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Motorisierte Schönheiten ziehen in Kohren-Sahlis die Blicke auf sich

Von AWO bis Wolga Motorisierte Schönheiten ziehen in Kohren-Sahlis die Blicke auf sich

Historische Autos und Zweiräder vor geschichtsträchtiger Kulisse: Das große Treffen der Kohrener Oldtimerfreunde mobilisierte am Sonntag erneut 300 Eigner rollender Denkmale - und ebenso viele Schaulustige, die sich für klassische Technik und zeitlos schönes Design begeistern.

Oldtimertreffen des Oldtimervereins Kohren-Sahlis mit Ausfahrt Rund ums Kohrener Land. Über 250 Teilnehmer machten sich am Sonntag bei wunderschönstem Sommerwetter im wahren Sinne des Wortes auf die Räder nach Kohren.

Quelle: Andreas Döring

Kohren-Sahlis. Obgleich es schon auf Mittag ging, das Areal des Oldtimertreffens in Kohren-Sahlis gut gefüllt war, rollten durch den Streitwald am Sonntag immer noch im Volksmund Kugelporsche genannte Trabant P 50 und (Renn-)Schwalben Richtung Montottoneplatz. Mehr als 300 Fans historischer Fahrzeuge folgten der Einladung der Kohrener Oldtimerfreunde zu einer Veranstaltung, die seit der Jahrtausendwende gewachsen ist und weithin ausstrahlt. Viele nahmen am Nachmittag auch an einer Ausfahrt teil.

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300 Autos, Motorräder und Roller nahmen am Sonntag am großen Oldtimer-Treffen am Fuße der Burg in Kohren-Sahlis teil.

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„Das Kohrener Land passt zu den Oldtimern. Es ist beschaulich und ruhig hier, man kann gut fahren“, sagte Joachim Härtel von den Oldtimerfreunden Niederfrohna, die mehrfach zweirädrig anrollten: per Wiesel, Berliner Roller samt Anhänger, Tatra und ES 175. Die Niederfrohnaer sind Stammpublikum in Kohren.

Für Evi und Siegfried Veit aus Schildau war es ein Wiedersehen mit der Töpferstadt nach Jahren – und sie selbst, ihr grauer Wartburg 312 (Baujahr 1966) plus Wohnwagen Typ Weferlingen (1969), waren nicht zu übersehen, denn sie logierten in bester Lage am Zugang zum Festgelände und hatten Campingstühle aufgeklappt. „Sehen und gesehen werden, darauf kommt es doch an“, sagte Veit, der den Wartburg mühevoll wieder aufbaute, ihn und den Hänger sogar zu Urlaubsfahrten nutzt.

Dass er eines Tages einen Wolga M 24 (der Messeschlager in Leipzig 1971) sein Eigen nennen würde, Leberecht Minuth schien das unvorstellbar. Solche Karossen waren Funktionären, umtriebigen Selbstständigen und Taxibetrieben vorbehalten. Nach der Wende kaufte der Peniger einen, restaurierte ihn in seiner auf Oldtimer spezialisierten Werkstatt. „Man sitzt drin wie auf dem Sofa.“

Motorisierte Gestattungsproduktionen aus der Sowjet-Ära hat auch Torsten Neidhardt aus Gera ins Herz geschlossen: Diesmal kam er mit einem Lada 2017 (“Die höchste Entwicklung des Lizenz-Fiat 124“) nach Kohren. Den Organisatoren machte er ein großes Kompliment: „Die gehen auf in ihrem Hobby und ziehen deshalb Leute an, die ebenso intensiv dabei sind.“

Marko Chemnitz aus Regis-Breitingen gehörte zu jenen, die erneut „nur“ schauten. Ein Citroen ID ließ seine Augen glänzen – „und auch der Sachsenring hier“, in dem er zu Armeezeiten mehrmals hinterm Steuer sitzen durfte, um Großkopfete zu kutschieren. Besagter Sachsenring (Baujahr 1957) gehört Günter Weißenberger aus Leipzig, der sich den seltenen Wagen in den achtziger Jahren zulegte: „Erst jetzt, im Vorruhestand, kam ich dazu, ihn zu restaurieren.“

Der Renault Dauphine (Bj. 1963) von Rica und Jens Hübner aus Lichtenau hat eine ungewöhnliche Geschichte: „Einige dieser Wagen wurden über die Wismut eingeführt.“ Hübner, ein Mann vom Fach, erhielt ihn, als dessen Besitzer 80 wurde. Seit Mitte der neunziger Jahre nimmt er nicht nur an Oldtimertreffen teil, sondern auch an Landesmeisterschaften, brachte es schon auf den höchsten Podestplatz.

Das NSU-Fiat-Cabriolet (Bj. 1939) von Günter Braun aus Limbach-Oberfrohna ist ein bemerkenswertes Exemplar: italienisches Fahrgestell, deutsche Karosse. „Als ich es bekam, war es ein Schrotthaufen“, so Braun. Es neu aufzubauen, „war meine erste Rentner-Beschäftigung“. Dieter Jäckel aus Wolkenburg übernahm seine rote Jawa 354 (Bj. 1962) statt dessen in gutem Zustand. „Ich hatte zu DDR-Zeiten schon eine“, sagte der Mann, der regelmäßig zu den Jawa-Treffen nach Rodewisch fährt.

„Diesmal sind sehr viele Zweiräder dabei“, freute sich Karsten Krüger, rechte Hand von Vereinschef Klaus Sliwanski, über die erneut sehr gute Resonanz. Anno 2000 hatte das Treffen am Ratskeller in bescheidenem Rahmen begonnen, sich auf den Markt ausgebreitet, das Umfeld des Lindenvorwerks erprobt und war schließlich zu Füßen der Burg auf dem Lätzsch-Betriebsgelände und dem Montottoneplatz gegenüber endgültig sesshaft geworden. Ein eingespieltes Team an Organisatoren und Helfern sorgte für einen reibungslosen Ablauf.

Von Ekkehard Schulreich

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