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Ministerialbeamte lernen beim Dorfrundgang Deutzener Defizite kennen

Neukieritzsch Ministerialbeamte lernen beim Dorfrundgang Deutzener Defizite kennen

Zwei Ministerialbeamte zu Besuch in Deutzen: Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) zeigte Michael Köppel und Sven Gersdorf, warum für den jüngsten Neukieritzscher Ortsteil dringend Fördermittel für Investitionen in die Infrastruktur benötigt werden. Am Ende stand für die Besucher fest: Deutzen braucht Unterstützung.

Der Neukieritzscher Bürgermeister Thomas Hellriegel (M.) macht die Teilnehmer des Dorfrundganges auf Defizite in Deutzen aufmerksam.

Quelle: André Neumann

Neukieritzsch/Deutzen. Neukieritzschs Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) hatte seine Gäste aus dem sächsischen Innenministerium kaum eine Dreiviertelstunde durch Deutzen geführt, da fiel schon dieser bedeutungsvolle Satz: „Wir haben in der Fläche in Sachsen schon eine viel bessere Infrastruktur erreicht als hier“, sagte Michael Köppel, Referatsleiter für Städtebau und EU-Förderung im Innenministerium in Dresden. Auf Nachfrage wurde er noch deutlicher: Anfang der 1990er Jahre war Köppel als Mitarbeiter im Umweltministerium schon einmal in Deutzen. Damals hatte er mit Bergbaufolgen, Grundwasser und entstehenden Seen zu tun. Im Ort, gab er zu, habe es damals nicht viel anders ausgesehen als heute.

Solche Aussagen sind zwar wenig schmeichelhaft, zeigten Bürgermeister Thomas Hellriegel aber, dass es richtig war, zwei Ministerialbeamte nach Deutzen einzuladen, damit die sich ein Bild vom hier herrschenden Investitions- und Sanierungsstau machen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Neukieritzsch für alle bisherigen Versuche, Deutzen in eins der komplexen Städtebauförderprogramme hineinzubekommen, Absagen erhalten hat.

Neben Referatsleiter Köppel war Sven Gersdorf aus Dresden mit nach Deutzen gekommen, ein Spezialist für Förderprogramme. Außerdem hatten sich Landrat Henry Graichen (CDU) und der Landtagsabgeordnete Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) dem kleine Dorfrundgang angeschlossen. Sozusagen, um ein bisschen Druck aus der Politik beizusteuern. Seitens der Gemeinde war noch Bauamtsleiter René Hertzsch dabei.

In der Westhälfte des Ortes fielen die Defizite schnell ins Auge: reihenweise leerstehende Wohnungen in den dortigen Wohnblocks. Abriss wäre aus Sicht der Gemeinde eine Lösung. Was auch die Gäste aus dem Ministerium so sehen und gleich den Hinweis geben, dass es dafür auch Fördermöglichkeiten für einzelne Objekte gebe. Wie entwicklungsfördernd sich Rückbau auswirken kann, ist hier auch zu sehen: Wo vor Jahren schon Blöcke abgerissen wurden, stehen jetzt Einfamilienhäuser.

Hier wie wenige Minuten später auf der anderen Seite der Pleiße fallen den Gästen aus Dresden auch immer wieder die Straßen auf: Einige wurden vor Jahren mit dünnen Asphaltschichten überzogen. Die bröckeln, Bordkanten sind heruntergefahren, viele Löcher tun sich auf. An der Stelle macht Köppel auf eine Tendenz aufmerksam, die vielen nicht gefallen dürfte. In den alten Bundesländern, sagt er, geschehe da viel mit Umlagen auf die Anlieger. Das würde „zu einem Aufschrei“ führen, ist Bürgermeister Hellriegel sicher.

Letzte Station Kindergarten: Auch hier sind sich die Beteiligten über den Sanierungsbedarf einig, sich die Einrichtung von innen anzusehen, ersparen sich die Gäste aus Dresden. Sie haben genug gesehen, um zu wissen: Deutzen braucht Unterstützung. Auch weil die Einwohner knapp zwei Jahre nach der Eingemeindung darauf warten, das endlich etwas geschieht. Referatsleiter Köppel lädt das Gemeindeoberhaupt zu sich ins Ministerium ein, um über verfügbare Fördermöglichkeiten zu sprechen. „Ja“, sagt Hellriegel der LVZ am Schluss, der Rundgang habe etwas gebracht, denn „es waren die richtigen Leute da“.

Von André Neumann

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