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Mann stirbt bei Wohnungsbrand in Borna

Mann stirbt bei Wohnungsbrand in Borna

Bei einem Wohnungsbrand Sonnabend früh in Borna ist ein 89-jähriger Mann ums Leben gekommen. Die anderen Mieter des Mehrfamilienhauses in der Tummelwitzer Straße blieben unverletzt.

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Feuerwehr und Rettungskräfte vor Ort beim Wohnungsbrand am Sonnabend in der Tummelwitzer Straße in Borna. Qualm dringt aus den Fenstern der Wohnung links oben im Bild, dort kam der 89-jährige Mieter ums Leben.

Quelle: Feuerwehr

Borna. Die Ursache des Feuers war gestern noch nicht bekannt, es hat einen Schaden von rund 100 000 Euro angerichtet.

Nur schwarze Rußspuren an den Fensterrahmen der Brandwohnung und an den beiden darunterliegenden Fenstern zeugten am Sonntag noch vom tragischen Geschehen des Vortages. Ein Nachbar auf dem Weg zum Bäcker bemerkte am Sonnabend gegen 7.30 Uhr, wie dichter Rauch aus den Fenstern der Wohnung im Obergeschoss drang. Sofort verständigte er die Feuerwehr, die schon fünf Minuten später mit den ersten Fahrzeugen vor Ort war. Während sich Einsatzleiter Kai Noeske noch mit dem Anwohner, der Alarm geschlagen hatte, verständigte, ließ Gruppenführer Rico Lengefeld schon vier Kameraden mit schwerer Atemschutztechnik ausrüsten. „Dichter, dicker Rauch wurde durch die Hitze selbst durch die noch verschlossenen Fenster gedrückt", schilderte Noeske. Laut Lageerkundung musste der Mieter vermutlich in seiner Wohnung sein, ein 89-jähriger Mann wohnte dort allein.

Ein Trupp Feuerwehrleute, ausgerüstet mit schwerem Brechwerkzeug, und ein weiterer Trupp mit einem C-Strahlrohr am Schlauch gingen sofort zur Rettung und Brandbekämpfung vor. Schon nach kurzer Zeit hatten die Feuerwehrleute den Mann in seiner brennenden Wohnung gefunden und ihn sofort ins Freie gebracht. „Der Notarzt konnte leider nur noch seinen Tod feststellen", bedauerte Stadtwehrleiter Kai Noeske. Laut Polizei starb der Mann offensichtlich an einer Rauchvergiftung. Die Bornaer Feuerwehrleute kämpften derweil intensiv gegen die Flammen, ein großes Loch war bereits durch die Decke in die darunter liegende Wohnung gebrannt und zwar genau in dem Raum, wo die Kameraden den Mann gefunden hatten. „Nicht auszudenken, wenn ein Kamerad bei der Bergung abgerutscht und durch die Decke in die untere Wohnung gestürzt wäre. Man sieht bei solchen Einsätzen nicht die Hand vor den Augen", schilderte Noeske die Gefahr für die Rettungskräfte.

 Sie konnten das Feuer schließlich löschen und haben die Wohnungen anschließend druckbelüftet, um den Qualm zu vertreiben. Die Zwischendecke mussten sie mit Hilfe einer Kettensäge noch weiter öffnen, um die Glutnester abzulöschen. Beide Wohnungen sind durch den Brand nicht mehr bewohnbar. In diesem Fall ein glücklicher Umstand war, dass der Mieter der unteren Wohnung gerade im Krankenhaus ist und somit außer Gefahr. Die Feuerwehr Borna war mit fünf Fahrzeugen und 22 Kameraden rund zwei Stunden im Einsatz. Danach konnten die anderen Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren, sie hatten sich zunächst bei Nachbarn in Sicherheit gebracht. Als „Glück im Unglück" bezeichnete der Stadtwehrleiter, dass die Fenster der Brand-Hitze so lange Stand gehalten haben. „Sonst hätte aus einem Wohnungsbrand ein Wohnhausbrand werden können!", befürchtet er.

So etwas sei nicht ohne, setzte auch Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) am Sonntag das Geschehen noch zu. „Tragisch, dass der Mann ums Leben gekommen ist. Ich bin froh, dass den anderen Mietern nichts passiert ist." Sonnabend früh war sie mit vor Ort. „Wenn in Borna was passiert, bin ich da, um zu sehen, ob Hilfe gebraucht wird", erklärte die Stadtchefin. Das war hier nicht der Fall. Zuständig für die Wohnungen ist die Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS). Geschäftsführer Sören Uhle wollte noch Sonnabendnachmittag bei den Mietern der Nachbarwohnungen vorbeischauen.

Im Bereich der Küche sei das Feuer ausgebrochen, so viel stand für die Polizei am Wochenende fest. Kriminaldienst und Brandursachenermittler waren am Sonnabend vor Ort. Die genaue Brandursache ist noch nicht ermittelt. Die Wohnung ist zunächst versiegelt, nun wird entschieden, ob noch Brandspezialisten zum Einsatz kommen. Der Staatsanwalt hat darüber zu befinden, ob er eine Sektion des Brandopfers anordnet. Derzeit gäbe es keine Hinweise darauf, dass sich andere Personen mit in der Wohnung aufgehalten hätten, so die Polizeidirektion Westsachsen.

Inge Engelhardt

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