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Mit Leidenschaft im Sattel

Mit Leidenschaft im Sattel

Er kann und will es einfach nicht lassen: Dr. Heinz Taubert aus Böhlen - 93 Jahre alt - liebt den Sport und schwingt sich nahezu täglich aufs Rad. 30 bis 40 Kilometer kommen dann zusammen, wenn er in der Region unterwegs ist.

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Der Böhlener Heinz Taubert fährt leidenschaftlich gern mit dem Rad. Auch gestern war der 93-Jährige wieder auf Tour.

Quelle: Privat

Böhlen. "Ich kann nur dazu raten", sagt der Senior und hofft, dass er noch lange in die Pedalen treten kann.

 

 

Taubert ist Realist: "Ich bin ein alter Mann geworden", sagte er sich, als er seinen 90. Geburtstag feierte. Und weil die Kräfte nachließen und das normale Tourenrad zu anstrengend wurde, legte er sich ein Elektro-Bike zu. "Viele denken, es geht von selbst. Man muss schon treten", erklärt der leidenschaftliche Radfahrer. Seine Touren führen ihn häufig nach Leipzig. Manchmal trinke er in der Domholzschänke einen Kaffee. Auch die Mühle in Lindhardt bei Naunhof gehört zu seinen Zielen.

Mit dem E-Bike könne er die Belastung selber austarieren. Nachteil des modernen Gefährts: Die Akkus sind schwer, so dass er kleinere Touren manchmal mit dem alten Rad fahre. Der klassische Abschluss führe ihn fast immer durch Böhlen, Gaulis und Rötha. "Erst dann bin ich mit dem Tagwerk zufrieden", erzählt der Witwer.

Wenn es zu heiß ist, fährt er gleich früh. Für winterliche Tage hat er beheizte Handschuhe.

Beim Radfahren geht es ihm nicht um Leistungen. Er wolle sich bewegen, Sport machen. Am liebsten allein, denn in der Truppe passieren die meisten Unfälle, sagt Taubert, der eigenen Worten zufolge von ein paar Pannen abgesehen "immer Glück hatte." Er hat sein Werkzeug dabei, um bei Bedarf gleich reparieren zu können.

Im Vorjahr wurde er auf dem Radweg von einem Auto erfasst und stürzte, blieb unverletzt. Auch der Zusammenstoß mit einem Jugendlichen, der plötzlich die Seite gewechselt habe, blieb folgenlos. Die Konsequenz: Taubert schaffte sich einen Helm an. "Der gehört jetzt dazu."

Der gebürtige Röthaer lernte das Radfahren mit sieben Jahren. Sein Vater habe ihn dazu animiert. Im Team "Pfeil" des Röthaer Sportvereins machte er 1927 seine ersten Fahrversuche. Kunstradfahren gehörte dazu, bevor Radball gespielt wurde. Mit seinem Partner sei er richtig gut gewesen, erinnert sich Taubert. Schließlich musste er sich zwischen Beruf und dem Sport, der mögliche Beginn des Leistungstrainings, entscheiden. Taubert wählte die Hochschulreife. "Eine schwere Entscheidung" sei das gewesen, erinnert er sich.

1940 wurde er zu den Gebirgsjägern in eine Radfahrabteilung eingezogen. Bei den Einsätzen am Polarkreis sei viel abverlangt worden, erzählt er. Im Sommer per Rad, im Winter per Ski. Beim Rückzug fuhr die Radfahrabteilung von Rovaniemi über Schweden nach Tromsø bis Oslo.

Als er 1945 wieder nach Hause kam, musste er erneut zwischen Radsport und Bildung wählen. Der junge Mann entschied sich für ein Maschinenbaustudium. Seine Frau habe ihm dazu geraten. Auch das Geld spielte dabei eine Rolle.

40 Jahre arbeitete Taubert im Böhlener Werk als Forschungsleiter und promovierte. Den Weg zur Arbeit - vier Kilometer hin, vier zurück, ging der Ingenieur bei "Wind und Wetter" zu Fuß. Die Kollegen hätten ihn oft verkohlt, was ihn nicht sonderlich beeindruckte: Er nutzte den Weg, um sich morgens auf den Tag vorzubereiten und abends abzuschalten. "Vielleicht wäre ich gar nicht so alt geworden", sinniert er.

1987 ging der Akademiker in Rente. Drei Jahre später stieg er wieder aufs Rad. Rund 4000 Kilometer kommen im Jahr zusammen, hat er errechnet, somit seit der Wende theoretisch zweimal den Äquator umrundet. Eben diese Strecke kam auch per pedes beim Arbeitsweg zusammen. Durch eine falsche Haltung habe er sich damals allerdings die Wirbelsäule degeneriert.

Und so fand die 40-jährige Pause vom Rad ihr Ende. Radfahren sei viel schonender als Laufen, sagt Heinz Taubert und betont, dass er nicht ans Aufhören denkt. "Solange ich kann, zieht es mich aufs Rad."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.07.2013

Grätz, Saskia

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