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Mehr Zeit für den Abschied

Mehr Zeit für den Abschied

Auszubildende des zweiten und dritten Lehrjahres - angehende Gesundheits- und Krankenpfleger stellten am Mittwoch ihre Ausarbeitungen zum Thema Palliative Care im Auditorium der Bornaer Klinik vor.

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Angehende Gesundheits- und Krankenpfleger befassten sich in einer Projektwoche mit dem Thema Palliativcare.

Quelle: Nicole RathgeScholz

Borna. Vier Gruppen beschäftigten sich mit diesem Thema. "Bei den Schülerprojekten versuchen wir immer Themen zu finden, die relevant für die Praxisarbeit ist", erklärte der Lehrer Thomas Gehrt. Die Palliativmedizin ist in der Gesellschaft eher ein Tabuthema ist, im Krankenhaus aber Alltag. "Durch das Projekt, welches über sechs Tage ging, haben die Lehrlinge einen Einblick in die verschiedensten Bereiche dieser Arbeit bekommen, die sich rund um das Sterben dreht. Sie wurden sensibilisiert und konnten die Station besuchen, einen interessanten Vortrag von Oberärztin Antje Harzbecker zum Thema medizinische Schmerzversorgung hören, sowie im Bestattungshaus "George" alle Aufgaben kennenlernen, die ein Bestatter zu erledigen hat", so Gehrt. Auch die Diskussionsrunde durch den Sozialdienst sei sehr informativ für die Auszubildenden gewesen. Dort wurden vor allem ethische Fragen diskutiert.

Die Schüler der Medizinischen Berufsfachschule der Kliniken Leipziger Land GmbH präsentierten am Vormittag ihren Mitschülern sowie den geladenen Gästen des Klinikums, der Beteiligten und der Mitarbeiter der Stationen ihre Ausarbeitungen. "Wir haben uns hauptsächlich mit einleitenden Themen beschäftigt. Das bedeutet, wir haben erst einmal geklärt was Palliativcare eigentlich ist. Zudem ging es um rechtliche Fragen wie die Patientenverfügung und ethische Fragen der aktiven und passiven Sterbehilfe, sagte Auszubildende Michele Bartusch.

Eine zweite Gruppe klärte die Mitschüler unter anderem über die Sterbephasen nach Kübler-Ross auf. "Zudem haben wir über die Pflege gesprochen in Bezug auf Ernährung, Prophylaxe und Schmerztherapie. Und haben den Umgang mit den Sterbenden beleuchtet", klärte Annett Naumann auf. Ihre Mitschülerin Jasmina Azmani wirkte in der Gruppe drei mit und befasste sich mit rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der räumlichen Gestaltung der Palliativstation gegenüber anderen Stationen. "Zudem haben wir uns mit der Problematik der Selbstpflege auseinandergesetzt", so die angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin. Am Schluss des Vormittages klärte Anna Pienitz die Zuhörer über die Versorgung des Verstorbenen im Klinikum und im Bestattungshaus auf, über Behördengänge und den Umgang mit den Angehörigen. Ihre Gruppenkollegin Stephanie Stache: "Das Projekt offenbarte uns viele, oft unterschiedliche Ansichten über Sterben, Tod und Trauer. Jeder geht mit diesem Thema unterschiedlich um und wird es wohl auch weiterhin." Aber eines haben die Azubis gelernt: Sei offen für Neues, behalte dein bewusstes Verhalten im Umgang mit Sterbenden und Trauernden, lasse die Trauer zu und rede", führte sie aus. Die Schüler der Kliniken Borna, Leißnig, Zwenkau und Schkeuditz würden sich wünschen, dass es mehr Zeit gäbe. "Zeit, die wir den Angehörigen mit ihren Verstorbenen geben können. Ein Abschied ist schmerzhaft und dennoch sollte er in positiver Erinnerung bleiben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.11.2014
Nicole Rathge-Scholz

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