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Borna Mithäftling gequält - Haftstrafen
Region Borna Mithäftling gequält - Haftstrafen
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01:00 14.10.2010
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Leipzig/Regis-Breitingen

Sie hatten einen Häftling geschlagen, getreten und mit einer brennenden Zigarette verletzt.

Manuel W., der inzwischen als Wachmann arbeitet und den Drogenentzug geschafft hat, erhielt eine Jugendstrafe von acht Monaten auf Bewährung. David D., Initiator jener Misshandlung, wurde zu acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Nouredine F. hingegen spielt in einer anderen (Straf)-Liga: Für ihn hielt das Gericht eine Jugendstrafe von sechs Jahren und neun Monaten für angemessen. Eine im April 2010 vom Landgericht verhängte Strafe wegen versuchten Mordes (sechs Jahre) und weitere Urteile sind darin enthalten. Der dramatische Fall von demütigenden Spielchen und Misshandlungen eines Häftlings, der getötet werden sollte, hatte die Jugendstrafanstalt bundesweit in die Negativschlagzeilen gebracht.

Die Angeklagten haben sich nach Ansicht des Gerichts „ausgesprochen feige" verhalten und sich zu dritt auf einen Häftling gestürzt. Auch wenn diese Vorfälle in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen durch viel zu wenig Personal und wenig Beschäftigung der Insassen begünstigt wurden, sei nicht alles zu rechtfertigen, sagte Guha. Jemand wie Nouredine F., der zum dritten Mal wegen Misshandlungen von anderen Häftlingen vor Gericht steht, „muss lernen, dass es dafür die entsprechenden Konsequenzen gibt." Das Gericht folgte dem Antrag von Staatsanwalt Andreas Saalmann, der ebenfalls der Meinung war, dass auf die Vorstrafe „aufgesattelt" werden müsse.

Anwalt Stephan Bonell vertrat in seinem Plädoyer eine gänzlich andere Meinung. Er plädierte dafür, es bei der vom Landgericht verhängten Strafe von sechs Jahren zu belassen. Sein Mandant, inzwischen 18 Jahre alt, habe in den zurückliegenden Monaten eine positive Entwicklung genommen. Er macht eine Ausbildung, ist nach langer Isolation wieder auf der Normalstation der JSA. Bonell betonte nochmals, dass das dortige Modell daran gescheitert sei, dass nicht beaufsichtigt wurde.

Die Angeklagten hatten am ersten Prozesstag Geständnisse abgelegt. Ihr Motiv: Langeweile.Saskia Grätz

Saskia Grätz

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