Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Mehr Geld für Kultur: Kompromissvorschlag im Landkreis Leipzig auf dem Tisch
Region Borna Mehr Geld für Kultur: Kompromissvorschlag im Landkreis Leipzig auf dem Tisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:37 17.02.2017
Die Bad Lausicker Bläserphilharmonie spielte kürzlich im Festsaal von Schloss Trebsen. Quelle: Frank Schmidt
Anzeige
Landkreis Leipzig

In die entscheidende Phase gehen die Bemühungen für eine bessere Finanzierung der beiden professionellen Orchester im Landkreis Leipzig. Im Vorjahr war um die Zukunft der Sächsischen Bläserphilharmonie in Bad Lausick und des Leipziger Symphonieorchesters (LSO) bereits intensiv diskutiert worden. Beide werden hauptsächlich über den Kulturraum Leipziger Raum finanziert.

Der Kreistag des Landkreises Leipzig hatte sich im Mai für den Erhalt der beiden Klangkörper ausgesprochen und eine höhere Summe zugesichert, vor allem um für eine bessere Bezahlung der Musiker zu sorgen. Die flankierende Beschlussfassung in Nordsachsen war allerdings ausgeblieben. Emissäre beider Landkreise, die zusammen den Kulturraum Leipziger Raum bilden, haben in jüngster Zeit intensiv verhandelt. Herausgekommen ist ein Beschlussvorschlag, der demnächst auf dem Tisch der beiden Kreistage liegt. Die Bornaer Kreisräte tagen am 8. März in Bad Lausick, die Nordsachsen kommen am 29. März auf Schloss Hartenfels zusammen.

„In den Ausschüssen unseres Landkreises hat die Meinungsbildung bereits stattgefunden“, erläuterte Landrat Henry Graichen (CDU). „Der Auftrag, den wir als Verwaltung mit auf den Weg bekommen haben, ist dabei klar und deutlich formuliert worden.“ Die Entscheidungsträger in Borna und Torgau hätten sich auf eine Linie geeinigt, betont Graichen, die bei den Bornaer Gremien Unterstützung findet. Demnach gehe es in der Beschlussvorlage

Konzert der Bläserphilharmonie. Quelle: Orchester

ausdrücklich nicht um die Zukunft der Orchester. Vielmehr sollen durch zusätzliche finanzielle Mittel „regional bedeutsame Kultureinrichtungen und -maßnahmen mit einer herausgehobenen Ausstrahlung und Bedeutung“ gestärkt werden, heißt es im Text. Dass überhaupt Mittel im Kulturraum frei werden, ermöglicht ein neuer Ansatz bei der Finanzierung der Musikschulen. Sowohl die Musikschulen des Landkreises Leipzig als auch die Kommunale Musikschule Nordsachsen werden bisher aus Mitteln des Kulturraumes finanziert. Der Beschlussvorschlag sieht nunmehr vor, diese Einrichtungen aus den Kreishaushalten zu unterhalten. Der Landkreis Leipzig müsste dann jährlich 457 000 Euro zusätzlich für die Musikschulen aus seinem Etat stemmen, auf Nordsachsen kämen zusätzliche Ausgaben von rund 300 000 Euro zu. Gleichzeitig soll die Höhe der Kulturumlage, die die Landkreise an den Kulturraum zahlen, in der bisherigen Höhe erhalten bleiben. Rund 1,9 Millionen steuert der Landkreis Leipzig bei, rund 1,5 Millionen Euro kommen aus Nordsachsen.

Zudem soll der Bornaer Kreistag über die sogenannten Sitzgemeindeanteile befinden. Sowohl Bad Lausick als auch Böhlen als Orchesterstandorte sind überfordert, den nötigen Obolus gänzlich aus ihrer Stadtkasse aufzubringen. Auch hier soll der Kreis in die Bresche springen – mit maximal 300 000 Euro jährlich.

Geknüpft werden soll die Einigung an weitere Prämissen. So wird gefordert, dass der Kulturraum Leipziger Raum seine Qualitätskriterien für Zuwendungen bis November überarbeitet. Das Entscheidungsgremium des Zweckverbandes, der Kulturkonvent, soll letztlich darüber beschließen. Zuvor möchten die zuständigen Ausschüsse der beiden Kreise gehört werden. Die Qualitätskriterien sollen dabei für alle Sparten - nicht nur die der Orchester - überarbeitet werden.

Sollte es zur Beschlussfassung in den beiden Kreistagen kommen, könnte die Neuregelung bereits zum 1. Juli in Kraft treten. Graichen ist wichtig zu betonen, dass die Lösung nicht nur Bedeutung für die beiden Kulturraumorchester hätte. Auch andere Kultureinrichtungen – speziell in Nordsachsen – würden von dem gefundenen Kompromiss profitieren. Insgesamt gehe es darum, die Vielfalt der Kulturlandschaft in den beiden Landkreisen zu erhalten und auch das System finanziell ordentlich auszustatten. „Denn wenn wir weniger Geld für Kultur ausgeben, würde laut Kulturraumgesetz auch der Anteil des Landes sinken.“

In Nordsachsen findet die Meinungsbildung in den Ausschüssen aktuell statt. Dort wird großer Wert darauf gelegt, dass es zu einer gerechteren Bezahlung auch anderer Kultur-Akteure kommt. Denn nicht nur die Tonkünstler, so ein Einwand aus Nordsachsen, würden unter Tarif bezahlt.

Von Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Neukieritzscher Ortsteil Deutzen (Landkreis Leipzig) ist am Donnerstag eine Leiche gefunden worden. Wie die Polizei in Borna mitteilte, wurde ein lebloser Mensch in der Pleiße treibend entdeckt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

16.02.2017

Um die mögliche Sanierung des Vereinshauses in der Schulstraße ist im Bornaer Stadtrat eine hitzige Diskussion entbrannt. Dass die Stadtverwaltung das Gebäude auf die Maßnahmenliste für den Fördermittel-Topf „Stadtumbau-Ost“ gesetzt hat, passt nicht allen. Die Gegner sehen Eigen- und Fördermittel lieber an der Grundschule West.

16.02.2017

Rund 500 Kilometer hat eine amerikanische Fliegerbombe unbemerkt von Köln zurückgelegt, ehe sie Mitarbeiter einer Recyclingfirma im sächsischen Deutzen entdeckten. Die Geschichte hat Seltenheitswert.

16.02.2017
Anzeige