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Borna Mediterrane Küche im Ratskeller
Region Borna Mediterrane Küche im Ratskeller
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15:41 19.05.2015

Betreiber sind zwei Griechen, die auch das Altenburger Lokal "Sparta" bewirtschaften. Und es gibt einen weiteren Stern am gastronomischen Firmament der Stadt: die Prager Stube in der Reichsstraße.

Vor einigen Monaten hatten die bisherigen Betreiber des Ratskellers aus privaten Gründen, wie es hieß, das Handtuch geworfen. Damit stand das Lokal, das in jeder deutschen Stadt üblicherweise zu den repräsentativen gastronomischen Einrichtungen zählt, leer. Auch während des Sommerspektakels, wie die Besucher im Juli feststellen mussten. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), von Amts wegen Eigentümerin der Gaststätte im Rathaus, hatte mit Blick auf die Einrichtung der Gasträume von "strukturellen Problemen" gesprochen. Das soll sich ändern, kündigt Dimitrios Tzimoulis an. Er will den Ratskeller mit seinem Bruder Panayotis betreiben.

Erfahrungen haben die Brüder im Altenburger Restaurant "Sparta" gesammelt, einem griechischen Lokal, das ihre Eltern bereits seit 20 Jahren betreiben. Das "Sparta" wird auch von Bornaern angesteuert. Auf diese Weise, so Dimitrios Tzimoulis, habe er vom leerstehenden Ratskeller in Borna erfahren. "Die Leute haben gefragt, ob wir da nicht einsteigen könnten."

Mittlerweile ist der Vertrag mit der Stadt unterschrieben, sagt Oberbürgermeisterin Luedtke. Allerdings ist die Stadt von ursprünglichen Vorgaben, denen zufolge im Ratskeller bürgerliche deutsche Küche die Speisekarte dominieren soll, abgerückt. So erwartet die Gäste im neuen "Markt eins" künftig mediterrane Kost.

"Wir bieten den gesamten Mittelmeerraum", kündigt Gastwirt Dimitrios Tzimoulis an. Also Speisen aus Portugal, Spanien, Italien und ein wenig Griechenland. Mit dem griechischen Restaurant auf der gegenüberliegenden Marktseite im Goldenen Stern kollidiere das nicht, ist der 25-Jährige überzeugt. Alles komme frisch auf den Tisch, und es soll Fisch, Fleisch und "leckere Spaghetti" gebe. Dazu kommen gute Tropfen aus dem Mittelmeerraum.

Die neuen Betreiber sorgen vor Eröffnung des Lokals für grundlegende Veränderungen im Ratskeller. Die gesamte Einrichtung, seit nahezu zwei Jahrzehnten unverändert, wird ausgetauscht, "so dass es gemütlicher wird", sagt der junge Gastwirt. Er verspricht "südländische Atmosphäre". Die Eröffnung ist für den 15 Oktober geplant.

Bereits seit einem Monat ist die Prager Stube in der Reichsstraße geöffnet. Ein tschechisches Restaurant, wie es den landläufigen Vorstellungen entspricht. Gutes böhmisches Bier, selbstredend Karlsbader Becherbitter und dazu etwa 40 Speisen stehen auf der Karte, zu denen selbstredend die Klassiker mit Knödeln, aber auch Schnitzel gehören. Betreiber ist Lukas Hanus, ein 36-Jähriger aus Chomutov nicht weit hinter der deusch-tschechischen Grenze, der sehr gut deutsch spricht, "weil ich das in der Schule gelernt habe". In Tschechien hat er selbst seit 20 Jahren in der Gastronomie gearbeitet. Nach Borna kam er durch Internet-Recherche, wo ihm die freie einstige "Kaiserstube" auffiel, die er nunmehr mit einem tschechischen Koch und einer Tschechin als Kellnerin bewirtschaftet.

Ursprüngliche Pläne, den Ratskeller zu betreiben, zerschlugen sich allerdings, "weil ich dann hätte den bestehenden Brauereivertrag übernehmen müssen". Das aber kann ein stolzer Tscheche aus der Heimat des bekanntlich besten Gerstensaftes der Welt nicht zulassen, und so landete Hanus in der Reichsstraße. Dort gibt es Platz für 50 Gäste in der Gaststube und im Sommer dazu für 16 Leute im Biergarten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.10.2013

Nikos Natsidis

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