Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Mehr als 300 Postkarten erzählen Geschichten über Rötha und Umgebung

Buchpremiere Mehr als 300 Postkarten erzählen Geschichten über Rötha und Umgebung

1893 wurde die erste bekannte Postkarte aus Rötha verschickt. Ein jetzt erschienenes Buch zeigt mehr als 300 dieser postalischen Erinnerungsstücke, die vielerlei Geschichten zu erzählen wissen. Herausgeber sind der Förderverein Rötha – Gestern.Heute.Morgen. und die Dorfentwicklungsgesellschaft Mölbis.

Die älteste Postkarte aus dem neuen Band wurde 1893 verschickt. Sie zeigt die Obstweinschänke in Rötha.

Quelle: Rötha Buch

Rötha. Ansichtskarten, zumal alte, erzählen Geschichten. Geschichten über die Orte und Begebenheiten und Menschen, die auf ihnen abgebildet sind. Geschichten auch über den Postverkehr in früherer Zeit, über die Art, Karten zu schreiben und zu verschicken. Schließlich finden sich die Geschichten auch in den handschriftlichen Texten, die bis 1906 vorn, später erst hinten auf den Karten auftauchen. Das Buch „Rötha mit Espenhain, Mölbis, Pötzschau, Oelzschau und verlorenen Orten auf alten Ansichtskarten“ vereint mehr als 300 Ansichtskarten aus mehr als 100 Jahren. Damit und mit den begleitenden Texten ist ein sehenswerter Bildband und ein kurzweiliges Geschichtsbuch zugleich entstanden. Seit Montag ist das Buch im Handel.

Die Obstweinschänke. Älteren Röthaern bricht das Herz, wenn sie das 1888 eröffnete Ausflugslokal heute sehen. Dutzende Ansichtskarten sind von dem Restaurant erschienen, so dass der Schänke und dem später eröffneten Fortuna-Park sowie dem Obstanbau auf den von Friesischen Gütern gleich ein ganzes Kapitel gewidmet wird. In dem sich auch die älteste Ansichtskarte findet. Die wurde am 10. August 1893 von Rötha aus verschickt und zeigt als einfarbige Lithographie – natürlich – die ersten Gebäude der Obstweinschänke.

Von einem Fest in Mölbis erzählt diese Postkarte aus dem Buch

Von einem Fest in Mölbis erzählt diese Postkarte aus dem Buch.

Quelle: Rötha Buch

Gaststätten waren die ersten und lange Zeit die häufigsten Motive auf Ansichtskarten. Gasthof Mölbis, Café Lorenz und „Goldene Aspe“ in Espenhain, auch Gasthöfe in Großpötzschau, in Kleinpötzschau, in Oelzschau und sogar im kleinen Ort Kömmlitz sind auf Postkarten zu sehen. Und selbst aus dem kleinen Ort Dahlitzsch, in dem es um 1920 auch einen Gasthof gab, sind ein paar Karten in dem Band vertreten.

Doch auch jenseits von Lokalen und Sehenswürdigkeiten zeigen die Karten im Buch ein breites Spektrum von Motiven. Nicht nur was schön und attraktiv war wurde auf diese Weise in die Welt geschickt, auch das, was den Akteuren der Zeit sonst noch besonders wichtig war. Der Eisenbahnbau zwischen Böhlen, Rötha und Espenhain zum Beispiel, dem 1913 eine ganze Mappe mit Ansichtskarten gewidmet wurde.

Menschen spielen immer wieder eine Rolle. In Gestalt der Schlossherrschaft in der Kutsche oder der Teilnehmer des Fischerstechens auf dem Schlossteich. Es gibt Postkarten von Delegierten eines Gewerkschaftstreffens, sogar von der sozialdemokratischen Stadtratsfraktion im Jahr 1910. Von Ansichtskarten und den darum erzählten Geschichten erfährt der Betrachter und Leser, wie es beim ersten Gewerkschaftsfest in Rötha zuging, wie vier Jahre später Kriegsbegeisterung aussah, wie stolz 1927 ein Gauturnfest gefeiert wurde und wie es bei Erntedankfesten in Mölbis zuging.

Das neue Buch

Das neue Buch.

Quelle: privat

Natürlich erzählt das Buch vom Wandel. Vom Wandel, der sich in dieser Region in über 100 Jahren nicht nur in veränderten Moden und Bauweisen vollzog, sondern viel tiefgreifender durch wörtlich zu verstehende Umwälzung der Landschaft. Das führen auf den ersten Blick schon zwei Landkarten auf den vorderen (1912) und hinteren (1917) inneren Umschlagseiten vor Augen: hier viele Dörfer, da viele Seen. Über viele spannende Seiten hinweg erzählen Ansichtskarten, Begleittexte und dazugestellte Fotografien von den Folgen des Bergbaus. Ein ganzes Kapitel ist bestückt mit Postkarten aus Orten, die es heute nicht mehr gibt.

Rötha mit Espenhain, Mölbis, Pötzschau, Oelzschau und verlorenen Orten auf alten Ansichtskarten; Herausgeber: Förderverein Rötha – Gestern.Heute.Morgen., Dorfentwicklungsgesellschaft Mölbis, Pro Leipzig; 176 Seiten; 19 Euro; erhältlich im Buchhandel und bei Stadtbibliothek Rötha, Reisebüro Gute Laune Reisen Rötha, Seisekammer Mölbis, Lotteriegeschäft Schneider Böhlen.

Von André Neumann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Kommen Sie an Bord: Am Sonntag, 22. Oktober 2017, laden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse in das LVZ Verlagsgebäude ein. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr