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Mühle Berndorf: Porenstube, Bettenlager und Café locken Besucher an

Ausflugsziel Mühle Berndorf: Porenstube, Bettenlager und Café locken Besucher an

Auf dem historischen Mühlenhof in Berndorf steht der Ausbau der ehemaligen Scheune kurz vor der Fertigstellung. Nach Porenstube und Mühlencafé wird nun auf dem Dachboden ein Bettenlager für bis zu 40 Übernachtungsgäste eingerichtet. Danach sollen die Arbeiten ins Hauptgebäude umschwenken.

Blick in den Hof der Wassermühle Berndorf.

Quelle: Jens Paul Taubert

Groitzsch/Berndorf. Noch liegt über der Wassermühle in Berndorf eine tiefe Winterruhe, scheint der historische Vierseitenhof wie im Schlafmodus. Was man von außen aber nicht sehen kann: Auf dem Dachboden der einstigen Scheune sind bereits die Handwerker zu Gange, ziehen Trennwände ein und bessern den Boden aus. Auf rund 160 Quadratmetern entsteht ein Bettenlager für bis zu 40 Personen – spartanisch eingerichtet, aber doch seinen Zweck erfüllend. Ab Juni können die ersten Übernachtungsgäste einziehen. „Wir denken dabei an Schulklassen, Rad- oder Wandergruppen“, sagen Iris Barthel und Thomas Hofmann vom Verein „Wassermühle Berndorf Neuseenland“, der den Hof pachtet und betreibt. Für die Schlafgäste werden noch eine Küchenzeile, Toiletten und Waschbecken sowie vier Duschen eingebaut, dann ist das erste von vier Gebäuden des Mühlenhofes fertig.

Bereits im vergangenen Jahr hatte im Erdgeschoss das Mühlencafé mit 30 Sitzplätzen geöffnet. Die gemütliche Stubenatmosphäre wird noch durch Steinwände, Holzbohlendecke, rustikale Holztische und plüschige Sofas unterstützt. Laut Iris Barthel beginnt hier die neue Saison am 19. März, dann werden wieder selbstgebackene Kuchen angeschnitten und frischer Kaffee aufgebrüht sowie warme Speisen angeboten. Mit dem Einbau einer Heizung bleibe das Café erstmals bis zur Weihnachtszeit geöffnet. Jeden Sonnabend und Sonntag ab 12 Uhr stehen hier die Türen offen.

Ein weiterer Hingucker ist die Porenstube im Obergeschoss, eine Art Lounge für besondere Anlässe. Vor Jahren sind dort einzigartige Wandmalereien entdeckt worden, Bilder von Herrenhäusern und Schlössern, Winterlandschaften und Eisvergnügen mit Schlittschuhläufern und Pferdekutschen – alles aus der Zeit der Bauphase um 1800. Diplom-Restaurator Uwe Härtig aus Leipzig hatte sich um die Aufarbeitung der Malereien gekümmert. Heute bietet die Stube Platz für kleine Feiern, Lesungen oder Konzerte.

Porenstube, Mühlencafé, Bettenlager – all das ist nur ein Mosaikstein auf dem Weg zu einem neuen Ausflugsziel in der Region. „Unser Anspruch ist es, den Hof in seiner Ursprünglichkeit zu erhalten und darzustellen. Wir haben deshalb sehr naturbezogen, nachhaltig und ökologisch saniert“, sagte Thomas Hofmann. Der Verein setzt dabei auf alte und gebrauchte Baumaterialien aus Abrisshäusern der Umgebung: Die Dachziegel stammen etwa aus Großgrimma, die Balken aus Pegau, die Säulen aus Heuersdorf und die Treppe aus Kleinpriesligk.

Nach der Scheune schwenken die Arbeiten in den nächsten Jahren auf das Hauptgebäude um, wo zunächst das Dach neu gedeckt werden muss. Die Pläne sehen hier ein bis zwei Ferienwohnungen vor sowie den Ausbau der rustikalen Holzbohlenstube als Veranstaltungsraum. „Aber eins nach dem anderen, das hängt letztlich auch von den Fördermitteln ab“, so die Vereinsvorsitzenden.

Die Wassermühle Berndorf wurde 1534 erstmals urkundlich erwähnt. In ihrer jetzigen Form entstand sie 1793 und ist damit eines der ältesten erhaltenen Gebäude im Naturschutzgebiet Schnauderaue. Allein durch ihre exponierte Lage bietet das Gelände Brut- und Rastplätze für seltene Vogelarten. Das gesamte Areal ist nahezu drei Hektar groß und besitzt mit Mühlbach, Schnauder, Wiesenlandschaft und altem Baumbestand einen ganz besonderen Charme. Die Mühlentechnik ist fast vollständig erhalten geblieben, bis auf das unterläufige Wasserrad. Darüber können sich interessierte Gäste zum Beispiel beim Tag des offenen Denkmals, beim Apfelfest Ende September oder bei privat angemeldeten Führungen gerne überzeugen.

Von Kathrin Haase

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