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Mongolischer Minister sieht im Kraftwerk Lippendorf modernste Technik

Mongolischer Minister sieht im Kraftwerk Lippendorf modernste Technik

Eine Polizeieskorte begleitete am Freitag mehrere schwarze Limousinen ins Kraftwerk Lippendorf. Der Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Handel der Mongolei, Gombojav Zandanshatar, hatte sich während seines Aufenthaltes in Sachsen für eine Besichtigung des Kraftwerkes Lippendorf entschieden.

Lippendorf. Er wollte sich mit einer Wirtschaftsdelegation über die moderne Kraftwerkstechnik in Lippendorf informieren. „Eine mongolische Wirtschaftsdelegation ist seit einer Woche in Sachsen und informiert sich über Bergbau, Technik und Energie", erklärte Tumur-Ochir Ganbat in fließend deutscher Sprache. Er ist der 1. Sekretär Wirtschaft und Handel der Botschaft der Mongolei in der Bundesrepublik und absolvierte wie drei Prozent seiner Landsleute (30 000) ein Studium in Deutschland. Er war es jedoch nicht, der Sachsen dem mongolischen Außenminister Zandanshatar für einen Besuch schmackhaft gemacht hatte. Diese Empfehlung stammte vom Honorarkonsul der Mongolei, Wolfgang Wille. Er ist Kraftwerksleiter Joachim Kahlert kein Unbekannter.

Schließlich war Wille einst der Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig und setzte seine Unterschrift darunter, dass noch heute die Stadt Leipzig ihre Fernwärme mit Hilfe einer 15 Kilometer langen Leitung aus Lippendorf bezieht. Gestern zeigte die aktuelle Anzeigetafel im Informationszentrum des Kraftwerkes an, dass um 13 Uhr Fernwärme für 12 000 Haushalte abgerufen wurde, und das Kraftwerk Strom für 2,2 Millionen Haushalte zur Verfügung stellte. „Am Donnerstag sah die Situation noch anders aus", erklärte der Leiter Blockbetrieb des Kraftwerkes Lippendorf, Torsten Palm. Erst gestern um 4.14 Uhr sei der Block S nach der geplanten Revision wieder ans Netz gegangen. Seine volle Leistung habe er gegen 13 Uhr wieder erreicht (930 MW). Doch von solchen Leistungen eines Kraftwerkes kann die Mongolei derzeit nur träumen. „Unsere Kraftwerkstechnik ist gegenwärtig noch auf einen niedrigeren Stand.

Sie wurde in den 80er Jahren installiert", erklärte Tumur-Orchir Ganbat. „Diese ist vergleichbar mit der Technik, die das Kraftwerk Thierbach aufwies", ergänzte Lutz Dornberg, Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Kraftwerkes. „Angesichts der Tatsache, dass die Mongolei über geologische Kohleressourcen von 150 Milliarden Tonnen verfügt, brauchen wir nicht nur neuere Technik, sondern noch mehr", so Tumur-Ochir Ganbat. Dabei lobte er, dass Deutschland auf diesem Gebiet führend sei. „Es war interessant, einmal ein paar Einblicke in die mongolische Wirtschaft zu bekommen", erklärte der Kraftwerksleiter und dankte für das Interesse des Außenministers. Dieser überreichte Kahlert das buddhistische Ursymbol für Kraft inform eines Bildes. Diese benötigt Kahlert. Denn bis 2040 ist die Betriebszeit des Werkes ausgelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt reichen die Kohlevorräte der Region in Höhe von 300 Millionen Tonnen.

Doch zuvor wird am 12. Juni das zehnjährige Bestehen des Kraftwerkes mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Auch für den mongolischen Außenminister Zandanshatar gab es in Leipzig eine kleine Feier. Nach Lippendorf führte ihn das Besuchsprogramm nach Leipzig. Dort trug er sich ins „Goldene Buch" Leipzigs ein und sah sich die Stadt an. „Am Sonnabend reist er wieder in seine Heimat", erklärte Silvia Schneider von der Sächsischen Staatskanzelei, die die Delegation begleitete.

Cornelia Braun

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