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Nach Anschlag in Neukieritzsch: Spanplatten ersetzen zerstörte Scheiben

Nach Anschlag in Neukieritzsch: Spanplatten ersetzen zerstörte Scheiben

Großes Saubermachen nach dem Anschlag auf den Linken-Parteitag in der Parkarena: Bauhofmitarbeiter räumten gestern Vormittag die letzten Möbel aus der Halle. Deren Glasscheiben waren zum Großteil durch blinde Zerstörungswut in der Nacht zum Sonntag zu Bruch gegangen.

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Auf der Rückfront, wo alle Scheiben kaputt sind, ist sogar eine der rund 1,50 Meter entfernten Prallwände in der Halle zersplittert.

Quelle: André Neumann

Hallenwart Mario Teske saugte unablässig die immer noch an den Hallenrändern liegenden Glassplitter auf. Auch bei ihm ist die Wut über den feigen Anschlag groß: In der Mehrzweckhalle hatten Unbekannte 34 Scheiben zerstört. Die Spurensuche nach den Tätern gestaltet sich bislang schwierig.

Gleichzeitig wurden Vorkehrungen getroffen, um zum normalen Betrieb zurückkehren zu können. Gegen Mittag begann ein Unternehmen damit, die Fensterfronten, die seit Sonntag notdürftig mit Planen verhangen waren, mit Spanplatten zu verschließen. So wie das noch am Sonntag bereits an den Türen geschehen war. Der Plan sei, erklärte Bürgermeister Thomas Hellriegel (parteilos), die Platten außen und innen noch mit Folien zu verkleiden. Einerseits, damit außen das Wasser abläuft, andererseits, damit es besser aussieht. Auf diese Weise, hofft Hellriegel, kann die Arena dann in den nächsten Monaten genutzt werden, denn die Lieferung der neuen Scheiben könne bis zu einem Vierteljahr dauern. Der Sportbetrieb sollte schon Ende in dieser Woche wieder möglich sein.

Ob das Landratsamt für sein Festkonzert zum Tag der deutschen Einheit mit der Sächsischen Bläserphilharmonie am 2. Oktober unter diesen Bedingungen an der Parkarena festhält, muss noch abgewartet werden. Hellriegel sagte gestern: "Wir werden alles dafür tun, dass es stattfinden kann."

Während sich alle Beteiligten einig sind, dass der Anschlag nicht der Gemeinde Neukieritzsch galt, sondern dem Parteitag der Linken, der am Wochenende in der Parkarena stattfand, herrschte über das Vorgehen der Täter weiter Rätselraten. Steine oder ähnliche Wurfgeschosse wurden nicht gefunden. Offenbar wurde mit einem Werkzeug gegen die Scheiben geschlagen. Das Sicherheitsglas zersplitterte daraufhin in Tausende kleine Stücke, die aber nicht herausbrachen, sondern später erst herausgedrückt werden mussten. Deswegen gab es in der Nacht auch keine lauten scheppernden Geräusche, was erklärt, warum offenbar so gut wie niemand den Anschlag gehört hat.

Die dünne Spurenlage ist auch der Grund für einen Zeugenaufruf, den das Operative Abwehrzentrum (OAZ) der Polizei gestern veröffentlichte. "Wir haben noch keine heiße Spur", sagte Kathleen Doetsch. Deswegen interessiere jeder Hinweis auf Personen, Personengruppen oder Fahrzeugbewegungen in der Nähe der Parkarena zum vermuteten Zeitpunkt des Anschlages gegen drei Uhr am Sonntagmorgen.

Unbehelligt bis auf eine zerstörte Eingangstür blieb das Restaurant "Auszeit". Dessen Betreiber Karsten Jacob musste gestern am Telefon auf besorgte Nachfragen immer wieder versichern, dass die Gaststätte unverändert geöffnet hat. Sogar am Sonntagmittag, als die Polizei noch Spuren vor Ort sicherte, beköstigte sein Team wie geplant eine fünfzigköpfige Reisegruppe. Als Gastronom in der Parkarena hat Jacob natürlich großes Interesse daran, dass die Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle wie geplant stattfinden. Um so mehr freute er sich gestern über die Aussage einer Mitarbeiterin der sächsischen CDU. Die werde ihren Landesparteitag wie geplant am 14. November in der Parkarena abhalten.

Hinweise an die Polizei: Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1, 04107 Leipzig oder jede andere Polizeidienststelle; Telefon: 0341/96 64 66 66

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.09.2015

André Neumann

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