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Mehr Rastplätze und bessere Beschilderung: Kurs 1a auf der Weißen Elster hat Potenzial

Kommunales Forum Mehr Rastplätze und bessere Beschilderung: Kurs 1a auf der Weißen Elster hat Potenzial

27,5 Kilometer lang, eine Route von Pegau nach Leipzig: das ist Kurs 1a auf der Weißen Elster. Wie die touristische Nutzung des Flusses auf dem Abschnitt verbessert werden kann, war Thema beim Kommunalen Forum. Möglichkeiten gebe es laut Architekt Michael Rudolph viele, um noch mehr Kanuten auf die Strecke zu locken.

Der Schützenplatz in Pegau könnte zum Schwerpunkt der touristischen Route auf der Weißen Elster werden.

Quelle: Hans Hermann Koch

Borna. Sport- und Freizeitkanuten finden entlang der Weißen Elster von Pegau nach Leipzig optimale bis abenteuerliche Bedingungen: etwas Wildwasser mit gefährlichen Gefälle-Stufen in Leipzig-Hartmannsdorf, aber auch lange Strecken ohne Ausstieg und fehlende Rastplätze. Bedingungen, die für eine touristische Nutzung des Flusses ungünstig sind. Architekt Michael Rudolph vom Leipziger Büro Station C23 stellte dem Kommunalen Forum daher am Montag seine Verbesserungsideen vor.

„Die Weiße Elster ist ein prägendes Gewässer für die Region, vor allem die Braunkohlegeschichte ist eng mit ihr verbunden“, machte Rudolph deutlich. Er hatte sich im Mai selbst auf den Weg gemacht, den Kurs 1a mit dem Kanu zu erkunden. „Wir sind genauso unbedarft an die Tour gegangen, wie es Touristen machen würden, also ohne Informationen vorab“, erklärte er den Bürgermeistern in der Runde. Das Ergebnis fasst nicht nur Schwachstellen zusammen, sondern auch einen Katalog von 28 interessanten Orten, an denen ein Anhalten lohnenswert wäre – wenn es denn ginge.

Was ihm vor allem auf der rund 27,5 Kilometer langen Strecke aufgefallen ist: Rastplätze mit Ein- und Ausstieg sowie mit Toiletten sind Mangelware. Und Gefahrenstellen häufiger zu finden, als Hobby-Kanuten lieb sein dürfte. Dabei hat der Kurs durchaus viel Potenzial, „an vielen Stellen können wir auf bestehenden Strukturen aufbauen“, macht der Architekt deutlich. So punkte zum Beispiel die Stadt Pegau mit dem Schützenplatz, der als Einsteig gut geeignet sei. Zudem gebe es dort einen Stellplatz für Wohnmobile, der ehemalige Hort könne zum Stützpunkt für Kanuten werden. Das genaue Gegenteil stelle die Gefälle-Stufe in Hartmannsdorf dar. Hier würden zwar Schilder darauf hinweisen – „doch die stehen zu weit davor und sind verblasst“. Beim Ausbau des Kurses 1a sei es dringend notwendig, Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. An der Stelle könne zum Beispiel mit einem Kugelseil gearbeitet werden. Das gleiche gelte für Großzschocher.

Rudolph rät zudem dazu, den Kurs besser zu beschildern. Denn bei hohem Wasserstand sei es schwierig, in Karten zu schauen und nebenbei das Boot unter Kontrolle zu halten. Zumal es zu wenige Möglichkeiten zum Festhalten unterwegs gebe. Und noch etwas treibt ihn um: Die steinerne Elster, wie er den Abschnitt betitelt, der von Betonwänden eingefasst ist. Hier kann er sich gut vorstellen, mit Künstlern zusammenzuarbeiten, die den kahlen Wänden ein ansprechendes Design verpassen.

Karsten Schütze, Oberbürgermeister von Markkleeberg, forderte, die Präsentation mit dem Landkreis als genehmigender Behörde abzustimmen. Denn der Wasserwanderrastplatz am Cospudener See, mit dem die Stadt derzeit befasst sei, habe ein Jahr Planung erfordert. „Und mit dem Beginn tauchte dann ein Problem nach dem anderen auf.“ Markkleeberg sei „gebranntes Kind“, die Ideen seien toll, aber die formalen Hürden fast schon unüberwindbar. Von daher solle es enge Absprachen mit dem Landkreis gehen, wenn es um detaillierte Planungen und letztlich um die Umsetzung der Vorschläge auf Kurs 1a gehe.

Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Umwelt in Leipzig, interessierte sich zudem für die Erfolgsaussichten. Die sieht Rudolph als nicht schlecht an, auch wenn Öffentlichkeit und Umweltverbände noch nicht im Boot seien, was die bisherigen Studien betrifft. An einigen Stellen entlang der Route könne auf bestehende Möglichkeiten aufgebaut werden, an anderen – wie in Wiederau und am Elsterstausee – sei noch gar nichts in Richtung Rastplatz vorhanden, „aber das wären dort vertretbare Eingriffe“.

Von Julia Tonne

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