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Borna Manuela Kolster gibt Lutherweg im Landkreis Leipzig neue Impulse
Region Borna Manuela Kolster gibt Lutherweg im Landkreis Leipzig neue Impulse
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20:00 14.11.2017
Lutherwegsmanagerin Manuela Kolster. Quelle: Nikos Natsidis
Borna/Grimma/Waldheim

Nach dem Reformationsjubiläum ist noch lange nicht Schluss. Das gilt auch für den Ausbau des sächsischen Lutherwegs, der immerhin 550 Kilometer lang ist und auf zwei Strecken durch den Freistaat führt. Auch durch große Teile des Landkreises Leipzig. Und die historische Strecke mit der Aneinanderreihung von Orten, an denen Martin Luther einstmals war oder die einen wichtigen Bezug zu ihm haben, soll weiter ausgebaut werden, macht Manuela Kolster klar. Die 38-Jährige mit Wohnsitz in Borna und Arbeitsort Waldheim ist eine von zwei Lutherwegsmanagerinnen beim Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland.

Seit zwei Jahren ist der Lutherweg gewissermaßen „fertig“. Also vollständig begehbar und durchgängig beschildert. Allerdings nicht für jedermann gleichermaßen, wie Manuela Kolster, studierte Historikerin mit Schwerpunkt Landesgeschichte und außerdem gelernte Elektrikerin, sagt. Was noch fehlt, sind barrierefreie Angebote, also Möglichkeiten, den Lutherweg auch für Behinderte erlebbar machen. Und für Familien, die womöglich einen Kinderwagen mit sich führen, ebenso. Hier will die Lutherwegsmanagerin mit ihrer Kollegin Romy Tippner in Zukunft ansetzen. Dazu gehört eine verbesserte touristische Infrastruktur mit so genannten CUR-Codes für Handys, durch die Blinde und Sehschwache mit ihrem Handy akustische Informationen erhalten können.

Ohnehin gibt es noch nicht genug Bänke und Rastplätze am Rande des Weges, dereinst in Sachsen-Anhalt, das sich gern weltweit als Ursprungsland der Reformation preist, erfunden wurde. Weil aber Thüringen und Sachsen in Sachsen Luther durchaus mithalten können, entstanden dort ebenfalls Lutherwege, so dass die gesamte Distanz der Wegstrecke auf den Spuren des Reformators mittlerweile bei 2000 Kilometern liegt. Es handelt sich zuallererst um einen klassischen Wanderweg, der an einzelnen Stellen auch von Pedalrittern genutzt werden kann. Hier sieht Lutherwegsmanagerin Kolster Ansatzpunkte, so dass es in Zukunft neben der Strecke zwischen Grimma und Wurzen auch weitere Radwege zu Luther geben könnte. Verstärkt hervorheben will das Lutherwegsmanagement auch die Folgen der Reformation für die Region. Etwa die Gründung einer Mädchenschule in Grimma nach Luthers Wirken. Stärker beleuchtet werden sollen auch Personen, die im Umfeld von Luther in der Region gewirkt haben. Leute wie Wolfgang Fuß, einen lutherischen Prediger in Borna, der später erster Superintendent in Leisnig wurde.

Dass Luther längst zu einer auch weltweiten Marke geworden ist, wurde jetzt deutlich, als es in der Heimvolkshochschule in Kohren-Sahlis erstmals zu einer Schulung von Gästeführern aus Leipzig kam. Luther in der sächsischen Provinz nördlich, östlich und südlich von Leipzig ist längst auch für Touristen interessant, die zunächst nur die Großstadt Leipzig im Blick haben. Was zu der Frage führt, inwieweit sich die Touristenströme entlang des sächsischen Lutherweges messen lassen. „Nicht direkt“, sagt Manuela Kolster, die auch zum Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde Borna gehört. Weil aber der Lutherweg auch als Pilgerpfad genutzt wird, gibt es auch einen so genannten Pilgerpass. Ein kleines Büchlein, in dem Pilger und damit Besucher ihre Anwesenheit an einer Lutherstätte mittels eines Stempels quasi beglaubigen lassen können. Und das passiert auch. „Jede Woche kommen Leute, die Stempel wollen“, woran sich die steigenden Besucherzahlen zumindest in der Tendenz ablesen lassen. Wer genügend Lutherstempel sammelt, darf in den Jugendherbergen entlang des Weges zum günstigsten Preis übernachten.

Von Nikos Natsidis

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