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Borna Maschendrahtzaun beschäftigt Amtsgericht
Region Borna Maschendrahtzaun beschäftigt Amtsgericht
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00:38 28.05.2018
An diesem Zaun hat sich der Streit zwischen LTV und Unternehmer Ronny Träger entzündet. Die LTV wirft Träger vor, den Zaun zerstört zu haben. Quelle: Julia Tonne
Borna

Stefan Raab besang ihn einst hingebungsvoll, kurze Zeit später war der „Maschendrahtzaun“ in aller Munde.

In Altwitznitz spielt ein Exemplar dieser Gattung derzeit eine herausragende Rolle, ist Gegenstand einer Gerichtsverhandlung. Heißt: in Altwitznitz geht der Zoff zwischen zwei Nachbarn weiter. Diesmal hat die Landestalsperrenverwaltung den Unternehmer Ronny Träger verklagt. Die Staumeisterei wirft Träger vor, durch „nicht angekündigte Erdbaumaßnahmen“ an ihrem errichteten Zaun Schäden verursacht zu haben. Der Unternehmer solle nun für die Kosten der Zaunerneuerung aufkommen und rund 2600 Euro zahlen.

Zaun war 2017 errichtet worden

Für Träger vollkommen unverständlich. Zwar sei ein Zaunfeld tatsächlich verzogen, das aber liege in unmittelbarer Nähe zu dem Abschnitt, der während eines Sturms im vergangenen Jahr zerstört worden war. Zudem habe er keine Erdbauarbeiten durchgeführt.

Anfang des Jahres 2017 hatte die Landestalsperrenverwaltung entlang des Zulaufkanals aus der Wyhra in das Speicherbecken Witznitz einen Zaun zur Sicherung gebaut. Durch die mutmaßlichen Erdaufschüttungen seien nun unter anderem der Korrosionsschutz der Einfriedung und der aufgespannte Maschendrahtzaun zerstört worden, zudem seien laut des Klägers mehrere Pfeiler in Schrägstand geraten.

Aus gütlicher Einigung wurde nichts

Beide Seiten hatten nun kürzlich Gelegenheit, sich gütlich am Amtsgericht Borna zu einigen. Doch daraus wurde nichts. Martin Oswald, Justiziar der LTV, und Elisabeth Brink vom Landesamt für Steuern und Finanzen sehen nach wie vor Träger in der Verantwortung, die Schäden hervorgerufen zu haben.

Die Firma, die den Zaun errichtet habe, habe die Schäden festgestellt und daraufhin ein Angebot zur Erneuerung unterbreitet. Oswald schloss aus, dass Wildschweine oder eben der Blitzeinschlag ursächlich gewesen seien und blieb zunächst bei der Forderung, der Unternehmer habe für die Erneuerung von 50 Metern Zaunlänge aufzukommen, auch wenn das Grundstück lediglich 43 Meter lang sei. „Maschendraht gibt es eben nur als Rolle.“

Richter empfiehlt Vor-Ort-Termin

„Aber warum hätte mein Mandant das denn tun sollen, was hat er denn davon?“, fragte Trägers Anwältin Katrin Stärk. Sie sehe weder ein Motiv noch einen Beweis für die Behauptung der Talsperrenverwaltung, dass Träger schuld sei. Auch der Richter hatte so seine Schwierigkeiten, das Streitobjekt zu beurteilen.

In Richtung LTV sagte er: „Ein von Ihnen vorgelegtes Bild zeigt ja, dass der Boden an einer Zaunstelle etwas höher ist, aber davon kann man nicht auf den gesamten Zaun schließen.“ Er empfahl Oswald und Brink einen Vor-Ort-Termin.

Angebot zur Reparatur nicht angenommen

Trägers Vorschlag, das eine Zaunteil selbst zu reparieren – „Das ist kein Schuldeingeständnis, sondern nur ein Vorschlag, um dem hier ein Ende zu bereiten“ –, stieß auf wenig Gegenliebe bei Oswald. Dieser argumentierte damit, dass sich Träger „wenig auf uns zubewegt“. Das ließ dann auch den Richter stutzen, der ein „Zubewegen“ durchaus erkennen konnte.

Dennoch: eine gütliche Einigung kam nicht zustande. Mehrere Möglichkeiten stehen nun zur Auswahl. Entweder weist der Richter die Klage zurück, beauftragt einen Gutachter oder hört weitere Zeugen an. Die LTV jedenfalls erklärte, sie sei nicht bereit, die Klage zurückzuziehen. Es geht also weiter im Streit um den viel besungenen Maschendrahtzaun.

Wie berichtet, gab es erst kürzlich eine gerichtliche Auseinandersetzung beider Parteien. Damals hatte Träger die LTV verklagt – um das Leitungsrecht für die bestehenden Leitungen zu erhalten oder die Genehmigung für den Neubau einer Leitung zum Speicherbecken Witznitz. Das Verfahren war mittlerweile eingestellt worden, nachdem die Talsperrenverwaltung nun doch Trägers Klagerücknahme zugestimmt hatte.

Von Julia Tonne

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