Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Meiner: Emotionale Debatte ums Seehaus soll nicht zu Verwerfungen führen

Meiner: Emotionale Debatte ums Seehaus soll nicht zu Verwerfungen führen

Neukieritzsch/Lobstädt/Kahnsdorf. Angesichts der am Dienstag im Neukieritzscher Gemeinderat bevorstehenden Abstimmung zum Strafvollzug in freien Formen am Hainer See hofft Claus Meiner, Ortsvorsteher von Großzössen, Kahnsdorf und Lobstädt, dass die emotional geführte Debatte nicht zu Verwerfungen in den Ortsgemeinschaften führt.

Voriger Artikel
Espenhainer Räte bildenFraktionen
Nächster Artikel
In Bornas gelbem Haus entstehen Wohnungen für Senioren

Claus Meiner will am Dienstag im Neukieritzscher Gemeinderat für das Seehaus-Projekt stimmen.

Quelle: André Neumann

Der 64-Jährige warnt davor, die Eigentümer der Lagunen-Grundstücke, von denen die Ablehnung ursprünglich ausging, als "die Schönen und Reichen" abzustempeln. "Das gefällt mir nicht, das ist ein Vorwurf, den ich nicht gut finde", sagte Meiner der LVZ. Und erinnert daran, dass man im Gemeinderat froh über die ersten Häuslebauer war und eine derart rasante Entwicklung nicht einmal erhofft hatte.

Meiner, Gemeinderatsmitglied in der Fraktion Freie Wähler/Sport, sagt mit Blick auf die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend: "Es wird für viele eine schwierige Entscheidung sein." Er selbst werde für das Projekt stimmen. Bürgerinitiative und Bürger hätten viele stichhaltige Argumente, die man nicht unter den Tisch kehren sollte. Ziel hätte es aber sein müssen und sollte es laut Meiner in der Zukunft sein, in sachlicher und fairer Diskussion nach sinnvollen Lösungen zu suchen.

Das Bürgerbegehren könne er nachvollziehen, auch akzeptiere er die Entscheidung. Gleichzeitig relativiert der Ortsvorsteher: "Wer will schon den Bau einer Autobahn, einer Fleischverarbeitungsanlage, einen Tagebau vor der Haustür oder eben einen offenen Strafvollzug? Aber alle fahren schnell auf der Autobahn, essen Fleisch, brauchen Strom. Und es gibt Gewalt und Kriminalität"

Den Strafvollzug in freien Formen hält Meiner für einen Versuch, "Jugendliche ins wahre Leben zurückzuführen", eine Form, die aus seiner Sicht "auch am Hainer See erfolgversprechend und für die jungen, straffällig gewordenen Menschen eine Chance" wäre. Seine Zustimmung zum Projekt knüpft er auch an ganz persönliche Überlegungen: "Kann man wirklich immer ausschließen, dass Freunde, Bekannte oder sogar die eigenen Kinder oder Enkelkinder nicht durch irgendwelche negativen Einflüsse auf die schiefe Bahn kommen? Wären wir dann nicht alle froh, dass auch uns nahestehende Personen diese Resozialisierungsmaßnahme nutzen können?" Meiner spricht in dem Zusammenhang auch von Verantwortung, die übernommen werden müsse.

Meiner lenkt den Blick aber auch auf Fragen der Sicherheit. Sollte der Neukieritzscher Gemeinderat mit Ja stimmen, fordert er, müssten Gemeinderat, Ortschaftsrat und ortsansässige Vereine sich darüber Gedanken machen, wie das Projekt unterstützt und begleitet werden kann. Vom Seehaus-Verein fordert er klare Aussagen zur Anzahl der Strafgefangenen: "Anfangs sieben, dann 43, jetzt 21 - es muss Vertrauen geschaffen werden!" Die ortsansässigen Menschen, zu denen zählt Meiner Altkahnsdorfer, Häuslebauer und Urlauber, "müssen ein gutes Gefühl bekommen". Wobei er selbst Befürchtungen zu einem Anstieg der Kriminalität nicht teilt: "Ich habe hier nicht mehr Bedenken als überall in Deutschland oder auf der Welt." Ein täglicher Blick in die Medien genüge.

Bürgerinitiativen, ist Meiners Überzeugung, hätten in Deutschland viel Positives bewirkt. Man müsse aber vermeiden, sich Schimpf und Schande vorzuwerfen. "Es wäre gut, wenn es zwischen beiden Lagern zu einem konstruktiven und friedvollen Dialog kommen könnte", drückt der 64-jährige Gemeinderat, Sportvereinschef und Familenvater seine Hoffnung aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2015
André Neumann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
  • Sportlerwahl
    Aktionslogo Sportlerwahl Landkreis Leipzig 2016

    Kreissportbund Landkreis Leipzig, Sparkasse und Leipziger Volkszeitung suchen die besten Sportler 2016.  Jetzt hier abstimmen! mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig läuft. Hier abstimmen! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

28.02.2017 - 10:51 Uhr

Nachdem das Wetter in den vergangenen Wochen den Spielplanern einen Strich durch die Rechnung machte, sind jetzt die ersten Begegnunge neu angesetzt.

mehr
  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr