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Meiner: Emotionale Debatte ums Seehaus soll nicht zu Verwerfungen führen

Meiner: Emotionale Debatte ums Seehaus soll nicht zu Verwerfungen führen

Neukieritzsch/Lobstädt/Kahnsdorf. Angesichts der am Dienstag im Neukieritzscher Gemeinderat bevorstehenden Abstimmung zum Strafvollzug in freien Formen am Hainer See hofft Claus Meiner, Ortsvorsteher von Großzössen, Kahnsdorf und Lobstädt, dass die emotional geführte Debatte nicht zu Verwerfungen in den Ortsgemeinschaften führt.

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Claus Meiner will am Dienstag im Neukieritzscher Gemeinderat für das Seehaus-Projekt stimmen.

Quelle: André Neumann

Der 64-Jährige warnt davor, die Eigentümer der Lagunen-Grundstücke, von denen die Ablehnung ursprünglich ausging, als "die Schönen und Reichen" abzustempeln. "Das gefällt mir nicht, das ist ein Vorwurf, den ich nicht gut finde", sagte Meiner der LVZ. Und erinnert daran, dass man im Gemeinderat froh über die ersten Häuslebauer war und eine derart rasante Entwicklung nicht einmal erhofft hatte.

Meiner, Gemeinderatsmitglied in der Fraktion Freie Wähler/Sport, sagt mit Blick auf die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend: "Es wird für viele eine schwierige Entscheidung sein." Er selbst werde für das Projekt stimmen. Bürgerinitiative und Bürger hätten viele stichhaltige Argumente, die man nicht unter den Tisch kehren sollte. Ziel hätte es aber sein müssen und sollte es laut Meiner in der Zukunft sein, in sachlicher und fairer Diskussion nach sinnvollen Lösungen zu suchen.

Das Bürgerbegehren könne er nachvollziehen, auch akzeptiere er die Entscheidung. Gleichzeitig relativiert der Ortsvorsteher: "Wer will schon den Bau einer Autobahn, einer Fleischverarbeitungsanlage, einen Tagebau vor der Haustür oder eben einen offenen Strafvollzug? Aber alle fahren schnell auf der Autobahn, essen Fleisch, brauchen Strom. Und es gibt Gewalt und Kriminalität"

Den Strafvollzug in freien Formen hält Meiner für einen Versuch, "Jugendliche ins wahre Leben zurückzuführen", eine Form, die aus seiner Sicht "auch am Hainer See erfolgversprechend und für die jungen, straffällig gewordenen Menschen eine Chance" wäre. Seine Zustimmung zum Projekt knüpft er auch an ganz persönliche Überlegungen: "Kann man wirklich immer ausschließen, dass Freunde, Bekannte oder sogar die eigenen Kinder oder Enkelkinder nicht durch irgendwelche negativen Einflüsse auf die schiefe Bahn kommen? Wären wir dann nicht alle froh, dass auch uns nahestehende Personen diese Resozialisierungsmaßnahme nutzen können?" Meiner spricht in dem Zusammenhang auch von Verantwortung, die übernommen werden müsse.

Meiner lenkt den Blick aber auch auf Fragen der Sicherheit. Sollte der Neukieritzscher Gemeinderat mit Ja stimmen, fordert er, müssten Gemeinderat, Ortschaftsrat und ortsansässige Vereine sich darüber Gedanken machen, wie das Projekt unterstützt und begleitet werden kann. Vom Seehaus-Verein fordert er klare Aussagen zur Anzahl der Strafgefangenen: "Anfangs sieben, dann 43, jetzt 21 - es muss Vertrauen geschaffen werden!" Die ortsansässigen Menschen, zu denen zählt Meiner Altkahnsdorfer, Häuslebauer und Urlauber, "müssen ein gutes Gefühl bekommen". Wobei er selbst Befürchtungen zu einem Anstieg der Kriminalität nicht teilt: "Ich habe hier nicht mehr Bedenken als überall in Deutschland oder auf der Welt." Ein täglicher Blick in die Medien genüge.

Bürgerinitiativen, ist Meiners Überzeugung, hätten in Deutschland viel Positives bewirkt. Man müsse aber vermeiden, sich Schimpf und Schande vorzuwerfen. "Es wäre gut, wenn es zwischen beiden Lagern zu einem konstruktiven und friedvollen Dialog kommen könnte", drückt der 64-jährige Gemeinderat, Sportvereinschef und Familenvater seine Hoffnung aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2015
André Neumann

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