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Mammut und Kamelbuckel

Mammut und Kamelbuckel

Die Umgestaltung des Areals rund um den Breiten Teich wird in diesem Jahr fortgesetzt. Darüber informierte die Stadtverwaltung amMontagabend auf einer Veranstaltung im Goldenen Stern.

Borna. So sind Sport- und Spielflächen am Schillerpark vorgesehen. Geplant ist auch ein Café sowie Gondelbetrieb. Diskussionen gab es um die Querung der Straße Am Breiten Teich.

Der Großteil des Konzepts, nach dem die Umgestaltung des Teich-Areals erfolgen soll, fand Zustimmung bei den etwa 40 Besuchern im Stern - so viele, wie wohl noch nie zu den regelmäßigen Informationsveranstaltungen über Projekte in der Stadt gekommen waren. Eingeladen dazu hatte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), Moderator war Druckhaus-Borna-Inhaber Bernd Schneider. Hans Gerd Kleymann vom Planerzirkel Halle, dem zuständigen Planungsbüro, erläuterte, was ab Mai, Juni passieren und bereits im Herbst beendet sein soll. So wird am so genannten Roten Sofa an den Löscheranlagen, jenem Stadtmöbel, das im letzten Jahr aufgebaut wurde, ein Steg errichtet. Dort können in der Perspektive auch Boote festmachen - nachdem der Teich entschlämmt worden ist.

Auf der gegenüberliegenden Seite, wo bis vor kurzem die Reithalle stand, sehen die Planer den Bau eines Kleeblattes vor. Dahinter verbergen sich mehrere Bewegungsinseln, also Areale, auf denen Spiel- und Sportgeräte stehen, die von jungen wie älteren Leuten genutzt werden können, wie Kleymann erläuterte. Die Planer haben auch einen Bezug zur Bornaer Geschichte im Blick, wenn sie die Errichtung eines Mammuts ankündigen. Kein Zufall, wie Kleymann mit Blick auf das Bornaer Mammut sagt, jenes Urtier, das vor 105 Jahren in Borna gefunden wurde und das im Zweiten Weltkrieg in Leipzig zerstört wurde. Kleymann: "Das ergibt eine Verbindung von Geschichte und Spielzeug."

Das Kleeblatt am Schillerpark wird ebenerdig errichtet, so dass die Nutzer auf kurzem Wege ans Ufer kommen, wo es etwa Liegemöglichkeiten gibt. Die Straße Am Breiten Teich, über die Kleeblatnutzer Richtung Teich wechseln, werde durch ein besonderes Pflaster unterbrochen, kündigte Kleymann an. Weitere Schutzmaßnahmen sind nicht vorgesehen.

Genau das war allerdings für viele Besucher im Stern der Knackpunkt. Der ehemalige Bürgermeister Lutz-Egmont Werner ("Selbst Zebrastreifen sind nicht sicher.") ebenso wie Hans Kraft, stadtbekannter Kritiker der Gestaltung der Löscheranlagen, wiesen auf den potenziellen Gefahrenherd hin. "Der Spielplatz wird von jungen Leuten und Kindern genutzt, da gehört eine Ampel oder ein Zebrastreifen hin", sagte Kraft, der auch die vorgesehene Unterbrechung des Damms, der rund um den See führt, kritisierte. Paul Janus, engagiert im CDU-Ortsverein und im Seniorenbeirat, fordert einen "Kamelbuckel", eine Art Rüttelstrecke, auf der Fahrbahn, durch die Kraftfahrer automatisch gezwungen würden, langsamer zu fahren.

Die Straße Am Breiten Teich, versicherte Oberbürgermeisterin Luedtke, werde übrigens so lange bestehen bleiben, wie es keine Alternative gebe. Die könnte allenfalls darin bestehen, auf der Strecke der ehemaligen Kohlenbahn Richtung Abtsdorfer Straße eine neue Straße zu bauen - Zukunftsmusik, von der keiner weiß, wer sie bezahlen soll.

Die Umgestaltung des Teichareals, in dem auch eine Café entstehen und zudem ein Gondelbetrieb eingerichtet werden soll, hat die entsprechenden Gremien wie den Bauausschuss und den Stadtrat bereits passiert. Bürgermeister Frank Stengel erklärte, es habe dabei eine langen Abwägungsprozess gegeben. Bestimmte Anregungen würden sicher noch eingearbeitet. Das allerdings sorgte nicht für mehrheitliche Begeisterung im Saal. Es gab Beifall, als Gerda Kuhne, als streitbare Frau bekannt, wenn es um die Stadt geht, ihrer Enttäuschung darüber Ausdruck verlieh, dass die Würfel schon gefallen seien. Kritiker Kraft verwies auf eine EU-Präambel, derzufolge die Bürger beizeiten in die Gestaltung wichtiger Projekte miteinbezogen werden sollten.

© Kommentar Seite 29

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2013

NikosNatsidis

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