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Borna Mit dem Pegauer Karnevalsflieger ins Ungewisse
Region Borna Mit dem Pegauer Karnevalsflieger ins Ungewisse
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15:49 04.03.2011
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. Als Teufel, Hexe, Glückskäfer oder Häschen getarnt und mit dem ersten Sekt versorgt, warteten sie auf den Start. Dabei hatten sie keine Ahnung, dass ein blinder Passagier mit ihnen an Bord ging: Das war ich. Erfahren im Fliegen seit meinem zweiten Lebensjahr, aber faschingsmäßig völlig unbefleckt. Ich ließ mich überraschen, ob ich wieder heil landen würde.

Ich fühlte mich wie in der Business Class. Francis Günther, die Tochter des PKK-Präsidenten empfing mich und ich grübelte kurz, ob sie als Tiger oder doch als Giraffe gekleidet war. Viel Zeit hatte ich nicht darüber nachzudenken, denn das Musikhaus Gottschalk war schon dabei, die Stimmung ordentlich anzuheizen. Unter „Pegau Helau"-Rufen wurden weitere Getränke verteilt. Ich konnte sehen, dass auch einige nichtalkoholische darunter waren. Schließlich stand der Start kurz bevor. Unter den Klängen von Europe „The final Countdown" marschierten 15 Hexen, darunter auch Heike Heinrich, die von Anbeginn dabei ist und vielleicht mal Hexe auf Lebenszeit wird, mit der Schlips-Standarte ein. Wir fuhren auf die Startbahn und ich versuchte zur Ablenkung die Krawatten zu zählen, die die Hexen am Nachmittag erbeutet hatten und nun auf den Flug mitnahmen. Die Spannung stieg und endlich erschienen die Engel Birgit und Beate, die als „Heide und Hertha" den gesamten Flug über für ihre Gäste da waren. Sie erklärten die Flugroute und stellten mit der Passagierliste im Hinterkopf fest, dass alle Weiber strahlenförmig aus allen Ortsteilen für diesen besonderen Flug zusammengekommen waren. Ich setzte mich zu den Glückskäfern Kerstin Franke und Karina Ritter, die zusammen mit 16 weiteren Freundinnen an Bord gegangen waren.

Pegau. Alles andere als angeschnallt, aber guter Dinge waren die knapp 700 frechen Weiber, die am Donnerstagabend die Schlosshalle Pegau nach problemlosen Boarding in ihre Gewalt gebracht hatten. Als Teufel, Hexe, Glückskäfer oder Häschen getarnt und mit dem ersten Sekt versorgt, warteten sie auf den Start. Dabei hatten sie keine Ahnung, dass ein blinder Passagier mit ihnen an Bord ging: Das war ich. Erfahren im Fliegen seit meinem zweiten Lebensjahr, aber faschingsmäßig völlig unbefleckt. Ich ließ mich überraschen, ob ich wieder heil landen würde.

Um einer Wassernotlandung vorzubeugen, trat zuerst das Bornitzer Männerballett auf, das als Matrosen gekleidet war. Mit im Handgepäck hatten sie Enten, eine kleine Meerjungfrau und – zu meinem Leidwesen – Flipper. Denn der blaue Delfin kam direkt auf mich zu und bespritzte mich mit einer Flüssigkeit, die sich wohl als Sekt entpuppte. Ich schunkelte mich trocken und hatte darüber überhaupt nicht bemerkt, dass wir uns schon längst in vollem Flug befanden. Die Sektperlen vom PKK tanzten zu Shakira afrikanisch und die Luckaer Stewardessen verteilten Erdnussflips und Schnaps. Mit Puscheln bewegten sich die Männer zum Song „Über den Wolken". Die Mädels der Funkengarde, darunter Saskia Wolf aus Groitzsch, überzeugten mit einer professionellen Choreographie. Sichtlich begeistert vom Flug-Entertainment waren Margit Einsingbach, als Häschen verkleidet, und ihre zehn Freundinnen. Nach der Landung würde sie ein Taxi abholen, aber bis dahin war noch lange Zeit.

Sehnsüchtig erwarteten alle die Pegauer „Blue Boys". Um notfalls die Triebwerke reparieren zu können, kamen sie im Mechaniker-Dress. Auch einen höhentauglichen Fluchtwagen mit großem Verdeck hatten sie an Bord geschmuggelt. Evakuiert werden musste aber keine. „Heide und Hertha" legten noch ein Musikprogramm hin und auch die beiden Travestiekünstler aus Halle sangen ordentlich. Der Gallier Obelix entpuppte sich als Stripper und sorgte für wallende Gemüter.

Unter vielen Zugaben bemerkte niemand, dass wir dem Sonnenaufgang entgegenflogen. Nur ich schnappte mir einen kleinen Fallschirm und verließ das Flugzeug.

Sina Meißgeier

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