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Borna Mehr Wohngeldempfänger nach Gesetzesänderung
Region Borna Mehr Wohngeldempfänger nach Gesetzesänderung
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11:40 11.03.2016
Antrag auf Wohngeldzuschuss. Quelle: dpa-Zentralbild
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Landkreis Leipzig

Die Zahl der Wohngeldempfänger im Landkreis Leipzig steigt. Seit Jahresbeginn wurden im Sozialamt 533 Fälle mehr aktenkundig. Grund dafür ist in erster Linie eine Gesetzesänderung, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist, sagt Sozialamtsleiterin Karina Keßler. Allerdings nahm die Zahl der Wohngeldempfänger auch in den Vorjahren schon zu.

Karina Keßler. Quelle: LVZ

Durch die neue Gesetzeslage haben sich die Bemessungsgrenzen erhöht. Heißt: Für die Bemessung von Wohngeld, einem Mietzuschuss, der aber niemals die gesamten Mietkosten abdeckt, haben sich die Grenzen nach oben verschoben. „Dadurch haben mehr Leute Anspruch auf Wohngeld“, sagt die Sozialamtsleiterin. Die Bundesregierung hatte die Gesetzesänderung mit der Entwicklung der Einkommen und der Warmmieten seit dem Jahr 2009 begründet. Seinerzeit hatte es die letzte Überarbeitung des Wohngeldgesetzes gegeben. Im Vergleich zu 2009 stiegen die Preise im Durchschnitt um acht und die Warmmieten um neun Prozent. Wohngeldempfänger sind vor allem Rentner und Alleinerziehende. Bei der Berechnung des Wohngeldes spielen die Miethöhe, aber auch das Einkommen des Antragstellers eine Rolle.

Wie sich die neue Gesetzeslage konkret auswirkt, macht Sozialamtsleiterin Keßler am Beispiel einer alleinstehenden Mutter mit einem Kind deutlich. Wurden ihr bis Ende letzten Jahres 380 Euro angerechnet, so dass sie 30 Euro Wohngeld erhielt, sieht die Sache nun anders aus. Angerechnet werden den neuen Vorgaben zufolge 410 Euro, und sie bekommt Wohngeld in Höhe von 94 Euro.

Grenzen für die Beantragung von Wohngeld gibt es bei Vermögen. Das muss unter 60 000 Euro liegen, was aber bei potenziellen Wohngeldempfängern ohnehin kein Problem ist. Keinen Anspruch auf Wohngeld haben Hartz-IV-Empfänger, erwerbsunfähig Erkrankte und Behinderte sowie Asylbewerber.

Derzeit liegt die Zahl der Wohngeldfälle, die im Sozialamt bearbeitet werden, bei 5385. Ende letzten Jahres waren es noch 4852. Ein Anstieg der Wohngeldfälle war aber schon vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes zu verzeichnen, macht die Sozialamtschefin klar. Im Jahr 2014 wurden 4658 Wohngeldfälle in der Abteilung mit zwölf Mitarbeitern bearbeitet. Derzeit liegt die Bearbeitungsdauer bei etwa drei Monaten, eine Folge der steigenden Fallzahlen durch die Gesetzesänderung. Üblich sind sonst Bearbeitungsfristen von anderthalb Monaten.

Vor zwei Jahren lagen die Kosten für Wohngeld im Landkreis Leipzig bei 2,4 Millionen Euro. 2015 wurden insgesamt 2,3 Millionen Euro gezahlt. In diesem Jahr geht die Sozialamtschefin von drei Millionen Euro aus. Das Geld kommt je zur Hälfte aus Töpfen des Bundes und des Freistaates.

Von Nikos Natsidis

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