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Mibrag will Tagebau erweitern: Kieritzscher fürchten die Bagger

Mibrag will Tagebau erweitern: Kieritzscher fürchten die Bagger

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) hat einen Antrag beim Sächsischen Oberbergamt gestellt, den Tagebau Vereinigtes Schleenhain um das Abbaufeld Kieritzsch zu erweitern.

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Der gelb markierte Bereich kennzeichnet die Flächen, wie sie im ursprünglichen und noch nicht genehmigten Braunkohleplan vorgesehen waren. Die rote Fläche zeigt das zusätzliche Abbaufeld Kieritzsch, in dem die Mibrag weitere 35 Millionen Tonnen Braun

Quelle: c Google Maps

Neukieritzsch. Dort sollen 35 Millionen Tonnen zusätzliche Braunkohle lagern. Die Gemeinde Neukieritzsch und die Regionale Planungsstelle Leipzig werden die Pläne in angeforderten Stellungnahmen negativ bewerten.

Das Bewilligungsfeld Kieritzsch grenzt an das Abbaufeld Peres im Tagebau Schleenhain und war bislang nicht Bestandteil des zur Genehmigung eingereichten Braunkohleplans. Die zusätzlichen 220 Hektar, die die Mibrag durch den Bergbau beanspruchen möchte, schließen auch die Ortslage Kieritzsch mit ein. Auch wenn aus den Antragsunterlagen der Mibrag nicht konkret die Abbaggerung des Neukieritzscher Ortsteiles hervorgeht, befürchten Bewohner und involvierte Institutionen genau das. „Das widerspricht dem, was wir in den vergangenen 20 Jahren zum Erhalt des Ortes Kieritzsch besprochen haben", stellte Andreas Berkner, Leiter der Regionalen Planungsstelle Leipzig, am Mittwoch fest.

In jedem Fall hätte eine Genehmigung des Antrages stärkere Belastungen für die Kieritzscher und Neukieritzscher zur Folge. „Kieritzsch wäre von drei Seiten vom Tagebau eingeschlossen, und auch Neukieritzsch müsste mit mehrere Jahre währenden Beeinträchtigungen leben", erklärte der Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen (CDU). „Die zu befürchtenden Auswirkungen durch zeitliche und räumliche Ausdehnung des Braunkohleabbaus werden wir nicht ohne Weiteres akzeptieren. Unsere Stellungnahme an das Sächsische Oberbergamt wird entsprechend negativ ausfallen", sagte er.

Von der Abbauplanung könnte auch die Staatsstraße 71 betroffen sein, die die Orte Neukieritzsch und Lippendorf verbindet. Das Bewilligungsfeld Kieritzsch reicht den Planunterlagen zufolge von Kieritzsch bis an den Ortsrand von Neukieritzsch sowie von der aktuellen Tagebaukante bis zur Pleiße und der Halde Lippendorf. Wie konkret die Pläne der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft sind, belegt das Antragsschreiben vom 31. August 2010. „Von der Abbauplanung ausgeschlossen sind die Bahnstrecke Altenburg-Leipzig und die verlegte Pleiße", heißt es wörtlich im Mibrag-Antrag. Weiter: „Die bergmännische Inanspruchnahme des Bewilligungsfeldes Kieritzsch wird vollständig in den Abbau- und Rekultivierungsprozess des Tagebaues Schleenhain eingebettet. Zeitlich wird der Eingriff in diesen Lagerstättenteil mit dem Einscheiden in das Abbaufeld Peres 2013 beginnen und mit der Auskohlung des Tagebaus abschließen."

Kritik hat auch die Informationspolitik des Braunkohleunternehmens geweckt. Die Mibrag hatte den Antrag bereits im August vorigen Jahres eingereicht. Erst Mitte Februar sei den öffentlichen Trägern davon Kenntnis gegeben worden. Graichen: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum wir plötzlich binnen drei Wochen eine Stellungnahme zu den Plänen an das Oberbergamt zuarbeiten sollen und zuvor derart im Dunkeln gelassen worden sind." Weder in Gesprächen mit der gebildeten Bürgerkontaktgruppe und der Gemeinde Neukieritzsch noch mit der Planungsstelle Leipzig sei im vergangenen halben Jahr etwas von derartigen Plänen erwähnt worden. Rund 80 Kieritzscher Bürger wurden am Dienstagabend durch die Gemeindeverwaltung informiert. Die Mibrag kündigte am Mittwoch auf Anfrage an, dass sie in dem Verfahren „mit allen Beteiligten in einen Dialog treten" wird, wie Pressesprecherin Sylvia Werner mitteilte.

Thomas Lieb

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