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Mehr als lyrische Erfrischungen beim Schillerfest

Mehr als lyrische Erfrischungen beim Schillerfest

Die Zeiten haben sich geändert: Statt in einer Kutsche fuhr Christian Gottfried Körner, Freund und Mäzen Friedrich Schillers, am Freitagabend in einem motorisierten Cabrio vor dem Kahnsdorfer Schillerhaus vor.

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Heitere Sicht auf "Goethe und die Frauen" mit dem "Ensemble Kolorit" aus Zeitz.

Quelle: Roger Dietze

Kahnsdorf. Dass die Darsteller des Bornaer Lutherspektakels ihr Stück "Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein" nicht ohne ein Augenzwinkern auf die Kahnsdorfer Bühne brachten, war dem Erfolg des Höhepunktes des ersten der drei Schillerfest-Tage durchaus zuträglich.

"Schillerndes Leipziger Land" lautete das Motto der mittlerweile achten Auflage des Kulturfestivals am Hainer See, das am Freitag mit einem Festvortrag von Schillerfest-Spiritus-rector Hans-Jürgen Ketzer eingeläutet worden war. In "Schillers Leipzig - Schillers Kahnsdorf" arbeitete der Leiter des Volkskundemuseums Wyhra die Bedeutung der Beziehung zwischen dem literarischen Genie Schiller und seinem Gönner Körner heraus. "Schiller war ganz im Gegensatz zu Goethe kein Schriftsteller, der die Natur reflektierte. Dass er auf dem Rückweg von seinem Kahnsdorfer Treffen mit Körner im Juli 1785 das Gedicht ,Sei willkommen an des Morgens goldenen Toren' schrieb, ist eher ein Ausdruck für seine Erleichterung, für den Moment seiner finanziellen Sorgen enthoben zu sein", sagte Ketzer, der in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein des Bornaer Landes einmal mehr eine gelungene Kombination aus jungen und gestandenen Künstlern für das Schillerfest hatte gewinnen können.

Zu Letzteren zählt das "Ensemble Kolorit" aus Zeitz, das am Sonnabendnachmittag das musikalisch-literarische Programm "Goethe und die Frauen" auf der Bühne des neuen Herrenhauses aufführte. Ein unter dem Motto "Barock gewandet" stehender Auftritt des Trios Saxonia Zwickau schloss sich an.

Eingebettet in diese zwei Programmpunkte lud Manuela Krause vom Südraum-Verlag Akteure aus Politik und Wirtschaft auf die Bühne vor dem Schillerhaus zur Podiumsdiskussion ein. Daran wirkten neben Neukieritzschs Bürgermeister Henry Graichen (CDU) die Gemeinderätin Silke Lorenz, Segelschulen-Betreiber Jens Hank sowie Alexander Wolf von der Blauland GmbH mit. Angesprochen auf die aktuellen baulichen Aktivitäten rund um den Hainer See, konnte Letzterer vermelden, dass mit dem Bau des Ferienparks am Nordufer ebenso wie mit dem des Parkplatzes begonnen worden sei. Noch nicht mit einer Terminierung vermochte Wolf in puncto Campingplatz zu dienen. "Wir streben keinen Campingplatz auf der Wiese, sondern mitten in der Natur an, wobei unser vordringlichstes Ziel eine behutsame Erschließung ist", so der Blauland-Geschäftsführer.

Wenn sich in dieser Phase der Erschließung der Seenlandschaft nicht mehr ein Projekt nahtlos an das nächste anschließe, damit könne sie durchaus leben, meinte Silke Lorenz, die bei den jüngsten Kommunalwahlen für die CDU in den Neukieritzscher Gemeinderat eingezogen war. "Die Freizeitmöglichkeiten sind von Jahr zu Jahr mehr geworden. Kahnsdorf hat in den vergangenen Jahren enorm gewonnen, wenn ich bedenke, dass es hier vor knapp eineinhalb Jahrzehnten bei unserem Umzug weder eine Eisdiele noch einen Strand oder gar ein Schillerhaus gab." Hans-Jürgen Ketzer nahm den Ball auf, indem er die positive Entwicklung der Rahmenbedingungen für das Schillerfest würdigte. "Die Entwicklung ist zweifellos eine bemerkenswerte, mit der Parkgestaltung und dem Abschluss der Sanierungsarbeiten am neuen Herrenhaus sind wir sehr viel flexibler in der Wahl der Veranstaltungsorte geworden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.06.2014
Roger Dietze

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