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Mindestlohn: Schulessen wird teurer

Mindestlohn: Schulessen wird teurer

Ab dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro. Die Bundesregierung hatte im April ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht.

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Schulessen: Die Einführung des Mindestlohnes wird sich wohl auf den Preis der Mittagsportionen niederschlagen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Am 3. Juli wurde es im Bundestag verabschiedet, wenige Tage später passierte es auch die Länderkammer. Der Mindestlohn wird ganz unmittelbare Folgen für Eltern von Kindergarten- und Schulkindern haben, werden doch die Essensanbieter in den meisten Fällen die Mehrkosten auf die Preise umlegen.

Dass er um diesen Schritt nicht herumkommen wird, davon geht der Geschäftsführer der Küche Gramss in Narsdorf aus, die unter anderem die Kinderkombination sowie die Paul-Günther-Oberschule in Geithain mit Mittagessen versorgt. "Mein Steuerbüro überschlägt die ganze Sache, die mir noch einige schlaflose Nächte bereiten wird", so Arnd Gramss. Es sei "sehr unwahrscheinlich", dass die Umsetzung des Mindestlohnes in seinem Betrieb ohne Preiserhöhungen möglich sein wird. "Ich befürchte sogar, dass ich eineinhalb Stellen abbauen und eine Küche aufgeben muss", so Gramss, der von einer "enormen finanziellen Belastung" im Zusammenhang mit dem Mindestlohn spricht.

Auch der Essensversorger der Dinter-Oberschule und der Clemens-Thieme-Grundschule in Borna, "Elli Spirelli", kündigt steigende Preise an. "Vorbehaltlich einer genauen Kalkulation gehen wir von einer Erhöhung des Mittagessens um rund 20 Cent aus", informiert Oliver Otto vom Kundendienst der MF Speisenservice GmbH aus Hohenstein-Ernstthal. Die mit dem Mindestlohn steigenden Löhne ließen sich nicht anders als durch eine Anpassung der Preise decken. "Wir rechnen damit, dass wir die Preise im Laufe der ersten sechs Monate des neuen Jahres anpassen werden, weil sich ein solcher Prozess nicht von heute auf morgen bewerkstelligen lässt", erklärt Otto, demzufolge die neuen Preise auch von den Absatzmengen in den jeweiligen Einrichtungen abhängig sein werden.

Auch bei der Unternehmensgruppe Hänchen, die für die Mittagversorgung unter anderem in Einrichtungen in Borna, Frohburg, Groitzsch, Zwenkau und Markranstädt verantwortlich zeichnet, ist laut Geschäftsführer Wilfried Hänchen die Neukalkulation noch nicht abgeschlossen. "Wir gehen aber davon aus, dass der Preis pro Speiselieferung nicht über zehn Cent steigen wird, während es dort, wo in der Vergangenheit bereits höhere Preise vereinbart worden waren, keine Veränderungen geben wird", so Hänchen. Er beklagt, dass in der Bornaer Region noch keine Kommune auf seine Firma zugekommen sei. "Im Dresdener und Chemnitzer Raum haben einige Kommunen bereits signalisiert, dass sie die Mehrkosten übernehmen wollen", so Wilfried Hänchen.

Wie Hänchen weiter erläutert, habe man erst kürzlich dem Deutschen Bundestag eine Petition zukommen lassen, in der man die Senkung des Mehrwertsteuersatzes im Cateringbereich analog zum Hotel- und Gaststättengewerbe von 19 auf sieben Prozent zum wiederholten Mal einfordere. "Damit wäre das Problem des Mindestlohnes zumindest für uns vom Tisch. Für ein reiches Land wie Deutschland ist es ein Armutszeugnis, dass immer mehr Kinder von der Schulspeisung ausgeschlossen sind, weil sie nicht von ihren Eltern dazu angemeldet werden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.09.2014

Roger Dietze

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