache Mutter. Im Wurzener Krankenhaus hingegen hat man bereits auf Noah am 31. Dezember gewartet. Er wäre dann das 500. Baby in 2016 gewesen. Ziel knapp verfehlt...

Auch im Sana-Klinikum in Borna, wo im vorigen Jahr die magische Zahl von 1000 Geburten deutlich überschritten wurde, ging der Kindersegen am 1. Januar gleich munter weiter. Das neue Jahr war noch keine ganze Stunde alt, da brachte Laura Fischer aus Borsdorf um 0.59 Uhr die kleine Maja zur Welt. Das Neugeborene ist das zweite Kind der 31-jährigen Angestellten, die von ihrem Lebensgefährten Mirko Lehmann in der Silvesternacht in die Klinik gebracht worden war, wo der Nachwuchs binnen zwei Stunden das Licht der Welt erblickte.

In einer sternenklaren Winternacht begrüßten die Menschen im Landkreis Leipzig das neue Jahr vor allem mit vielen Feuerwerken und ausgelassenen Feiern. Einer der schönsten Plätze, um den Lichterreigen von oben zu betrachten war der 33 Meter hohe Aussichtsturm auf der Hochhalde Trages. Rund 50 Menschen drängten sich um Mitternacht auf der oberen Aussichtsplattform, noch einmal knapp halb so viele auf der mittleren. Der Jahreswechsel wurde gemeinsam heruntergezählt, mit Sekt und Glühwein prosteten sich die Menschen hier oben zu, ehe sie sich gemeinsam die unzähligen bunten Sterne, Lichtkugeln und Fontänen über den umliegenden Orten anschauten. Franz Waberzeck, der Vorsitzende des Heimatvereins Kitzscher, nutzte den Silvester-Ausflug zum Turm zugleich um das vermutlich einzige Gipfelbuch im Landkreis Leipzig auszutauschen, das am Halden-Gipfelkreuz neben dem Turm angebracht ist. Es war bis zur letzten Seite voll geschrieben.

Kulturelle Kostproben auf das neue Jahr gab es (neben vielen großen und kleinen Silvesterpartys) unter anderem in Böhlen und Beucha. Die Show „ABBA4u“ bescherte dem Kulturhaus Böhlen ein volles Haus und versetzte die Besucher in die 70er-Jahre, als Hits wie Dancing Queen, The Winner Takes It All, Super Trouper, One of Us und Waterloo rauf und runter liefen. Leisere Töne waren in der Bergkirche Beucha zu hören. Konzertorganistin Gabriele Wadewitz (Organistin in der Musikstadt Leipzig) und der erste Soloposaunist des MDR-Sinfonieorchesters Sebastian Krause spielten die letzten Stunden des Jahres 2016 Werke von Bach, Schumann und Liszt.

In den Polizeirevieren des Landkreises Leipzig verlief der Jahreswechsel vergleichsweise ruhig. Gleichwohl sich ein Aufreger bereits in der Nacht zu Silvester abspielte. In Borna war gegen 3 Uhr ein Tourbus der Partei Die Linke in Brand gesetzt worden. Wie die Polizeidirektion Leipzig mitteilte, fing das Fahrzeug auf seinem Parkplatz in der Abtsdorfer Straße Feuer. Nach derzeitigen Erkenntnissen sei von Brandstiftung auszugehen. Das Fahrzeug wurde zur weiteren kriminaltechnischen Untersuchung sichergestellt. Da der Bus durch die Beklebung eindeutig als Abgeordneten-Mobil der Linken zu erkennen war, liegt die Vermutung einer politischen Motivation dieses Brandanschlags nahe. Der entstandene Schaden liegt nach ersten Schätzungen im fünfstelligen Bereich.

In der Silvesternacht selbst wurde in Geithain ein Pkw durch eine Silvesterrakete beschädigt. Wie ein Sprecher des Bornaer Revieres mitteilte, durchstieß das Geschoss die Heckscheibe eines Mazda, der in der Leipziger Straße geparkt war. Im Muldental kam die Polizei und das Grimmaer Ordnungsamt in der ersten Nacht des neuen Jahres in Neichen zum Einsatz. Auf dem dortigen Gänsemarkt hatte eine Gruppe Feiernder für Beschwerden von Anwohnern gesorgt. Sie wurden gebeten, den Platz zu verlassen. Bei einer Kontrolle durch die Polizei wurde bei den Personen zudem nicht zugelassene Pyrotechnik beschlagnahmt.

Mit unliebsamen Einsatz von Pyrotechnik hatten es die Beamten auch in Wurzen zu tun. In der Nacht zum Freitag wurden dort in der Albert-Kuntz-Straße eine Briefkastenanlage sowie in der Badergasse ein Zigarettenautomat durch Böller beziehungsweise anderen explosiven Stoffen erheblich zerstört.

Unachtsamer Umgang mit Feuerwerkskörpern wurde gleich mehreren Personen zum Verhängnis. In die Notaufnahme des Sana-Klinikums Borna wurde nach Mitternacht ein Jugendlicher eingeliefert, der mit Schwarzpulver hantiert und Brandverletzungen im Gesicht davon getragen hatte. Er wurde in ein Spezialkrankenhaus in Leipzig verlegt. Eine junge Frau erlitt durch einen Böller eine Fleischwunde im Gesicht. Die drei Bereitschaftsärzte für die Notfallversorgung, sagte Oberarzt Gunnar Rupprecht, hätten nach Mitternacht nahezu ununterbrochen zu tun gehabt. Ein Mann hatte sich beim Tanzen eine Sehne am Knie abgerissen, ein älterer Herr verletzte sich bei einem Sturz schwer an der Wirbelsäule, eine ältere Dame erlitt einen komplizierten Armbruch. In Wurzen nahm die Notaufnahme zwischen 23 und zwei Uhr ein Dutzend Patienten auf. Die Schwere der Verletzungen habe sich aber mit leichten Verbrennungen und einem umgeknickten Fuß im Rahmen gehalten, sagte die leitende Schwester.

Von Thomas Lieb und André Neumann

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