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Mölbis: Maschinenlärm nervt Anwohner

Mölbis: Maschinenlärm nervt Anwohner

Die Idylle in Mölbis ist seit langem gestört. Einige Bewohner im Umfeld der Firma GES Tec GmbH fühlen sich vom Lärm beeinträchtigt und sind mit ihrer Geduld am Ende.

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Ein Hof voller Schaumgummi: Die Reststoffe im Materialwert von 100 000 Euro sollen laut Winkler weiterverarbeitet werden.

Quelle: Saskia Grätz

Mölbis. Die Fronten sind verhärtet, die Behörden eingeschaltet. Der Geschäftsführer des Unternehmens Roland Winkler kennt die Beschwerden. "Mehr als die Auflagen erfüllen, kann ich nicht", erklärte er gestern gegenüber der LVZ. Ein Gespräch am morgigen Donnerstag soll nach möglichen Lösungen des Konflikts suchen.

 

 

Renate und Horst Kral bewohnen seit 1996 ein schönes Eigenheim in der Kretzschmarstraße. Der monotone Dauerton einer Maschine aus der Produktion macht ihnen zu schaffen. "Früh um 6 Uhr sitze ich im Bett", erzählt die 74-jährige Rentnerin, die gern länger schlafen würde. Sie sehe nicht ein, bei geschlossenen Fenstern zu schlafen. Auch der Aufenthalt im Garten sei durch den Lärm getrübt. "Seit März gibt es diesen Dauerton", ergänzt ihr Mann Horst. Meist sei das Geräusch von 6 bis 22 Uhr zu hören, jetzt sei es auch mal bis in die Nacht da gewesen. Sein Anruf beim Chef der Gummifabrik habe nichts gebracht. Im Gegenteil. Die Bitte des 75-jährigen Anwohners, die Nachtruhe einzuhalten, wurde abgetan. Die Maschine müsse laufen, bekam er zur Antwort. Obendrein sei er noch beschimpft worden.

 

 

Auch Familie Förster aus der Teichstraße hat das Problem. "Ich bin mehr als genervt", sagt Anja Förster. Sie werde früh mit Dauerton geweckt, der "wie ein Notstromaggregat klingt". Und das den ganzen Tag. Dazu kommen laute Ventilatoren-Geräusche. Messungen des Umweltamtes des Landkreises vor Ort ergaben im Sommer, dass die zulässigen Werte überschritten wurden. Seither ist nach Ansicht der Betroffenen leider nichts geschehen. Die Angelegenheit werde noch geprüft, erzählt die Mölbiserin. Sie werde diese Belastungen nicht durchhalten. "Mich macht das aggressiv." Und so tragen sich die Försters mit dem Gedanken, die Gemeinde zu verlassen. "Wenn sich nichts ändert, sind wir weg", sagt die 45-Jährige, die mit Mann und Kind in Sichtweite wohnt.

 

 

Bürgermeister Jürgen Frisch (parteilos) kann die Kritik der Anwohner verstehen. "Dort muss sich auf jeden Fall etwas ändern. Aus meiner Sicht besteht dringender Handlungsbedarf." Eine Verlagerung der Produktion wäre eine Option. Winkler würde in ein Gewerbegebiet umziehen, wenn er ein geeignetes Grundstück finde. Bis dahin versuche er "den Dorffrieden zu wahren". Und handelte. Bis morgen werden Motor und Getriebe der beiden Walzwerke - Auslöser des Lärms - mit einer zusätzlichen Einhäusung versehen. "Das wird die Geräusche weiter reduzieren." Inzwischen sei auch die Halle wieder geschlossen, die nach einem Brand durch technischen Defekt Ende Mai teilweise offen stand.

Die Firma mitten im Dorf sorgte schon oft für Ärger. Etwa wenn es nach Gummi stank. Das sei nicht mehr der Fall, sagt der Chef. Im Übrigen beruft er sich auf ein Gutachten von 2011, das seiner Firma zulässige Immissionswerte bescheinigt. Andere Messwerte kenne er nicht.

 

 

Die auf dem Hof gelagerten Produktionsabfälle sind auch anderer Stein des Anstoßes. Ein Schandfleck, schimpfen viele. Aufforderungen zur Beräumung durch den Bürgermeister und die Dorfentwicklungsgesellschaft blieben ohne Reaktion. Winkler will sie noch verwenden, eine Machbarkeitsstudie laufe.

 

 

"Das Landratsamt ist den Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger über Lärm- und Geruchsbelästigungen nachgegangen und hat die Situation mehrfach vor Ort überprüft. So wurden zum Beispiel Lärmmessungen auch in den späten Abendstunden vorgenommen. Aus bauordnungsrechtlicher Hinsicht wurden zudem Versäumnisse seitens des Bauherrn festgestellt", teilte Behördensprecherin Brigitte Laux auf Anfrage mit. Das Gespräch mit Vertretern des Unternehmens, Bürgermeister, Umweltamt und Bauaufsichtsamt soll das weitere Vorgehen klären.

 

 

Bereits 2008 war die Firma wegen des Lärms in den Focus der Anwohner gerückt. Damals konnte über Lärmschutzmaßnahmen und eine Umorganisation auf dem Betriebsgelände Abhilfe geschaffen werden, so Laux. Ein neuer Versuch folgt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2014
Saskia Grätz

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