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Mehr Zuschauer als der BSV

Mehr Zuschauer als der BSV

Borna. Manche Zahlen lesen sich wie die Zuschauerangaben bei einem Fußballspiel, wenigstens der Regionalliga. Die Leute drängten sich am 13. Juli auf den Traversen des Volksplatzes.

Es war der Tag, an dem Deutschland Weltmeister wurde, und das Spiel flimmerte dort über die große Leinwand. 1200 Besucher waren gekommen, und das ist ungefähr sechsmal so viel wie der BSV in guten Fällen bei seinen Heimspielen im Rudolf-Harbig-Station begrüßen kann. Für Falk Opelt steht deshalb fest. "Es war ein gutes Jahr für uns", sagt der Volksplatzvereinschef.

20 Veranstaltungen gab es in den zurückliegenden zwölf Monaten, so dass die rührigen Vereinsmitglieder nahezu die Hälfte aller Wochenenden im Einsatz waren. Denn ohne die Ehrenamtlichen läuft nichts auf dem Veranstaltungsgelände, um das andere Städte Borna an sich beneiden müssten. Zu den Bringern gehörten Klassiker wie die Oldie-Nacht und das Borna-Open-Air, aber auch der Auftritt von Volksmusikstar Hansi Hinterseer. "Am vollsten war es aber bei Matthias Reim", so Opelt, obwohl der Verdammt-ich-lieb-Dich-Sänger keineswegs zum ersten Mal in Borna war.

"Es kommt auf das Wetter an", sagt Opelt, was natürlich eine Binsenweisheit ist, aber entscheidend. In diesem Jahr hat es in aller Regel gepasst. Auch beim Kinder- und Familienfest von LVZ und Volksplatzverein, bei dem durch das Musikschul-Projekt "Jedem Kind ein Instrument" (Jeki) Massen an Kindern mit ihren Eltern und Großeltern auf den Volksplatz gelockt wurden, was in gewisser Weise zu erwarten war. Überrascht zeigten sich die Veranstaltungsmacher dagegen vom Zuspruch zur Jubiläumsveranstaltung der Bornaer Wohnungsgenossenschaft (BWG), die in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feierte. Opelt: "Da sind dann auch Ältere gekommen, die jahrelang nicht auf dem Volksplatz waren."

Bereits in den Jahren 2012 und 2013 hatte der Volksplatzverein Geld eingenommen, so dass darauf Steuern fällig wurden. "Das geht nach Umsatz", so Opelt und betont, dass es sich bei der zu versteuernden Summe keineswegs um einen finanziellen Gewinn handelt. Zudem müsse der Verein eine Reihe von Ausgaben bestreiten. So wurde in diesem Jahr ein Zelt angeschafft und Verschönerungsarbeiten auf dem Volksplatzgelände durchgeführt. Fällig waren auch neue Starkstromkabel und selbstredend Gebühren für die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) und Versicherungen. Aber, so der Vorsitzende: "Wir sind auf einem grüne Zweig." Zudem brauche der Verein gewisse Rücklagen. Sozusagen einen Notgroschen, falls es bei ein, zwei Veranstaltung regnet und die buchstäblich ins Wasser fallen.

Was Opelt und seine Mitstreiter fuchst, ist der Umstand, "dass von der Stadt kaum Unterstützung kommt". Dabei könnte der Volksplatz eine Strahlkraft entwickeln, die weit über die Stadtgrenzen hinausgeht, glaubt Opelt. Im Rathaus scheine es aber am Interesse zu fehlen. "Seit ich Vereinschef bin, hatte ich noch keine Einladung von der Stadt." Opelt ist seit 2012 im Amt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.01.2015
Nikos Natsidis

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