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Borna Milzbrand-Verdacht:Weißes Pulver löstGroßeinsatz aus
Region Borna Milzbrand-Verdacht:Weißes Pulver löstGroßeinsatz aus
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13:51 19.05.2015
Nach dem Einsatz packen Mitglieder der Groitzscher Feuerwehr ihre Technik wieder zusammen. Quelle: Jens Paul Taubert

Er stutzte. Schon zweimal hatten Unbekannte ihm Briefe mit einem Pulver zugestellt. Er schlug Alarm, Polizei und Feuerwehr rückten an. Der Umschlag wurde sichergestellt, geöffnet, der körnige weiße Inhalt ins Labor geschickt. In drei Tagen rechnen die Ermittler mit einem Befund. Bei den beiden Attacken im März vergangenen Jahres waren jeweils ungefährliche Substanzen verschickt worden. Ein Täter wurde bislang nicht ermittelt.

Dass das diesmal anders sein könnte, hofft Detlef Hölzel. "Der Mann hat den Umschlag im Kasten gelassen. Die Spurenlage ist im Moment sehr günstig", so der Erste Polizeihauptkommissar vom Revier Borna, der, in eine schützende Montur gehüllt, den Brief selbst entnahm und öffnete. "Den Inhalt lassen wir auf Milzbrand-Erreger überprüfen", sagte er. Schon am Mittag war das Pulver auf dem Weg in ein Labor der Landesuntersuchungsanstalt in Leipzig. Beim zweiten Mal, erinnerte sich der Beamte, habe es sich um Puddingpulver gehandelt: "Das ist es heute definitiv nicht."

Die Feuerwehr Groitzsch sperrte die "Taverne Manolo" am Schützenplatz ab. Unter dem Dach des Hauses befindet sich das Fitnessstudio "Azur", das im Gegensatz zur Gaststätte am Mittag geöffnet, von der Attacke aber nicht betroffen war. "Wir müssen in so einem Fall ja vom Schlimmsten ausgehen. Deshalb läuft automatisch die Kette ab", sagte Wehrleiter Mario Zetzsche. Dazu gehört der Einsatz der Kameraden der Elstertrebnitzer Wehr um Wehrleiter David Zühlke. Die sind für Arbeiten unter besonderen Schutzvorkehrungen ausgebildet. Zwei von ihnen desinfizierten die Briefkasten-Anlage. Dann rückte die Kriminalpolizei an, um ihre Ermittlungen aufzunehmen.

"Was hier passiert, ist Rufschädigung. Da will jemand uns und unsere Gäste verunsichern", sagte Petrou Ennanouil, dessen Frau Papachristou Sotiria Inhaberin des Lokals ist. Seit der Übernahme vor knapp drei Jahren habe es nicht nur diese drei Pulver-Briefe gegeben, sondern Drohanrufe und nicht bestellte Warenlieferungen. Das seien fortgesetzte, gezielte Provokationen, so der Gastronom, der mehrfach Anzeigen erstattete. Wer dahinterstecke, er könne sich das nicht erklären. Auch die Ermittler sind nicht weit gekommen. So viel nur, sagte Detlef Hölzel: Was sich in den ersten beiden Briefen befand, sei ungefährlich gewesen. Worum es sich bei dem A-4-Umschlag mit Poststempel vom Mittwoch handelte, wisse man am Ende der Woche. Die Polizei ermittele intensiv.

Die erste Sendung Anfang März 2014 hatte Ennanouil nach dem Öffnen zur Groitzscher Polizeidienststelle gebracht. Die war damals ebenso wie das Lokal gesperrt worden (die LVZ berichtete).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.01.2015
Ekkehard Schulreich

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