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Borna Milchpreis sinkt, neuer Stall wächst: In Groitzsch ist bald Platz für 400 Kühe
Region Borna Milchpreis sinkt, neuer Stall wächst: In Groitzsch ist bald Platz für 400 Kühe
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00:46 04.09.2015
400 Tiere passen in den neuen Stall, der derzeit in Kleinprießligk entsteht. Sie bekommen sowohl Stand- als auch Liegeflächen sowie einen Futtertisch. Quelle: Julia Tonne
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Groitzsch

eren auf rund 1000.

Dabei hat das Unternehmen - wie deutschlandweit viele Milchbauern und Milch produzierende Betriebe - mit dem massiven Milchpreis-Verfall zu kämpfen. "Wir bekommen für einen Liter rund 25 Cent", erklärt Matthias Matysiak, Leiter der Tierproduktion. Seit April dieses Jahres ist die Milch-Quote weggefallen, seitdem fällt der Milchpreis. "Wir sind damit nicht mehr vor der Schmerzgrenze, wir stehen jetzt drauf", macht er deutlich.

Um den neuen Stall finanzieren zu können, greift der Betrieb auf Rücklagen zurück, und auch Kredite müssen zum Einsatz kommen. Allerdings hofft Bernd Barfuß, Geschäftsführer der Agrar-GmbH, dass es vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Fördermittel für den Neubau gibt. Der Antrag sei bereits gestellt, förderfähig seien höchstens 25 Prozent der Gesamtinvestition. Barfuß rechnet täglich mit einem positiven Bescheid - und er hofft, dass sich der Milchpreis wieder erholt, wie es Experten für das erste Quartal 2016 voraussehen. "Doch darauf können wir nicht vertrauen", betont er. Eine ökonomische Milchproduktion sei nicht machbar, aber der Stall sei eine langfristige Investition.

100 mal 35 Meter groß wird der neue Stall, in dem 400 Kühe Platz finden. Vom Altbestand ziehen dort rund 200 Tiere ein, die weiteren 200 werden dazugekauft oder stammen aus eigener Reproduktion. Herz der neuen Anlage werden Liegeboxen und ein Futtertisch, der sich durch die Mitte des Stalles zieht. Damit sich die Tiere bewegen, werden die Tränken an anderer Stelle angebracht als der Futtertisch. Wert legt das Unternehmen auf die artgerechte Haltung der Milchkühe. Deshalb haben die Stand- und Liegeflächen bestimmte Größen, die Einstreu besteht aus einem Stroh-Kalk-Wasser-Gemisch, das einmal in der Woche ausgetauscht wird. Die Seitenwände bleiben offen, lediglich im Winter werden Planen angebracht, die vor eisigem Wind und Schnee schützen. Eine Kühlanlage sorgt dafür, dass die Tiere bei großer Hitze eine Abkühlung finden. Die Rohre für den Anschluss an das schon bestehende Gülle-Rohrsystem liegen bereits, derzeit baut eine ortsansässige Firma die Liegeflächen. Barfuß und Matysiak hoffen, dass bis Ende Oktober die erste Kuh einziehen kann.

Insgesamt gehören zum Betrieb, der in Löbnitz und Kleinprießligk Ställe hat, 1800 Rinder, neben Melkkühen also auch Bullen und Kälber. Erst im vergangenen Jahr hatte die Agrar-GmbH in die Milchproduktion investiert und ein Melkkarussell für 50 Kühe angeschafft. So können jetzt pro Tag in etwa 22 000 Liter Milch gewonnen werden. Weil der Betrieb mit dem neuen Stall seinen Bestand erweitert und damit mehr Kühe gemolken werden müssen, sucht er dringend nach Fachkräften. "Wir brauchen unbedingt Melker", sagt Matysiak.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2015
Julia Tonne

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