Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Museum Borna: Emmauskirche und Luther dieses Jahr im Mittelpunkt
Region Borna Museum Borna: Emmauskirche und Luther dieses Jahr im Mittelpunkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 07.04.2017
Vor zehn Jahren: Die Emmauskirche nähert sich ihrem neuen Standort. Am 31. Oktober 2007 traf das Gotteshaus am Martin-
Anzeige
Borna

Die Bergbaugeschichte und das Reformationsjubiläum sind die beherrschenden Themen, denen sich das Bornaer Museum im Reichstor in diesem Jahr widmet. Damit knüpfen die Museumsmacher an die Schau mit dem Titel „Dorfgeschichten“ an, in der im letzten Jahr die Geschichte abgebaggerter Dörfer wie Breunsdorf und Heuersdorf im Mittelpunkt stand. Dabei waren zahlreiche Besucher in einen Ausstellungscontainer auf dem Gelände des ehemaligen Blauen Hechts am Markt gelockt worden.

Insgesamt zählte das Museum im letzten Jahr 2000 Besucher, sagt Museumsleiterin Gabriele Kämpfner. Hinzu kamen weitere 1000 Leute zu Veranstaltungen und Vorträgen, zu denen das Museum auch in Zusammenarbeit mit der Heimvolkshochschule in Kohren-Sahlis einlud. Dass das Thema Bergbau in einer Einrichtung wie dem Bornaer Museum eine wesentliche Rolle spielt, versteht sich quasi von selbst. „Das ist für uns ein Sammelauftrag, dem wir uns ganz einfach stellen müssen“, sagt die Museumsleiterin. Und ein Thema, das Besucher anlockt. Zu besichtigen war das auch bei der Ausstellung über Novalis. Der Frühromantiker und Philosoph kam durch seinen Brotberuf als Saline-Direktor in Dürrenberg auf der Suche nach Kohle und Torf auch nach Borna. Die Ausstellung über den Mann, der nur 29 Jahre alt wurde, war ein derart großer Erfolg, dass sie bis zum 25. März verlängert wurde.

Das Thema Kohle in seinen Variationen steht deshalb auch in diesem Jahr im Zentrum des Museums. Äußerer Anlass ist die Umsetzung der Heuersdorfer Emmauskirche an den Bornaer Martin-Luther-Platz, der 2017 zehn Jahre zurückliegt. Ein Jubiläum, an dem sich nach Angaben von Gabriele Kämpfner das Schicksal der umgesiedelten Orte gut beleuchten lässt – auch mit Blick auf das Schlagwort „Heimat in Bewegung“, das vor Jahren die örtliche Erinnerungskultur prägte. Es gehe um die Auseinandersetzung mit der Devastierung von Ortschaften, wobei auch die Umgesiedelten zu Wort kommen sollen. Deshalb gehören zu der Schau mit dem Titel „Bewegte Heimat – Zum Umzug der Heuersdorfer Emmauskirche vor zehn Jahren“, die im Kontext des Lutherfestes Ende August eröffnet werden soll und ein Dreivierteljahr zu sehen sein wird, auch Zeitzeugen-Interviews. Um Luther geht es auch bei den museumspädagogischen Angeboten. Dabei studiert Almut Zimmermann, freiberufliche Museumspädagogin, in den Schulferien mit Kindern unter der Überschrift „Denkmal Luther“ ein szenisches Spiel ein. Zudem gibt es ein Detektivspiel, in dem sich die Kinder mit dem Reformator befassen oder den berühmten Aschermittwochbrief ganz wie im 16. Jahrhundert mit Tinte schreiben.

Ein weitere Höhepunkt in diesem Jahr ist die Ausstellung mit Werken von Dietrich Wenzel. Der geborene Kitzscheraner hat seine Kindheit und Jugend in Borna verbracht und war später an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst Schüler von Werner Tübke. Er gehört zu den Künstlern die an Tübkes berühmtestem Werk, dem Monumentalbild „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ in Bad Frankenhausen, mitgewirkt hat. In Borna sind Stillleben und Porträts von Wenzel ab dem 31. Mai zu sehen.

Von Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Bornaer Freibad-Verein wird abgewickelt. Das dürfte bis zum Jahresende geschehen sein, kündigt Vereinschef Holger Luedtke (Linke) an. Bis Ende nächsten Jahres wird das Areal in der Wyhraaue, auf dem die Bornaer von Mitte der 60er Jahre bis zur Schließung 2006 baden gingen, renaturiert, das sieht ein Stadtratsbeschluss vor.

07.04.2017

Über grüne Wiesen, durch Wälder und an kleinen Orten vorbei schlängeln sich die Bahngleise, über die einst Loks schnauften, und die eine Verbindung zwischen Narsdorf und Rochlitz herstellten. Die Strecke, die 2002 stillgelegt worden ist, soll jetzt wiederbelebt werden.

10.04.2017

Eine Ausstellung im Bornaer Gymnasium Am Breiten Teich zeigt seit Freitag die zwei Seiten einer Medaille im Fußball. Zum einen gibt es zahlreiche Beispiele für Diskriminierung und Ausgrenzung im Fußball, zum anderen viele gelungene Projekte zur Integration. Ergänzt wird die Schau durch ein Spiel für Toleranz und Integration.

07.04.2017
Anzeige