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Borna Mit 15 Jahren ins Cockpit, mit 16 Inhaber eines Flugscheins
Region Borna Mit 15 Jahren ins Cockpit, mit 16 Inhaber eines Flugscheins
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00:26 24.03.2018
Über den Wolken – der Fliegerclub Böhlen bildet neue Piloten aus. Quelle: Julia Tonne
Böhlen

Schon Reinhard Mey wusste, wie schön es über den Wolken ist. Die Mitglieder vom Böhlener Fliegerclub wissen es erst recht und wollen das Gefühl gerne an weiteren Flugnachwuchs weitergeben. Am Sonntag, 25. März, startet der Verein in die neue Saison und lädt Interessierte ohne Höhenangst dazu ein, sich für einen Flugkurs anzumelden.

Kosten für Flugschein vergleichbar mit Führerschein fürs Auto

Der Nachwuchsmangel geht am Fliegerclub genauso wenig vorbei wie an anderen Vereinen, „aber wir stehen vor dem Problem, dass unser Sport immer als elitär angesehen wird“, macht Vereinsvorsitzender Andreas Möbius deutlich. Dabei koste der Flugschein in etwa genauso viel wie der Führerschein für das Auto. Möbius ist selbst Fluglehrer und bildet gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Torsten Bernstein jedes Jahr neue Piloten aus.

Wer fliegen möchte, kann sich im Böhlener Verein ein Flugzeug mieten. Quelle: Julia Tonne

Derzeit absolvieren zwei Flugschüler 60 Theorie- und 30 Praxisstunden, vor zwei Jahren waren es acht. „Es ist immer unterschiedlich, wie viele kommen“, sagt Annett Bernstein, die Sprecherin des Vereins, die selbst seit fast 20 Jahren regelmäßig abhebt. Außerdem sei es sehr unterschiedlich, in welchem Alter die Schüler beginnen.

Traum für alle Generationen

Manch einer erfülle sich den Traum noch mit 60, andere hingegen fragen bereits mit 16 nach. Letztere bekommen dann nicht etwa eine Absage. „Wer will, darf mit 15 Jahren anfangen“, erklärt Möbius. Mittlerweile habe der Verein zwei Piloten hervorgebracht, die schon als Teenager ins Cockpit gestiegen sind.

„Der Flugschein ist kein Hexenwerk, sondern der Anfang eines wunderschönen Hobbys“, schwärmt Bernstein. Doch er habe auch ganz pragmatische Vorteile. So seien einige ehemalige Flugschüler auch berufsmäßig in luftigen Höhen gelandet. „Einer ist mittlerweile Pilot bei einer Fluggesellschaft, ein anderer steuert Rettungshubschrauber.“ Wer die Ausbildung beim Fliegerclub absolviert habe, könne sich mit dem Schein deutschlandweit Ultraleichtflugzeuge mieten.

Saisonbeginn am 25. März

Der Böhlener Verein hat selbst drei Flugzeuge, die sowohl für die Flugstunden genutzt als auch vermietet werden. Rund 65 Mitglieder gehören zum Fliegerclub, viele von ihnen kamen erst in den vergangenen Monaten zu ihrem Hobby. „Und wie bei jedem anderen Verein auch, sind wir wie eine große Familie“, betont Bernstein.

Wenn am 25. März wieder Leben einkehrt auf dem Flugplatz, können sich Interessenten ab 9 Uhr einfinden, mit Vereinsmitgliedern ins Gespräch kommen und auch mal eine Runde an Bord einer Maschine drehen. „Vielleicht springt der Funke ja über“, so Möbius. Geöffnet sei das Gelände immer sonnabends und sonntags von 9 bis 18 Uhr, am 2. und 3. Juni lädt der Fliegerclub zum Tag der offenen (Flugzeug)-Tür ein.

Von Julia Tonne

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