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Borna Mit Rampensau Dav Hansson ist der Swing quicklebendig
Region Borna Mit Rampensau Dav Hansson ist der Swing quicklebendig
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00:35 15.07.2015
Rampensau: Dav Hansson sorgt für Stimmung beim Sommerspektakel auf dem Bornaer Markt. Quelle: Bert Endruszeit
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Borna

"Wir haben ein sensationelles Programm", fand Thoralf Lang vom Bornaer Gewerbeverein. Im Vergleich zum Vorjahr habe man das Budget der Veranstaltung vervierfachen können. "Wir haben so richtig Vollgas gegeben." Zahlreiche Sponsoren öffneten dafür ihre Brieftaschen. "Wenn man rechtzeitig losgeht, lassen sich solche hilfreichen Unterstützer begeistern." Und auf die Künstler müsse man rechtzeitig zugehen. "Zu allen habe ich private Kontakte, die fühlen sich hier gut aufgehoben."

Und das galt auch für das Long Street Orchestra aus Hoyerswerda, das mit 28-köpfiger Besetzung nach Borna kam. Diese Big Band gastierte bereits mehrfach in Finnland und umrahmte sogar schon die große Steuben-Parade in New York. "Wir sind aus einer Musikschulband entstanden, doch aus der Schule sind wir natürlich alle schon raus", sagte Sängerin Nadine Loewe. So richtig Pfiff bekommt eine Big Band natürlich erst mit einem Background-Chor - diesen Part übernahmen Schüler aus dem Lessing-Gymnasium Hoyerswerda. Tim Model und Christian Urbank gehören dazu. "Unsere Chorleiterin wurde angesprochen und hat dann geeignete Sänger ausgesucht. Nun sind wir seit einem halben Jahr dabei." Für Tim ist das mehr als nur ein Hobby: "Ich möchte mal Musik studieren", so der 17-Jährige.

André Schwinge von der Big Band weiß, was er an seinen Sängern hat. "Und wir haben heute eine richtige Rampensau auf der Bühne." Damit war Dav Hansson gemeint, der unter anderem von Robbie Williams wiederbelebte Lieder aus den Zwanzigern und Dreißigern sang. "Das sind ja teilweise ganz alte Klamotten, aus denen sich unheimlich viel herausholen lässt. Damals gab es ja noch keine E-Gitarre", so Hansson, der in Schmalkalden aufwuchs und heute in Bautzen lebt. "Swing ist ja irgendwie Krisenmusik. Als in New Orleans die kleinen Bands keine Muggen mehr bekamen, taten sie sich zusammen und gründeten Big Bands. Sie bespielten ganze Tanzlokale - so entstand der Swing." Und zur aktuellen Griechenlandkrise passe der Swing deshalb ganz gut.

Eine Krise der speziellen Art bekamen etliche Festbesucher angesichts der Beschwerde einer Anwohnerin (die LVZ berichtete). Die hatte sogar das Gericht bemüht, um den Lautstärkepegel der Veranstaltung erheblich zu senken. "Wer an den Markt zieht, sollte wissen, dass dort was los sein kann", schüttelte die Bornaerin Gudrun Böttcher den Kopf. Solche Beschwerden seien jedoch nicht neu. "Als hier mal ein Riesenrad stand, beschwerten sich Anwohner, weil ihnen die Fahrgäste plötzlich in die Fenster schauen konnten. Und selbst von Marktständen mit Unterwäsche fühlten sich einige Leute schon gestört." Wer hier wohnt, solle doch mal etwas großzügiger sein. Ganz ähnlich sah das Annelies Klingst. "Sonst regen sich die Leute auf, dass in Borna nichts los ist. Und wenn doch, dann gehen sie auf die Barrikaden." Nadja Becker kann es nicht verstehen, dass eine Person derartig gegen die Veranstaltung vorgeht und sogar das Gericht anruft. "Am Ende kann hier gar nichts mehr stattfinden - einfach traurig. Schade um die Arbeit, die hier hineingesteckt wurde."

Thorald Lang jedenfalls wartet nun auf die Hauptverhandlung in Sachen Lärmbeschwerde. "Wir möchten schließlich wissen, wie es im nächsten Jahr weitergeht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2015
Bert Endruszeit

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