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Borna Multiple Häuser für sorgenfreies Landleben
Region Borna Multiple Häuser für sorgenfreies Landleben
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14:25 19.05.2015

Den Schlüssel dazu bieten "Multiple Häuser", in denen Dienstleistungen und Verkaufsangebote täglich wechseln können - vom Landarzt über Friseur, Physiotherapie, Post, Sparkasse bis zum Lebensmittelverkauf - und damit die fehlende Mobilität der Einwohner ausgeglichen wird.

Inwieweit diese Häuser auch im dichter besiedelten Sachsen gefragt sind, wird im Auftrag des Landkreises gerade untersucht. Dieser hat ein "Netzwerk Daseinsfürsorge" ins Leben gerufen und arbeitet dafür mit dem Ingenieurbüro RB Architekten aus Leipzig zusammen. Im engeren Kreis der Auserwählten sind nun die Gemeinden Lossatal und Thallwitz im Norden sowie die Elsterregion mit Groitzsch und Pegau im Westen des Landkreises.

Doch für beide Bürgermeister, Peter Bringer (parteilos) in Pegau als auch Maik Kunze (CDU) in Groitzsch, ist das Projekt nur bedingt interessant. "Wir haben in unserem Raum eine sehr gute mobile Versorgung mit Bäckern und Fleischern, die regelmäßig in die Ortsteile fahren", zählt der Pegauer auf und fügt an, dass die Dörfer "aus der Historie heraus gewachsene Strukturen haben und ganz anders organisiert sind." Beispiel ehemaliges Gemeindehaus Kitzen: Die Räumlichkeiten werden schon heute abwechselnd für die Senioren-, als auch die Kinder- und Jugendbetreuung genutzt. Erst seit kurzem befindet sich dort auch eine Schwangeren- und Mütterbetreuungsstelle. Darüber hinaus praktiziert ein Allgemeinmediziner seit vielen Jahren in Kitzen. "Ich könnte mir im Moment kein spezielles Gebäude vorstellen, das wir als Multiples Haus ertüchtigen müssten. Ich sehe auch den Bedarf nicht."

Anders formuliert, aber das Gleiche gesagt hat auch sein Groitzscher Amtskollege Maik Kunze. "Das Projekt läuft sehr erfolgreich in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Entfernungen von einem Dorf zum anderen, beziehungsweise in die nächste Stadt viel größer sind als hier. Man kann es also nicht 1:1 in Sachsen umsetzen, und nur weil es Fördermittel gibt, muss man nicht auf jeden Zug aufspringen, der da vorbeikommt. Abgesehen davon, dass trotzdem noch Eigenmittel aufzubringen sind. Die Menschen sind hier in der Regel noch sehr mobil und in den Dörfern haben wir vielfach gewachsene Strukturen und Gemeinschaften." Kunze betrachtet das Projekt eher aus der Ferne als mit tatsächlichem Interesse. Er könne sich auch nicht vorstellen, einen Mediziner zu finden, der an einem Tag in der Woche für drei oder vier Stunden "mit Sack und Pack aufs Dorf kommt. Das könnte schwierig werden."

Inwieweit Lossathal und Thallwitz auf den Zug aufspringen möchten, wollen die Groitzscher und Pegauer im Auge behalten.

Mit Unterstützung des Bundesbauministeriums wurde am Stettiner Haff bereits ein solches Modellprojekt verwirklicht. Nach dem Prinzip des Carsharings teilen sich Dienstleister oder sonstige Nutzer die Grundmiete und Nutzungsgebühren. Das MH - so die Kurzbezeichnung für die Multiplen Häuser - soll gleichzeitig Bausubstanz bewahren, so die Initiatoren. Wichtigstes Ziel sei das Stabilisieren der Ortskerne und das Installieren einer sozialen Infrastruktur.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2014
Kathrin Haase und Simone Prenze

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