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Borna Minister zeichnet Ehrenamtliche in Kohren-Sahlis aus
Region Borna Minister zeichnet Ehrenamtliche in Kohren-Sahlis aus
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12:53 21.06.2016
Von Minister Thomas Schmidt (4. v. r.) sowie Andrea Gößl (l.) und Dietmar Kammerschen (r., beide Landesstiftung Natur und Umwelt) ausgezeichnete Naturschützer: Gert Freyer (v. l.), Matthias Vogel, Siegfried Illing, Ingo Thienemann (Kleinprießligk), Uwe-Jens Bartling, Jens Müller (Brandis) und Wilfried August (Ebersbach). Quelle: Landesstiftung
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Kohren-Sahlis

Was wäre der Naturschutz ohne die vielen Ehrenamtlichen, die sich vor Ort dafür engagieren? In einer prekären Situation zweifellos. Deshalb war es als Wertschätzung zu verstehen, dass Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) am Sonnabend in Kohren-Sahlis Aktive aus dem gesamten Freistaat auszeichnete. Dafür bot sich das Jahrestreffen der Naturschützer in der Evangelischen Heimvolkshochschule an.

„Der größte Wert unserer Schutzgebiete und -güter sind neben den eigentlichen Naturschätzen Menschen wie Sie, die sich für die Natur begeistern, sich mit Freude für sie einsetzen und das Bewusstsein weitertragen, wie wichtig der Naturschutz ist“, sagte Schmidt. Im ehrenamtlichen Naturschutzdienst in Sachsen engagieren sich rund 1100 Mitglieder. Unter anderem für die Überwachung und Beobachtung von Schutzgebieten und Arten sei ihre Arbeit unverzichtbar. Sie kümmern sich um Biotope und führen Artenschutzmaßnahmen durch. „Ihre Informationen an die Naturschutzbehörde sind ebenso wertvoll wie Ihre Beteiligung an Dokumentationen.“

Unter den Geehrten finden sich drei Männer aus der Leipziger Region. Einer ist Wilfried August aus Ebersbach. Sein Engagement für den Naturschutz begann nicht erst mit seiner Bestellung als Naturschutzhelfer 1996. Er betreut den Raum Colditz und Bad Lausick, widmet sich vor allem der systematischen Beobachtung des Elbebibers, der sich bis zur Mulde ausgebreitet hat. Sein umfassendes Wissen gibt August bei der fachlichen Anleitung ehrenamtlicher Naturschutzhelfer im Landkreis Leipzig weiter. Sein Wissen und seine Beobachtungen flossen ein in das 470 Seiten umfassende Werk „Die Vogelwelt der Muldentalregion um Grimma und Wurzen“. Das gab er gemeinsam mit Jens Müller in diesem Jahr heraus. Fachleute betrachten es für die nächsten Jahrzehnte als ein Standardwerk für die Ornithologie in Westsachsen.

Jens Müller aus Brandis gehört ebenso zu jenen, die der Umweltminister auszeichnete. Er stand als Schüler mit dem damaligen Direktor des Berliner Tierparks, Prof. Dr. Dr. Heinrich Dathe, und dem langjährigen Leiter der Vogelschutzwarte Neschwitz, Dr. Gerhard Creutz, in fachlichem Kontakt. Er ist Mitglied der Fachgruppe für Ornithologie & Herpetologie Falkenhain, wurde 1995 zum Kreisnaturschutzbeauftragten berufen. 1999 wurde er Weißstorchbetreuer. Müller ist vor allem auch ein Multiplikator: Er betreut ehrenamtliche Naturschutzhelfer, organisiert Naturführungen etwa für Patienten der Brandiser Klinik, und veröffentlicht naturkundliche Beiträge.

Ingo Thienemann aus Kleinprießligk engagiert sich seit seinem 14. Lebensjahr für den Naturschutz – und das in einer vom Bergbau gebeutelten Region, dem Südraum von Leipzig. Seit 1986 leitet er Arbeitsgemeinschaften in Groitzsch und Pegau. Gemeinsam mit seinen kleinen „Naturdetektiven“ baut er Nistkästen, geht auf Exkursionen, gestaltet Schulgärten. Schon zur Tradition geworden ist seine Vogelstimmenführung im Alberthain Pegau. Thienemann betreibt nicht nur Naturschutz, er lebt ihn vor. Sein Zuhause ist ein in Handarbeit im Sinne von Ökologie und Naturschutz liebevoll restauriertes altes Haus. Letztlich steht sein gesamtes Wirken im Einklang mit der Natur. 2003 gründete er mit seiner Frau den Landschaftspflegehof Harmonie.

Neben diesem Trio würdigte Minister Schmidt unter anderem Naturschützer aus der Sächsischen Schweiz und dem Erzgebirge. Andrea Michaela Kirsten aus Neuböhla, einzige Frau unter all den Männern, betreibt seit vielen Jahren zu Hause eine Wildtierauffangstation und kümmert sich um die Wiederauswilderung.

Von Ekkehard Schulreich

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