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Borna Nach 66 Jahren Klassentreffen in Zedtlitz mit Lehrern und im einstigen Klassenraum
Region Borna Nach 66 Jahren Klassentreffen in Zedtlitz mit Lehrern und im einstigen Klassenraum
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16:50 04.05.2017
Rudolf Döhler und Lilo Schöne (von links), einst Lehrer der Zedtlitzer Klasse, sind heute gute Freunde der Gruppe. Der Saal im Gasthaus war früher der Klassenraum. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Das Treffen war schon etwas ganz besonderes: nicht nur, dass die einstige Klasse des Einschulungsjahrgangs 1943 in Zedtlitz nach 66 Jahren wieder zusammenkam, vielmehr saßen die heutigen Rentner im Gasthof Zedtlitz in ihrem alten Klassenraum. Mit am Tisch: zwei ihrer damaligen Lehrer.

„Es ist wirklich ungewöhnlich“, sagte Hans Etzold, der das Klassentreffen organisiert hatte. Schwer war die Suche nach Namen und Adressen für ihn allerdings nicht, denn die Klasse trifft sich seit mittlerweile mehreren Jahren wieder. „Und meist kommen auch alle, denn fast alle sind nach ihrem Abschluss in der Region geblieben“, erklärte er. Nur eine Schulkameradin melde sich lediglich telefonisch, sie habe es nach Australien verschlagen. Und wenn denn alle zusammenkommen, geht es nicht ohne „Schlachtruf“. Cia Cia Ciao hallte es daher durch den Raum, etabliert hatte sich der Spruch während der Schulzeit.

Für die beiden einstigen Lehrer Rudolf Döhler und Lilo Schöne war es am Mittwoch ein Treffen unter Freunden. „Den Unterschied Lehrer – Schüler machen wir längst nicht mehr“, sagt Schöne. Was sicherlich auch daran liege, dass beide lediglich sieben und acht Jahre älter seien als die Schüler. Schöne kam 1948 – direkt nach dem Abitur – als Lehrerin nach Zedtlitz, die Klasse um Etzold war ihre erste. „Nach dem Krieg mussten schnell Lehrer her, deshalb ist der Altersunterschied so gering“, sagte sie. Die ersten Wochen seien für sie mehr als holprig gewesen. Unterrichtet habe sie alle Fächer, mit Pädagogik und Methodik kannte sie sich allerdings nicht aus, beides eignete sie sich erst im Laufe der Zeit mit Hilfe von Weiterbildungen an.

Döhler übernahm die Klasse 1951, er war damals 22 Jahre alt, seine Schüler 14. „Doch an Respekt mangelte es ihnen nie“, betonte der heute 88-Jährige. Ohnehin sei die Klasse eine sehr fleißige und liebe gewesen. Allerdings war die Anrede meist nicht ganz so einfach. Da sich alle aus der Nachbarschaft kannten und Döhler selbst in Zedtlitz die Schulbank drückte, rutschte vielen Schülern doch mal ein „Du“ raus. Mit einem Schüler machte Döhler gar gemeinsam Musik. Das Duo einigte sich während des Übens auf „Du“, im Unterricht wurde aber aus Rudolf „Herr Döhler“. Eine andere Schwierigkeit bestand zu damaliger Zeit aus den zur Verfügung stehenden Lehrmaterialien. Denn Bücher waren Mangelware und Papier war rar, geschrieben wurde auf alles Mögliche.

Karla Stenz erinnert sich gerne an ihre Schulzeit zurück. „Wie heute viele Schüler auch, waren wir morgens meist spät dran“, erzählte sie. Ihr Schulweg führte sie an der Kirche vorbei, „ein Blick auf die Kirchturmuhr – und wir nahmen die Beine in die Hand“. Dass sie noch heute ihre Klasse um sich hat, ist für sie ein Glücksfall. Die Gemeinschaft sei nach wie vor eng, auch wenn einige Freunde in Frohburg, Großpösna oder gar Kassel leben.

Von Julia Tonne

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