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Martin Graichen ist neuer Chef der Öko-Station Borna-Birkenhain

Beruf und Hobby Martin Graichen ist neuer Chef der Öko-Station Borna-Birkenhain

Der Abriss des Freibads, der Rückbau von Wohnblöcken in Gnandorf und Bergbaufolgelandschaften: Martin Graichen beschäftigen derzeit einige Themen. Seit 1. September ist der 29-Jährige neuer Geschäftsführer der Ökologischen Station Borna-Birkenhain. Und die will er in den kommenden Monaten und Jahren weiter stärken.

Martin Graichen ist seit September neuer Geschäftsführer der ökologischen Station in Borna.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Der Abriss des Freibads, der Rückbau von Wohnblöcken in Gnandorf und Bergbaufolgelandschaften: Martin Graichen beschäftigen derzeit einige Themen. Seit 1. September ist der 29-Jährige neuer Geschäftsführer der Ökologischen Station Borna-Birkenhain. Und die will er in den kommenden Monaten und Jahren weiter stärken. Bereits während seines Studiums Naturschutz und Landschaftsplanung hat Graichen ehrenamtlich in der Ökostation gearbeitet, bekam gleich nach der Ausbildung eine feste Anstellung dort und bewarb sich nach gerade einmal drei Jahren erfolgreich auf den Posten des Geschäftsführers.

In gewisser Weise scheint sein Weg vorbestimmt gewesen zu sein. Schon als Kind war er täglich in der Natur unterwegs, angelte und versuchte, alle Zusammenhänge zu verstehen. Großes Vorbild war Heinz Sielmann, deutscher Tierfilmer, Kameramann, Produzent und Publizist. „Seine Bücher habe ich nicht gelesen, die habe ich verschlungen“, erinnert sich der 29-Jährige. Dennoch machte er als junger Mann zunächst Zivildienst beim DRK in Zwenkau, interessierte sich auch für die soziale Schiene, begann dann aber doch das Naturschutz-Studium in Bernburg. „Das hat mich letztlich doch mehr gereizt“, begründet er. Schließlich gehe es bei dem Thema um den Schutz der Kulturlandschaft. „Wir wollen das bewahren, was wir geschaffen haben“, sagt er.

Hohe Ziele hat er sich nun als neuer Leiter gesteckt. Und die reichen von der Gewinnung weiterer Auftraggeber über die Stärkung der wirtschaftlichen Situation der Ökostation bis hin zum Ausbau der Umweltbildung. Dabei kann sich die Ökostation nicht über mangelnde Aufgaben beschweren. Ob Kommunen, Kirchgemeinden oder das Bergbauunternehmen Mibrag: Sie alle fragen bei Graichen und den derzeit 13 Angestellten regelmäßig nach, wenn es um den Umweltschutz geht. „Der Stellenwert ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, die Bedeutung von Naturschutz hat zugenommen“, erklärt Graichen. So würden Kommunen bei Sanierungen die Ökostation zur Baubegleitung ins Boot holen, aber auch Kirchgemeinden greifen auf die Erfahrung und das Wissen der Mitarbeiter zurück, wenn es um Instandsetzungen von Gotteshäusern geht. Gerade habe die Ökostation die Sanierung der Geithainer Kirche begleitet.

Auch in Borna selbst haben die Umweltschützer zu tun. So haben sie kürzlich in Gnandorf ein 133 Meter langes Gebäude, das abgerissen werden soll, aber längst Domizil zahlreicher Fledermäuse ist, mit so genannten Staubfangnetzen ausgestattet. Sie ermöglichen es den Fledermäusen zwar, rauszufliegen, aber rein kommen sie nicht mehr. „Sie finden aber in anderen Häusern neuen Unterschlupf“, macht Graichen deutlich. Was ihm zudem auf dem Herzen liegt, ist der geplante Abriss des Freibads. „Dort haben sich in den vergangenen Jahren garantiert zahlreiche Arten angesiedelt“, ist er überzeugt. Deshalb befürwortet er es, wenn Naturschutzverbände in die Planungen zum Abriss mit einbezogen werden. Er geht davon aus, dass sowohl Fledermäuse als auch der Hausrotschwanz das Freibad zu ihrem Zuhause erklärt haben. Zauneidechsen und Amphibien dürften dort mittlerweile auch zu finden sein. Er hofft, zu dem Thema mit der Stadtverwaltung ins Gespräch zu kommen.

Auch privat spielt für ihn Naturschutz eine herausragende Rolle. Kürzlich hat Graichen das alte Gemeindehaus in Wyhra gekauft. Das Gebäude will er nicht nur als Wohnhaus nutzen, sondern in Zukunft auch für touristische Zwecke. Darüber hinaus soll eine zum Ensemble gehörende Scheune zum Heuhotel werden, eine andere zum Domizil für gebäudebewohnende Tierarten wie Fledermäuse. Dann hätte Graichen in gewisser Weise seine Ökostation auch zu Hause.

Von Julia Tonne

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