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Museum Borna lädt Kinder und Jugendliche ein: mit Luther auseinandersetzen

Jubiläum Reformation Museum Borna lädt Kinder und Jugendliche ein: mit Luther auseinandersetzen

Etwas mehr wie Luther denken – darum geht es der Museumspädagogin Almut Zimmermann, die für das Bornaer Museum verschiedene Aktionen für Kinder und Schulklassen entwickelt hat. Denn die Gedankenwelt Luthers ist durchaus auf die heutige Gesellschaft übertragbar.

Museumspädagogin Almut Zimmermann zeigt die ersten Ergebnisse aus dem Programm „Luther Denk Mal!“.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Es luthert an allen Ecken und Enden – das hat bereits der Bornaer Autor und Theaterregisseur Michael Potkownik erkannt. Das Bornaer Museum bildet da keine Ausnahme. Auch hier steht der Reformator in diesem Jahr im Fokus – vorrangig bei den Kindern und Jugendlichen. „Denn von Luther“, so sagt die Museumspädagogin Almut Zimmermann, „können heute noch alle Generationen lernen.“

Die Museumsmitarbeiterin hat sich gleich mehrere Varianten ausgedacht, um Hort- und Schulgruppen mit dem Thema vertraut zu machen. „Die Historie rund um Luther und sein Wirken eignet sich zum Beispiel gut für den fächerverbindenden Unterricht“, sagt Zimmermann. Eng verwoben damit seien unter anderem Kunst, Deutsch und Geschichte.

Angeboten werden fünf verschiedene Schwerpunkte. Einer von ihnen: „Luther Denk Mal!“. Inhaltlich geht es um die Gedankenwelt Luthers, die ausschlaggebend für sein Aufbegehren gegen die kirchlichen Strukturen war. „Was hat ihn dazu gebracht, aus seinem Leben auszubrechen und sich gegen die Welt zu stellen?“, fragt Zimmermann. Mit der Beantwortung dieser Fragen sei es allein aber noch nicht getan. Vielmehr sollen die Kinder und Jugendlichen lernen, für ihre Meinung einzustehen „und für das gerade zu stehen, was ihnen wichtig ist“. Der eigene Gedanke sei wichtiger als die Angst vor der Obrigkeit. In den heutigen Alltag übertragen heißt das: Aus dem Kreis von Demütigung, Hass, Mobbing und Leistungsdruck ausbrechen, sich eine eigene Meinung bilden und nicht in der Masse mitzuschwimmen. „Das konstruktive Aufstehen eines Einzelnen geht leider zunehmend verloren, einfacher ist es für viele, mit der Masse zu schwimmen.“, macht Zimmermann deutlich. Ihr ist nicht daran gelegen, den Kindern Wissen zu vermitteln, sondern sie anzuregen, etwas wie Luther zu denken. Dazu gehöre auch, ein eigenes Denkmal zu gestalten – in Form dessen, was die Kinder selbst bewegt.

Ein zweiter Schwerpunkt des pädagogischen Programms ist ein Mutmachbrief. Die wenigsten jungen Menschen wissen, was in dem berühmten Aschemittwochsbrief stand, den Martin Luther in Borna geschrieben hat, und was ihn bewogen hat, sein Leben zu riskieren und die Wartburg zu verlassen. „Wir sprechen darüber, was wir heute in solch einem Brief an unsere Regierung schreiben würden und was uns Mut gibt“, erklärt Zimmermann. Im Anschluss könne jeder selbst einen Brief mit Feder und Tinte schreiben und ihn anschließend versiegeln. Der Thesenanschlag gehört selbstverständlich auch zum Programm des Museums. Vorrangig dreht sich alles um die Frage, was er vor 500 Jahren bewirkt hat und welche Veränderungen danach stattgefunden haben.

Das Museum stellt aber nicht nur Luther selbst in den Mittelpunkt, sondern auch dessen Frau Katharina von Bora. „Sie ist schließlich das Urbild der evangelischen Pfarrfrau, einerseits stärkt sie ihrem Mann den Rücken, andererseits legt sie ein unglaublich großes Selbstbewusstsein an den Tag“, sagt Zimmermann. Von Katharina von Bora seien Kräfte ausgegangen, die das gesellschaftliche Bild der Frau wesentlich verändert hätten. Weniger philosophisch geht es beim Detektivspiel zu. Bei einem Rundgang durch die Stadt gilt es, Luther-Details aufzuspüren, Rätsel zu lösen und Punkte zu sammeln.

Schulklassen können bereits jetzt die Luther-Angebote des Museums nutzen. Familien sind in den Sommerferien am 27., 28., 29. und 30. Juni von jeweils 13 bis 15 Uhr gern gesehen. Hortgruppen können sich für Termine an diesen Tagen unter der Telefonnummer 03433 27860 für die Vormittagsstunden anmelden.

Von Julia Tonne

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