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Borna Musiker spielen Volume 5 von Kuhnau ein
Region Borna Musiker spielen Volume 5 von Kuhnau ein
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00:23 06.07.2018
Instrumentalisten und Sänger drängen sich auf der Orgel-Empore der Röthaer Georgenkirche. Sie spielen die fünfte CD des Kuhnau-Projektes ein. Quelle: André Neumann
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Rötha

So dichtes Gedränge herrscht selten auf der Orgel-Empore der Georgenkirche in Rötha. Doch in der zurückliegenden Woche hatten der Leipziger Musiker Gregor Meyer und sein Ensemble Opella Musica den schmalen Raum zwischen Orgelmanual und Brüstungsgeländer in ein Aufnahmestudio verwandelt.

Fünfte CD wird eingespielt

Fünf Sänger und mindestens noch einmal so viele Instrumentalisten von der Camerata Lipsiensis drängten sich um Notenständer, Instrumentenhalter und Mikrofone. Sie spielten von Mittwoch bis Freitag die fünfte CD einer auf acht Tonträger ausgelegten Reihe mit der gesamten geistlichen Vokalmusik von Johann Kuhnau ein. Die erste war 2014 erschienen.

Kuhnau, der von 1660 bis 1722 lebte, war in Leipzig unmittelbar vor Johann Sebastian Bach Thomaskantor. Der Kirchenmusiker, Komponist und auch Schriftsteller hinterließ ein umfangreiches musikalisches Werk, aus dem viele Stücke bis heute unveröffentlicht sind.

Ziel: Kuhnau aus dem Schatten Bachs holen

Opella Musica will Kuhnau aus dem Schatten seines übermächtigen Nachfolgers herausholen und hat sich für die Aufnahmen die Georgenkirche in Rötha ausgesucht, im vorigen Jahr fanden die Aufnahmen für die vierte CD in der Marienkirche statt.

Tonmeister hat das Sagen

Am letzten Aufnahmetag steht nur noch eine der fünf Kantaten der fünften CD aus, sie heißt: „Ich habe Lust abzuscheiden“. Der vertonte Text stammt aus dem Brief an die Philipper im neuen Testament. Neben den Sängern haben sich die Instrumentalisten mit mehreren Streichinstrumenten, Flöte, Oboe, Fagott und Laute gruppiert. Gregor Meyer spielt die Orgel. Zwar ist er der Leiter von Opella Musica, doch heute wie schon am Mittwoch und Donnerstag hat Uwe Walter das Sagen.

Letzte Hinweise vor der Aufnahme

Der Tonmeister leitet im Auftrag des Klassik-Labels Cpo, bei dem die Kuhnau-Reihe erscheint, die Aufnahmen. Er hat sich mit Kopfhörern, Laptop und Steuergerät in der Sakristei eingerichtet. von den Mikrofonen auf der Empore führen dicke blaue Kabel dorthin. Vor Beginn der Aufnahmen kommt Walter noch zu den Musikern hoch, rückt hier und da ein Mikrofon zurecht, gibt Hinweise.

Tonmeister Uwe Walter überwacht die Aufnahmen an seinem Regie-Platz in der Sakristei. Quelle: André Neumann

Später erteilt er seine Anweisungen nur noch über sein Mikrofon und einen Lautsprecher, der dafür auf der Empore steht. Herzlich aber bestimmt sagt er dann Sätze wie: „Wie wäre es, wenn Sie gemeinsam anfangen?“, nachdem der erste Einsatz für das Ohr des Profis nicht ganz gleichzeitig erfolgte. Während das Ensemble spielt, verfolgt er, die Hochleistungs-Kopfhörer auf den Ohren, mit einem Finger die Partitur, setzt mit dem Stift hier und da eine schnelle Bemerkung aufs Papier, während die Hand wie die eines Dirigenten den Rhythmus mitgeht.

Aktuelle CD enthält fünf Kantaten

Drei bis dreieinhalb Stunden dauern die Aufnahmen für eine der fünf Kantaten der neuen CD, sagt Gregor Meyer. Fünf wird die CD enthalten. Deren verbindendes Thema sind Klage und Trost. Am Donnerstag wurden drei eingespielt, da hatten die Musiker und der Tonmeister von zehn bis 21 Uhr zu tun. Jedes Stück muss drei- bis viermal gespielt werden, ehe Uwe Walter vollends zufrieden mit dem Material ist, einzelne Passagen nimmt er noch einzeln auf.

Im Herbst erscheint zunächst Nummer vier

Die neue CD wird Ende nächsten Jahres in den Handel kommen. In diesem Herbst erscheint zunächst Volume 4, die wurde im vorigen Sommer in der Marienkirche eingespielt. Bis zum Jahr 2022, dem 300. Todesjahr Johann Kuhnaus, sollen die acht Tonträger komplett sein. Parallel will der Leipziger Musikverlag Breitkopf & Härtel bis dahin Kuhnaus gesamtes erhaltenes Kantatenwerk erstmals vollständig in wissenschaftlich-kritischen Editionen veröffentlichen.

Von André Neumann

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