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Mühlgasse: Ausbau bringt Belastungen für die Anwohner

Mühlgasse: Ausbau bringt Belastungen für die Anwohner

Auf die Anwohner der Mühlgasse und des Stadtzentrums kommen ab Ende des Monats erhebliche Belastungen zu. Wenn der grundhafte Ausbau der Straße beginnt, der bis zum April 2014 abgeschlossen sein soll, wird die Straße abschnittsweise gesperrt.

Borna. Das Parkhaus in der Mühlgasse soll aber während der gesamten Bauzeit erreichbar sein, erfuhren die etwa 30 Leute, die vorgestern Abend zu einer Informationsveranstalung in den Ratssaal gekommen waren. Zudem sind die Grundstücke immer erreichbar - zu Fuß.

Die Arbeiten, bei denen das Ingenieurbüro Ukam den Hut aufhat und die an die Harthaer Firma Estler Straße- und Tiefbau GmbH vergeben worden sind, beginnen Ende dieses Monats beziehungsweise spätestens Anfang Juli. Sie erfolgen in vier Bauabschnitten, so dass zunächst der Bereich zwischen der Dinterschule und dem Parkplatz gegenüber der Dinterhalle dicht ist. Veranschlagte Bauzeit: elf Wochen. Anschließend werden die Arbeiten zwischen dem Parkplatz und der Wassergasse fortgesetzt, was den Planungen zufolge 17 Wochen Zeit beansprucht. In einem dritten Bauabschnitt wird die Mühlgasse zwischen dem Parkhaus und der Bahnhofstraße ausgebaut (Bauzeit acht Wochen), bevor abschließend der Abschnitt zwischen dem Parkhaus und der Wassergasse an die Reihe kommt.

Während der Arbeiten, bei denen die Abwasser- und Trinkwasserleitungen sowie die Gasleitungen und die Straßenbeleuchtung erneuert werden, müssen die Anwohner mit Einschränkungen leben. Trotz aller Bemühungen, auf deren Interessen Rücksicht zu nehmen, lasse sich die Zufahrt zu den Grundstücken nicht immer gewährleisten, erklärte Thomas Kurtze vom Büro Ukam. In Ausnahmefällen, wenn etwa jemand Möbel oder Heizöl bekomme, lasse sich in Absprache mit der Bauleitung eine Lösung finden. Wenn der Asphalt auf die Straße komme, werde der Abschnitt es zwei, drei Tage lang komplett gesperrt. Prinzipiell aber seien die Bauleute bemüht, die Belange der Anwohner zu berücksichtigten. Das gelte etwa für Anlieferungen an Geschäfte. Die bleiben, das machten die anwesenden Geschäftsleute deutlich, auch während der Bauzeit geöffnet.

Was die Müllentsorgung angehe, so seien die Bauarbeiter auch bereit, die Mülltonnen zu einem zentralen Platz zu befördern, den die Entsorgungsunternehmen ansteuern könnten.

Getränkehändler Thomas Steinhäuser machte auf seine speziellen Probleme aufmerksam. Schließlich sei er auf die Belieferung durch die Brauereien ebenso angewiesen wie auf die Möglichkeit, dass Kunden mit ihren Fahrzeugen an seinen Getränkehandel fahren können, um die Getränkekästen ins Auto zu laden. Diskutiert wurde die Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen. Allerdings wurde auch klar, dass es etwa Parkscheine, die Anwohnern das kostenlose Parken an anderer Stelle in der Stadt ermöglichen würden, nicht geben werde.

Die Arbeiter sollen den Angaben des Bauunternehmens Estler von Montag bis Freitag arbeiten - und zwar in der Zeit von 7 oder im Sommer auch 6.30 bis 17 Uhr. Möglicherweise auch am Sonnabend.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 450 000 Euro. Die Finanzierung wird durch Fördergelder aus dem Programm zur Stadtsanierung möglich. Die Förderquote liegt bei 75 Prozent.

Inwieweit der Ausbau der Mühlgasse am Ende für die Anwohner sogar noch zur finanziellen Belastung werden könnte, vermochte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) nicht vollständig auszuschließen. Zwar erhebe die Stadt Borna bisher keine Straßenausbaubeiträge, "und ich will das auch nicht", dass die Stadt auch in der Perspektive von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen werde, könne sie nicht garantieren. Die Straßenausbaubeiträge könnten sogar rückwirkend erhoben werden - und zwar für vier Jahre lag.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.06.2013

Nikos Natsidis

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