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Borna Mitnetz beseitigt Schäden im Landkreis Leipzig – Maste und Leitungen erneuert
Region Borna Mitnetz beseitigt Schäden im Landkreis Leipzig – Maste und Leitungen erneuert
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00:20 12.11.2017
Quelle: Andreas Döring
Landkreis Leipzig

Orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 120 Kilometer pro Stunde hatte Herwart übers Land gejagt. Für die meisten Menschen, die vor anderthalb Wochen unbeschadet durch das Sturmtief gekommen sind, ist es eine vergangene Episode des Herbstes. Anders für die Mitarbeiter des EnviaM-Netzbetreibers Mitnetz Strom. Sie kämpfen auch in diesen Tagen noch mit den Schäden. Denn Herwart hat für zahlreiche Stromausfälle gesorgt. „In der Spitze waren am 29. Oktober gegen 7 Uhr rund 57 000 Kunden gleichzeitig unversorgt“, sagt Evelyn Zaruba, Sprecherin der Mitteldeutschen Netzgesellschaft, mit Blick auf das gesamte Gebiet des Versorgers. Der Landkreis Leipzig sei jedoch am schwersten betroffen gewesen. Hier blieb in mehr als 10 000 Haushalten das Sonntagsessen kalt.

Das bekamen die Menschen in den Orten Frohburg, Colditz, Bad Lausick und deren Umgebung, in der Region um Grimma und in Ortsteilen wie Mutzschen deutlich zu spüren. „Die größten Schäden verzeichneten wir in Colditz, Schönbach, Leisenau, Mutzschen und Leipnitz“, resümiert Zaruba. Hauptursache seien umgestürzte Bäume sowie herabfallende Äste gewesen, die Masten, Leitungen und weitere Anlagen zum Teil schwer beschädigten. Durch Umschalten auf andere Leitungen wären die meisten Kunden aber zügig wiederversorgt worden. Wo das nicht möglich gewesen wäre, seien Netzersatzanlagen zum Einsatz gekommen. „Im Hoch- und Mittelspannungsbereich waren alle Kunden bereits am Sonntagabend wiederversorgt“, so Zaruba weiter. In den Überlandleitungen, die über Schaltwarten von Mitnetz beobachtet werden, waren die Fehler schnell ausgemacht. In einzelnen Ortsnetzen, dem sogenannten Niederspannungsbereich, hätten sich die Arbeiten jedoch über mehrere Tage hingezogen. Das weit verzweigte Netz stelle für die Monteure eine Herausforderung dar. Zudem hätten weiterhin umgestürzte Bäume den Zugang zu den Leitungstrassen behindert und die Störungsbeseitigung erschwert.

Während der Versorger möglichst rasch wieder Normalität im Stromnetz herstellen konnte, liefen nach dem Abklingen von Herwart für über 500 Mitarbeiter die Arbeiten an – anfangs verstärkt in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Nachdem umgestürzte Bäume aus dem Weg geräumt waren, kamen Dienstleister vor Ort mit ins Boot. In Commichau, Leisenau, Mutzschen und Leipnitz waren Leitungen gerissen oder so starkbeschädigt, dass sie erneuert werden mussten. In Schönbach und Börtewitz, Meltewitz und Pautzsch bei Groitzsch waren Strommaste umgeknickt. Mit schwerer Technik rückten die Monteure beispielsweise vorgestern in Pautzsch an, um einen neuen Mast zu setzen.

„Derzeit sind noch 30 Monteure und zehn Vertragsfirmen im Einsatz“, so Zaruba. Auf der Prioritätenliste hätten Schäden mit Gefahr für Leib und Leben ganz oben gestanden – diese seien noch am gleichen Tag abgearbeitet worden. An zweite Stelle habe die EnviaM die Anzahl der Kunden und die Schwere der Beschädigung gestellt. „Die Kosten für Reparaturen der Anlagen belaufen sich im sechsstelligen Bereich“, stellt sie fest. Die Arbeiten sollen in den nächsten zwei Wochen abgeschlossen werden. Auch dabei, so Zaruba, könne es zu längeren Stromausfälle in einzelnen Ortsnetzen kommen, was zu Wartezeiten an der Störungshotline führt. „Dafür bitten wir um Verständnis.“

Von Birgit Schöppenthau

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