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Borna Musiker und Bandmitglied wird Leiter der Wohnstätte in Borna
Region Borna Musiker und Bandmitglied wird Leiter der Wohnstätte in Borna
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11:02 28.04.2018
Die Band der Lebenshilfe Borna „Ich und die anderen“ wird es in absehbarer Zeit in der Konstellation nicht mehr geben. Martin Kolbe (links) plant daher neue Bandprojekte. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Einst als Straßenbauarbeiter unterwegs, heute Leiter der Lebenshilfe-Wohnstätte in der Wettinstraße: Martin Kolbe hat einen wahrlich ungewöhnlichen Werdegang hinter sich. Und vor sich. Denn er ist Anwärter für die Leitung des Wohnparks, den die Lebenshilfe in Borna schaffen will.

Vom Straßenbauer zum Heilerzieher

„Früher war ich beruflich auf der Straße unterwegs, 2005 kam ich dann durch den Zivildienst an die Robinienhofschule nach Borna“, erzählt der 35-Jährige. Und dort habe er dermaßen Gefallen an der Arbeit gefunden, dass er kurze Zeit später bei der Lebenshilfe die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in Angriff nahm. Es folgte eine Anstellung zunächst im Förder- und Betreuungsbereich Neukieritzsch, später dann in Borna in der Werkstatt. „Nach der langen Zeit wollte ich dann auch Verantwortung übernehmen“, betont Kolbe. Der Zufall half etwas nach, kurzfristig musste für die Wohnstätte ab 2018 eine neue Leitung gefunden werden.

Hoher Verwaltungsaufwand im Job mit Behinderten

Wohnstättenleiter, Musiker und Hundefan: Martin Kolbe Quelle: Julia Tonne

Seit Anfang des Jahres ist Kolbe für 46 Menschen mit Handicaps und 32 Mitarbeiter zuständig. Und für unendlich viele Verwaltungsaufgaben. So beschäftigt er sich mit Eingliederungshilfen, mit Personalangelegenheiten, Urlaubs- und Dienstplänen, koordiniert Neuaufnahmen und legt gegenüber den Kostenträgern Rechenschaft ab. „Die Verwaltung ist schon beachtlich“, sagt er, will das aber keineswegs als Beschwerde verstanden wissen, denn gerade um die Herausforderung ging es ihm bei der Bewerbung als Wohnstättenleiter. „Denn wenn man die richtigen Hebel in Bewegung setzt, kann man viel beeinflussen und erreichen“, macht er deutlich.

Angebote für Rentner mit Handicap

Perspektivisch soll Kolbe die Leitung des Wohnparks übernehmen, zu dem künftig drei Gebäude gehören werden. Eines mit barrierefreien Wohnungen für jedermann, eines als Seniorenheim für die Werkstattmitarbeiter und eines als Pflegeheim. Schon jetzt gebe es erste Überlegungen, wie Menschen mit Handicap, die jahrelang in den Werkstätten gearbeitet haben, als Rentner betreut und beschäftigt werden. „Mit Ideen und Überlegungen müssen wir uns jetzt beschäftigen, das gesamte Vorhaben muss schließlich Hand und Fuß haben, wenn es umgesetzt ist.“

Bands der Lebenshilfe auf der Suche nach Musikern

Einen Ausgleich zu Verwaltung, Organisation und Planungen findet Kolbe in den beiden Bands „Ich und die anderen“ und „Moe Kosh“, die beide bei der Lebenshilfe angesiedelt sind und in denen Menschen mit und ohne Handicaps zusammenspielen. Doch auch in dem Bereich wird es gravierende Änderungen geben, denn beide Projekte werden in den kommenden Wochen aufgelöst. Was schlicht mit den Musikern zusammenhängt. Für „Ich und die anderen“ fehlt demnächst ein Sänger, der bisherige ist mit dem Medizinstudium fast fertig und auf der Suche nach einer Stelle. Auch der Schlagzeuger muss sich verabschieden.

Die Band der Lebenshilfe spielt beim Neujahrsempfang in Borna. Quelle: Andreas Döring

„Doch mal eben neue Musiker zu finden, ist schwer“, sagt Kolbe, daher hätten die Bandmitglieder beschlossen, beide Gruppen unter einem neuen Namen zusammenzufassen und auch das Repertoire zu ändern. Ein Abschiedskonzert gebe es am 9. Mai während des Aktionstages der Lebenshilfe auf dem Bornaer Marktplatz. Während der nächsten Monate sei dann Zeit genug, alles auf neue Beine zu stellen. Kolbe rechnet damit, dass erste Konzerte der neuen Formation dann Anfang des nächsten Jahres zu erleben seien.

Von Julia Tonne

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