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Borna Michael Fischer-Art zieht nach Borna: Platz für Familie und Matchbox-Sammlung
Region Borna Michael Fischer-Art zieht nach Borna: Platz für Familie und Matchbox-Sammlung
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12:46 06.03.2018
Michael Fischer-Art zieht ins Maschinenhaus der ehemaligen Brikettfabrik Witznitz. Quelle: Nikos Natsidis
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Borna

Es wird sein zentraler Punkt. Michael Fischer-Art, Leipziger Künstler mit bekannt-prägnantem comicartigem Stil, verlegt seinen Wohnsitz nach Borna. Für sich und seine Familie richtet der 48-Jährige derzeit das ehemalige Maschinenhaus der früheren Brikettfabrik Witznitz in Borna her – als Atelier und als Wohnung. Und auch für seinen neuen Wohnort hat der umtriebige Künstler Pläne.

Brikettfabrik Witznitz wird Atelier und Wohnung

„Der Südraum ist wunderbar“, sagt der Mann, während er in der großen Halle des einstigen Industriegebäudes unterwegs ist. Immerhin bringt diese Überzeugung den gelernten Maler und Maurer, der später auch als Krankenpfleger gearbeitet hat, dazu, umzuziehen – von Leipzig-Gohlis, wo er zuletzt zu Hause war und weg von Markkleeberg, wo er lange gelebt hat. Und Fischer-Art muss es wissen. „Ich habe zig Standorte unter die Lupe genommen“, in und um Leipzig. Gelandet ist er in Borna. Weil ein Atelier mit einer Fläche von 550 Quadratmetern einem hochproduktiven Menschen wie ihm genügend Platz bietet. Und auch weil der Preis gestimmt hat.

Von Vorteil ist für den gebürtigen Leipziger auch die nach wie vor funktionierende Krananlage im früheren Maschinenhaus. Ohnehin kein künstlerisches Leichtgewicht, arbeitet auch eher weniger mit leichten Teilen. Vor der Halle etwa stehen Stücke der Berliner Mauer, die er auf seine Weise bunt aufwertet. Und er arbeitet mit dicken und schweren Stahlplatten, allemal großen Objekten. Auch da ist das neue Domizil vorteilhaft. „Die kann ich auch mal mit 50 Metern Abstand betrachten“, speziell dann wenn die Abendsonne durch die 28 großen und 28 kleinen Fenster auf der Südseite des Gebäudes hereinscheint. Eine Perspektive, die er in seinem Atelier in den Brühl-Arkaden in Leipzig gar nicht haben kann. Immerhin: Das Atelier in Leipzig behält er weiter.

New York, Moskau, Guatemala – Fischer-Art ist 200 Tage im Jahr unterwegs

Ohnehin ist der Mann, der keinen Alkohol trinkt und sich gut und gern als Workaholic bezeichnen lässt („Ich stehe 5.30 Uhr auf und arbeite abends bis gegen zehn.“), permanent auf Achse. Und zwar rund um die Welt. „200 Tage im Jahr bin ich unterwegs“ – irgendwo zwischen Moskau und New York oder auch bei archäologischen Grabungen in Guatemala, dem Libanon oder im Iran.

Wer mit Fischer-Art unterwegs ist, bekommt etwas mit von der unglaublichen Energie, die der Mann hat. In der Mitte seines künftigen Ateliers steht ein großer Rolls Royce, selbstverständlich nicht in Originalfarben, dafür aber original Fischer-Art. Seine Umtriebigkeit bedeutet allerdings nicht, „dass ich jeden Tag den Pinsel in die Hand nehme“. Der Mann ist vielseitig und arbeitet auch an Büchern. Dass Fischer-Art, der sein Abiturprüfungen im Alter von 23 Jahren bestand und später fünf Jahre an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst studierte, bloß still sitzt, lässt sich aber kaum vorstellen.

Auch nicht in Borna, wo er jetzt mit Ehefrau Sandra und fünf Kindern im Maschinenhaus seinen Anker wirft. Platz wird es in der Wohnung, die noch ausgebaut wird, genügend geben.

Auch für seine Matchboxsammlung ist genügend Raum. Für die kleinen Autos – für Jungen, die in den 60er und 70er Jahren geboren wurden, Fahrzeuge mit Kultstatus – hat er eine große Vitrine reserviert. „Die Matchbox aus meinem Geburtsjahr habe ich alle.“

Bornaer Hochhaus und Gnandorf brauchen Fischer-Art-Style

Bleibt die Frage, was er von der Stadt seiner Wahl überhaupt weiß. „Borna hat eine wunderschöne Altstadt“, ist er um Komplimente nicht verlegen. Er war schon früher einmal hier. Im Landratsamt in der Stauffenbergstraße, um sich dort einen internationalen Führerschein abzuholen. Die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) hat ihn schon in Witznitz besucht. Ebenso wie der frühere Leipziger Regierungspräsident Walter Christian Steinbach (CDU), den er wie andere Leute schon an seinem Stammtisch versammelt hat.

Auch für Borna hat Fischer-Art durchaus Pläne. „Wie heißt das Neubaugebiet Richtung Altenburg?“ Der Künstler meint Gnandorf. „Das muss eingefärbt werden.“ Und das Hochhaus, weithin sichtbar und höchstes Gebäude der Stadt? „Das kann so nicht stehen bleiben.“ Es versteht sich, dass einer wie er nackte Glasfassaden unerträglich findet, wobei eine Einfärbung nach Fischers Art sicher auch eine Kostenfrage wäre. Aber da wäre der Neu-Bornaer großzügig. Über Geld ließe sich sicher reden, macht er klar.

Von Nikos Natsidis

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