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Musikschule Ottmar Gerster aus Borna im Landesfinale des Musik-Wettbewerbs vertreten

Jugend musiziert Musikschule Ottmar Gerster aus Borna im Landesfinale des Musik-Wettbewerbs vertreten

Beim Regionalwettbewerb von Jugend musiziert erspielten sich die Talente des Landkreises Leipzig viele erste Preise. Die LVZ hat junge Musiker aus vier erfolgreichen Ensembles der Musik- und Kunstschulen Ottmar Gerster (Borna) und Theodor Uhlig (Wurzen) getroffen und mit ihnen über ihren Weg zur Musik, ihre Instrumente, anstrengende und lustige Proben gesprochen.

Lisa (10), Helena (11) und Wanda (11) von der Musik- und Kunstschule „Ottmar Gerster“ haben sich fürs Landesfinale von Jugend musiziert qualifiziert – Ende März haben alle drei dann auch wieder ein eigenes Instrument.

Quelle: Andreas Döring

Borna. Es ist bei unseren Proben oft ganz lustig. Da kichert eine von uns los und dann bekommen wir alle drei einen richtigen Lachanfall“, sagt Wanda Pletz und feixt. Die Elfjährige spielt seit zwei Jahren Querflöte, davor übte sie auf der Blockflöte. So erging es auch ihren beiden Mitspielerinnen Lisa Bürger und Helena Staub. „Bei uns wird zu Hause viel Musik gemacht“, erzählt Helena. Ihr Papa spielt Gitarre, Flöte und Klavier, ihre Schwester übt ebenfalls Klavier.

Seit Schuljahresanfang spielen die Mädchen zusammen – für den Wettbewerb Jugend musiziert. Dass es bei der Probe so lustig zugeht, liegt wohl auch an den Stücken der Engländerin Mel Orriss. Eulen und Enten watscheln und fliegen dabei durch die Gegend – die Musik macht es möglich. „Der Komponistin ist es gelungen, das gut zu charakterisieren“, sagt Flötenlehrerin Patricia Schöpke, die gemeinsam mit Juliane Hinke das Querflötentrio betreut. „Wir haben auch was Witziges gesucht, das nach außen wirkt.“ Den drei jungen Flötistinnen gefällt die Musik – und deren Umsetzung begeisterte auch die Jury. So waren die Musikerinnen Ende Januar beim Regionalausscheid von Jugend musiziert in der Leipziger Musikhochschule. Schon das Haus mit den vielen Probenräumen war ein Erlebnis, „da war überall Musik und wir haben viele Sänger gehört“, erzählen sie. Das Vorspiel klappte prima. 23 von 25 Punkten ist hervorragend.

Bis zum Landeswettbewerb vom 24. bis 26. März werden sie noch einmal intensiv und auch heiter üben. Es ist für Eltern und Lehrerinnen gar nicht so einfach, die Proben zu organisieren, stammen die Schüler der verschiedenen Ensembles doch oft aus unterschiedlichen Wohnorten. Lisa kommt aus Elstertrebnitz bei Pegau, Helena und Wanda aus Markkleeberg. Wann und wo sie genau beim Landesausscheid dran ist, erfahren sie demnächst. „Hoffentlich ist es der Freitag, da haben wir keine Schule“, wünschen sich die Mädchen und kichern vergnügt.

24 von 25 möglichen Punkten für das Fagott-Trio

Das Instrumentenkarussell war der Einstieg in die Musik für alle drei: Henrik Herrschuh, Oliver Thome und Leander Allstedt probierten an der Musik- und Kunstschule „Ottmar Gerster“ ein Jahr lang mehrere Instrumente aus. Auch wenn das Wunschinstrument danach nicht immer klappte, musizieren die Jungen heute gemeinsam und erfolgreich. Das zeigten sie auch beim aktuellen Wettbewerb, wo sie beim Regionalausscheid den ersten Platz holten.

„Eigentlich wollte ich Horn lernen, aber dazu war ich noch zu jung, das ging mit den Zähnen nicht“, sagt Leander. Oliver hatte sich nach dem Instrumentenkarussell Schlagzeug ausgesucht, aber da klappte es nicht mit einem Unterrichtsplatz. Henrik entschied sich indes gleich fürs Fagott: „Da konnte ich endlich mal so richtig blasen, ich hab’ nämlich viel Puste.“ Das gilt auch für den Sport, der Neunjährige spielt begeistert Fußball. Training und Proben füllen bei ihm die Nachmittagsstunden der Woche gut aus.

Die drei Jungen kamen für Jugend musiziert zusammen. Orchestererfahrung haben sie schon, im Trio spielen sie jedoch erstmals. Auf dem Programm stehen „Rockiger Rolf“, Fagottino Marsch und ein schönes Stück aus der Renaissance des franko-flämischen Komponisten Jakob Arcadelt.

„Also das Üben gefällt mir gar nicht, aber wenn man das Stück dann kann, ist es toll“, bringt Oliver die Sache auf den Punkt. Begeistert sind Schüler und Eltern vom Fagottlehrer Stefan Balciunas, wie eine Mutter betonte: „Er macht das ganz toll!“

Die drei überzeugten die Jury des Regionalwettbewerbes und erhielten 24 von 25 Punkten. Damit hätten sie eigentlich die Qualifikation für den Landeswettbewerb, doch für die ganz jungen Musiker gibt es nur den Ausscheid auf regionaler Ebene. Wenn sie älter sind, können sie mit ihrem Fagott-Trio bis zum Bundeswettbewerb durchstarten.

Horn „ist einfach cool“

Bei Finn Schulze liegt die Musik im Blut. Sein Vater ist Hornist beim MDR-Sinfonieorchester. Sohn Finn spielt schon seit dem Kindergartenalter Gitarre, „aber ich wollte noch ein zweites Instrument lernen“. Er wählte Horn und kann nun mit seinem Vater Duette spielen. Wie lange er übt pro Tag? Der Elfjährige wiegt bedächtig den Kopf hin und her und meint: „Naja, 15 Minuten pro Instrument, so in etwa.“

Die Hörner Finn Schulze (l

Die Hörner Finn Schulze (l. 11), Wim Windschall (12) und Thore Herrschuh (13)

Quelle: Andreas Döring

Thore Herrschuh findet Horn „einfach cool“. Spannend bei diesem Instrument sei, „dass man sich dabei auf mehrere Sachen gleichzeitig konzentrieren muss“. Außerdem: „Es ist viel besser, selber Musik zu machen als nur zuzugucken“, meint der 13-Jährige.

Bei Wim Windschall waren es die Eltern, die ihrem Sohn nahelegten, dass er doch ein Instrument lernen sollte. Wie viele Musikschüler wählte er zuerst das Instrumentenkarussell und probierte allerlei aus. „Horn war das Beste“, meint der Zwölfjährige. Sein Vater hatte zu Hause eine alte Trompete, darauf hat er als kleiner Junge schon immer mal getrötet – mit viel Spaß.

Die drei Hornisten der Musik- und Kunstschule „Ottmar Gerster“ holten bei Jugend musiziert einen ersten Preis und waren mit sich „ganz zufrieden“. Überhaupt sei es zu dritt lustiger als immerzu allein zu spielen, „einer weiß immer einen Witz“. Obwohl sie sich schon länger kennen, spielten sie in dieser Formation das erste Mal zusammen – aber das soll nicht so bleiben.

Wettbewerb „Jugend musiziert“

 

Die klassischen Orchesterinstrumente bildeten von Anfang an das Fundament von Jugend musiziert. 1970 kam das Klavier hinzu. Später das Schlagzeug, die Zupfinstrumente und die Vokal-Kategorien. 2009 wurde die Solo-Kategorie Bass (Pop) eingeführt, gefolgt von Gitarre (Pop) und Gesang (Pop). Jüngste Erweiterung war 2015 die Solo-Kategorie Besondere Instrumente mit Hackbrett und Baglama (griechisches Saiteninstrument).

Bundesweit gab es 2015 mehr als 20 000 Teilnehmer beim Regionalwettbewerb. Für die Landesebene qualifizieren sich in jenem Jahr rund 7500 junge Musiker, zum Bundeswettbewerb schafften es knapp 2400 Kinder und Jugendliche.

Von Claudia Carell

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