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Ministerbesuch am nassen Feld

Ministerbesuch am nassen Feld

Knöcheltief stand Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) gestern Nachmittag in der Wintergerste nahe Pegau - auf einem Feld der Agrar GmbH Auligk, von dem das Wasser der Weißen Elster allmählich abfließt.

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Lauben und Pflanzen sind dahin

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CDU/M.) und Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU/2.v.r.) machen sich auf einem Feld bei Pegau ein Bild von der Lage. Mit dabei Landrat Gerhard Gey (CDU/r.) und CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Schmidt (2.v.l.). Die Situation der Landwirtschaft erläutern der Geschäftsführer der Agrar Gmbh Auligk Bernd Barfuß (l.) und Wolfgang Vogel, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Sie verschaffte sich hier einen Eindruck von den Schäden, die das Hochwasser in der Landwirtschaft verursachte. Begleitet wurde sie von ihrem sächsischen Amtskollegen Frank Kupfer (CDU) und vom sächsischen Bauernverbandspräsidenten Wolfgang Vogel.

 

 

760 Hektar Felder und Wiesen, die die Agrar GmbH in der Elsteraue rings um Pegau bewirtschaftet, hat das Hochwasser überspült. "Das sind knapp 30 Prozent unserer Flächen", sagte Geschäftsführer Bernd Barfuß. Auf einem überfluteten Acker stehend, zeigte er Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, wie es um die Wintergerste bestellt ist. "Beziffern können wir die Schäden noch nicht. Zu sagen, für unseren Betrieb wären sie existenzbedrohend, wäre übertrieben. Aber heftig ist es schon." Immerhin: Der Färsenstall konnte rechtzeitig evakuiert werden. Die in Sicherheit gebrachten Milchkühe kehrten gestern bereits zurück.

"Entscheidend ist jetzt, wie schnell das Wasser nach unten weggeht", meinte Wolfgang Vogel, selbst Landwirt und Präsident des Sächsischen Bauernverbandes. Damit die Pflanzen noch eine Chance bekämen, müsste dringend Sauerstoff an die Wurzeln. Zu retten, was noch zu retten ist, sei das eine, meinte er, aber: "Liquidität zu wahren, ist das größte Problem, was die Betriebe haben."

Wenn Landwirtschaftsunternehmen durch die Flut in Existenznot kämen, müsse ihnen beigestanden werden, erklärte Ilse Aigner: "Jetzt, da das Wasser zurückgeht, brauchen wir erst einmal eine Bestandsaufnahme." Um die ging es gestern nicht nur am Beispiel der Agrargesellschaft. Station Nummer zwei der Rundfahrt war die Pegauer Gärtnerei von Steffen Schladitz.

Sowohl die Gärtnerei mit ihren Gewächshäusern als auch die Gemüsefelder an der Bundesstraße 2 standen komplett unter Wasser. Der Schaden ist immens. "Wir versuchen jetzt extrem zinsverbilligte Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank zu organisieren", kündigte Aigner an. Das Geld aus der Soforthilfe werde möglichst unbürokratisch ausgezahlt. Sie gehe davon aus, dass die Modalitäten in den nächsten Tagen geklärt würden. Zudem sei die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft bereit, auf Antrag Sozialversicherungsbeiträge zu stunden.

Der Elstertrebnitzer Bürgermeister Klaus Sommer (CDU) nutzte den hochrangigen Besuch, um Minister Frank Kupfer an die Verantwortung für die flutgeschädigten Einwohner des Dorfes zu erinnern. Hier hat der Mühlgraben, der längst schon durch ein neues Wehr gesichert werden sollte, schlimmer als 2011 viele Grundstücke verheert. "Die Planungen sind lange fertig. Doch sie liegen in der Landesdirektion und werden einfach nicht genehmigt", grollte er: "Vergesst die kleinen Leute nicht dort hinter der B 2!"

Der sächsische Landwirtschaftsminister sagte zu, das Wassergesetz zu überprüfen: "Wenn es Änderungsbedarf gibt, dann werden wir es ändern." Landrat Gerhard Gey (CDU) unterstützte Sommers Forderung grundsätzlich. Hochwasserschutz-Bauten müssten zügiger und konsequenter umgesetzt werden. Ilse Aigner formulierte das so: "Ich hoffe, dass es einen Schub gibt, in manchen Bereichen das Eigeninteresse zurückzustellen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2013

Schulreich, Ekkehard

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