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Borna Minister bescheinigt dem Knastin Regis "hervorragende Arbeit"
Region Borna Minister bescheinigt dem Knastin Regis "hervorragende Arbeit"
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14:10 19.05.2015
Justizminister Sebastian Gemkow (r.) im Gespräch mit Uwe Hinz, dem Leiter des Jugendgefängnisses in Regis-Breitingen. Quelle: Jens Paul Taubert

. "Sie gewährleisten hier eine beeindruckende Vielfalt sowohl an erzieherischen Maßnahmen als auch an Angeboten der schulischen und beruflichen Ausbildung", sagte Gemkow am Freitagvormittag bei seinem Antrittsbesuch im einzigen Gefängnis für männliche Jugendliche in Sachsen. Weibliche jugendliche Straftäter sitzen ihre Haftzeit in Chemnitz ab.

Mittlerweile werden in der JSA Regis-Breitingen neben Jugendlichen auch erstmals inhaftierte Männer bis zu einem Alter von 25 Jahren untergebracht, deren Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren liegen. Außerdem gibt es hier einen Jugendarrest. Voll ist das Gefängnis nicht. In den Gebäuden ist Platz für 327 Häftlinge, davon 297 im geschlossenen und 30 im offenen Vollzug. Der Jugendarrest hat 20 Plätze.

Zum Stichtag 1. April waren im geschlossenen Vollzug 228 Gefangene, darunter 164 Jugendstrafgefangene und 64 sogenannte junge Erwachsene. Der offene Vollzug war mit 14 Häftlingen belegt. Zwölf Jugendliche befanden sich im Arrest.

Zur JSA Regis-Breitingen gehört auch der Strafvollzug in freien Formen, den der Verein "Seehaus" derzeit in Störmthal betreibt. Dort befinden sich aktuell vier jugendliche Straftäter, bis vor Kurzem waren nur drei der sieben möglichen Plätze belegt. Die geringe Belegung in der familiengeführten Einrichtung hat mit den strengen Auswahlkriterien für die Jugendlichen zu tun, die einen Platz in dieser Form des Strafvollzuges erhalten.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Bürgerbegehren gegen die Ansiedelung des Seehauses am Nordufer des Hainer Sees äußerte sich Gemkow auch zu dieser speziellen Form des Strafvollzuges: "Die im Sächsischen Jugendstrafvollzugsgesetz vorgesehene Unterbringung Jugendstrafgefangener im sogenannten Jugendstrafvollzug in freien Formen, ermöglicht es, innovative Ansätze für die Resozialisierung junger Straftäter nutzbar zu machen. Die in den vergangenen Jahren erprobte Zusammenarbeit der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen mit dem Störmthaler Projekt verlief positiv." Die Arbeit in einer familiennahen Gruppenstruktur sei geeignet, "junge Strafgefangene als vollwertigen Bestandteil in die Gesellschaft zu reintegrieren". In Frage kämen dafür nur Häftlinge, die als besonders absprachefähig und zuverlässig eingeschätzt werden, und bei denen Regelverstöße als äußerst unwahrscheinlich gelten könnten.

Für das Seehaus-Projekt am Nordufer des Hainer Sees hat der Freistaat dem Seehaus-Verein für die kommenden Jahre die Finanzierung von 14 Plätzen zugesichert. Der Verein will dort für eine Größenordnung von 21 bauen, bis vor Kurzem plante er noch mit bis zu 46 Plätzen. Das Justizministerium gehe nach den Worten von Sprecher Jörg Herold auch nach den Erfahrungen in Störmthal nicht von einer Gefährdungslage durch die Einrichtung aus. "Wir unterstützen den Strafvollzug in freien Formen. Wenn es am Hainer See nichts wird, dann an einem anderen Ort", sagte Herold der Leipziger Volkszeitung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.04.2015
André Neumann

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