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Mediziner-Witwe schenkt Kurstadt Instrumenten-Sammlung

Mediziner-Witwe schenkt Kurstadt Instrumenten-Sammlung

Bad Lausick. Eine wertvolle, zwei Dutzend Musikinstrumente umfassende Sammlung nennt jetzt die Stadt Bad Lausick ihr Eigen. Zusammengetragen hat sie Dr. Johannes Winkler, der ein halbes Jahrhundert hier nicht nur als Arzt wirkte, sondern der selbst mehr als 300 Klavierkonzerte gab.

. Teile der Sammlung sollen im nächsten Jahr in einer Sonderschau des Kur- und Stadtmuseums gezeigt werden.

„Es ist das erste Mal überhaupt, dass unsere Stadt eine solche Spernde erhält", sagte gestern der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann, als er im Stadtarchiv gemeinsam mit Ursula Winkler, der Witwe des Mediziners, die Schenkungsurkunde unterzeichnete. Johannes Winkler, der 1947 in die Kurstadt gekommen sei, habe neben seinen medizinischen Qualitäten zahlreiche musische gehabt. Die meisten hätten ihn als Arzt gekannt, viele auch als exzellenten Könner am Klavier; jetzt nehme man noch eine andere interessante Seite an ihm wahr: die des Sammlers verschiedenster Instrumente. Von der Bratsche über Geigen und Flöten bis zu einer Konzert-Zither reicht die Vielfalt der Sammlung, die jetzt in einem klimatisierten Raum des städtischen Archivs untergebracht ist.

„Ich möchte, dass die Sammlung in gute Hände kommt", begründet Ursula Winkler diese Spende. Das sei gewiss im Interesse ihres Mannes Johannes, der nicht nur ein halbes Jahrhundert lang in Bad Lausick Mediziner war, sondern ein begeisterter Pianist. Mehr als 300 Klavierkonzerte gestaltete er im Laufe der Jahrzehnte für die Kurpatienten. Er spielte dann nicht einfach, er sprach über die Musik und brachte sie seinen Zuhörern nahe. Mozart vor allem, den er besonders verehrte.„Und drei Stunden jeden Tag zu Hause am Flügel zu sitzen war für ihn das Mindeste." Die 83-Jährige will kein Aufhebens machen um ihre Person. Dass die Sammlung der Musikinstrumente ihres Mannes aber an die Stadt und an das Kur- und Stadtmuseum gehe, hätte gewiss den Beifall des 2005 im Alter von 87 Jahren Gestorbenen gefunden.

Johannes Winkler wuchs in Chemnitz in einer musikalischen Familie auf, lernte Klavier, später Geige, beherrschte aber auch andere Instrumente. Über die Jahre trug er eine beachtliche Sammlung zusammen. „Musik hatte für ihn etwas Elementares", erinnert sich seine Witwe, die selbst Klavier und Flöte lernte, seit dem Tod ihres Mannes aber nicht mehr spielte. Ursula Winkler hofft, dass die Sammlung einen lebendigen Beitrag zur Geschichte dieser Stadt darstellt, der sich der Internist, der erst das Krankenhaus, später die Poliklinik leitete, verbunden fühlte. Die Noten aber gab sie an das Grimmaer Gymnasium St. Augustin.

Klaus Gernhardt, der Bad Lausicker Musikinstrumenten-Restaurator, hatte den Schatz vorab gesichtet und die Herkunft der Instrumente erfasst. Bei der Übergabe der Spende blies er eine der beiden Okarinas. „In ihrer Geschlossenheit ist diese Sammlung für uns von großem Wert", freute sich Monika Löffelmann, die Vorsitzende des Geschichtsvereins Bad Lausick. Im Rahmen einer Sonderschau des Kur- und Stadtmuseums werde man im kommenden Jahr einen Teil der Instrumente zeigen. Zudem sei zu überlegen, ob sich nicht auch das noch im Bau befindliche Musikhaus, Heimstatt von Rundfunk-Blasorchester Leipzig und Bläserakademie Sachsen, als ein Ausstellungsort in Frage käme. Löffelmann hofft, dass diese Schenkung auch andere Bad Lausicker motiviert zu prüfen, ob sie nicht selbst das eine oder andere statgeschichtlich Aufschlussreiche besitzen, das sie via Museum einer Öffentlichkeit zugänglich machen könnten.

Ekkehard Schulreich

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