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Borna Mölbis: 77 Prozent wollten weg
Region Borna Mölbis: 77 Prozent wollten weg
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20:15 07.10.2015
Orangerie Mölbis: Rolf Jähnichen weilte unter den Gästen zu den Feierlichkeiten anlässlich des 25. Geburtstages des "Projektes Hoffnung". Quelle: Nicole Rathge-SCholz
Mölbis

Bürgermeister Ditmar Haym begrüßte die Anwesenden und erzählte gleich eine Anekdote. "Vor 25 Jahren drehte das ZDF ,Kennzeichen D' in Mölbis. Ich hatte schlechten Fernsehempfang und fuhr schnell nach Böhlen, um dort zu schauen. Der Bericht endete mit Mölbis hat die Einheit verschlafen, was ich so nicht bestätigen kann", führte er aus und ergänzte: "Wir haben aus einer kranken Situation ein gesundes Kind geboren". Das sei der Verdienst von vielen. Natürlich habe Mölbis eine sehr belebte Geschichte. Haym ist ganz besonders stolz, dass die Vereine, der Chor und Sport so gut zusammenhalten. "Mölbis hat nie aufgegeben, auch wenn es als dreckigstes Dorf Europas bezeichnet wurde. Es entstanden ein Kulturhaus, eine Kegelbahn, ein Sportlerheim und vieles mehr", so Haym weiter. Mölbis durfte nicht sterben. So wurde die erste Bevölkerungsbefragung der DDR einberufen, bei der 77 Prozent der Einwohner weg aus dem Dorf wollten. Ditmar Haym gehörte zu den restlichen 23 Prozent, die bleiben wollten und ist stolz darauf, dass sich Mölbis zu einem attraktiven Dorf gemausert hat.

Auch Pfarrer Christian Steinbach hielt eine Rede auf seine beschwingte lustige, aber auch ernste Art vor den Gästen. So gab er kleine Einblicke in die vielen politischen Hürden der Vergangenheit und verwies darauf, dass es an diesem Abend nicht nur darum gehen solle, in die Vergangenheit zuschauen, sondern auch in die Zukunft. "Wir beginnen etwas Neues", stößt er zum Denken und gemeinsamen Philosophieren an. Denn durch die neue Situation, dass Mölbis nun ein Ortsteil Röthas sei, gäbe es aus diesem Zusammenschluss für Mölbis sicherlich positive Aspekte.

Der Ortsvorsteher Tobias Thieme erklärte, dass die Dorfentwicklungsgesellschaft Mölbis eine weitere Publikation herausbringen werde, auf die man schon gespannt sein könne. Und auch er ist der Meinung, dass sich die Ortschaft Mölbis zu einem attraktiven Fleckchen entwickelt hat. Vor allem durch die Neeuseenlandschaft ist auch auf touristischem Gebiet einiges ins Rollen gekommen. So bieten viele Einwohner Übernachtungsmöglichkeiten an. Und dazu gehört auch eine Gaststätte.

Zu diesem Thema kam Bürgermeister Haym noch einmal zu Wort: "Eine Dorfgemeinschaft braucht Zusammenhalt und Kommunikation. Dies fängt meist auch in einer Gaststätte an. Deshalb setze ich mich auch für den Erhalt dieser ein, anders als es gerade die Runde macht", betont er und wollte diesen Aspekt noch einmal klar stellen.

Während der Feierlichkeit in der Orangerie sorgte der gemischte Chor Harmonie, welcher im kommenden Jahr sein 70- jähriges Bestehen feiert, für musikalische Gesangseinlagen. Anschließend wurde bei einem kleinen Buffet, Wein und Bier nicht nur über die Vergangenheit gesprochen, sondern vor allem darüber, wie man das Dorf Mölbis noch attraktiver gestalten kann.

Nicole Rathge-SCholz

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