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Nach Aus für Bornaer Freibad zieht „Rock am Kuhteich“ nach Deutzen weiter

Festival Nach Aus für Bornaer Freibad zieht „Rock am Kuhteich“ nach Deutzen weiter

Das bisherige Bornaer Musikfestival „Rock am Kuhteich“ findet in diesem Jahr erstmals im Kulturpark Deutzen statt. Zwanzig Bands unterschiedlicher Stilrichtungen treten auf der Bühne am Grillplatz auf.

Der Charme vom ehemaligen Bornaer Freibad soll „Rock am Kuhteich“ in den Kulturpark Deutzen begleiten.

Quelle: André Neumann

Neukieritzsch/Deutzen. Ein echtes Kraftpaket eröffnet morgen Abend das dreitägige Musikfestival „Rock am Kuhteich“. Rummelsnuff, der singende Bodybuilder, der seine Lieder als derbe Strommusik bezeichnet, tritt allerdings nicht in den Ruinen des neben jenem Gewässer gelegenen Bornaer Freibades auf, sondern im Kulturpark Deutzen.

Diesen haben die Veranstalter vom Verein Kulturdesign um den Bornaer Stadtratsabgeordneten Lutz Lettau (Fraktion Linke) als künftigen Festivalort auserkoren, nachdem der Bürgerentscheid zum Wiederaufbau des Freibades im vorigen Jahr gescheitert war – das Aus für die langjährige Festival-Location. „Ich muss zugeben, wir sind über den neuen Ort nicht böse“, sagt Lettau. Auch wenn damit Borna eine Veranstaltung entzogen werde, die man 2010 auch mit dem Hintergrund ins Leben gerufen hatte, die Stadt kulturell zu beleben.

Nun also Deutzen. Ohne Baustromkasten, der im mehr und mehr verwahrlosten Freibadgelände immer aufgestellt werden musste, dafür aber mit viel Platz für Wohnmobile und Zelte und auch sonst einer festivalerprobten Infrastruktur. Denn neben dem etablierten Nocturnal Culture Night im September (8. bis 10. September) und dem Liedermachertreffen Adriakustik (17. bis 20. August) ist „Rock am Kuhteich“ nun die dritte mehrtägige Veranstaltung im Park.

Den Namen, sagt Lettau, wollen die Veranstalter erhalten. So wie das Festival auch weiterhin für „alternative Jugendkultur“ stehen soll. Dahinter verbarg sich in den ersten Jahren vor allem Punkmusik, auch jetzt noch, sagt Lettau, „zählen wir als Punkfestival.“ Und das, obwohl das musikalische Angebot vielfältiger geworden ist. Punk mache nur noch rund ein Viertel des Programms mit 20 Bands aus. Dazu kommt Rock aus verschiedenen Jahrzehnten, Ska, Jazz, Blues und Folk. Das alles von Bands und Künstlern, die vor allem in den einschlägigen Szenen bekannt sind, aber das Zeug haben, groß rauszukommen. „Wir haben die Headliner von morgen am Start“, ist Lutz Lettau überzeugt. Einige Bands, die schon mal am Kuhteich spielten, könne man sich heute gar nicht mehr leisten.

Womit er auch andeutet, dass der Charme von „Rock am Kuhteich“ in Deutzen erhalten bleiben soll. Deswegen spielt sich das Festival ausschließlich auf dem Grillplatz ab und deswegen sollen nicht mehr als rund 1000 Tickets verkauft werden. Der Kommerz neben dem Bühnenprogramm soll sich auf Imbiss und Getränke beschränken.

Was auch bleibt, ist der politische Anspruch des Festivals. Dabei gehe es nicht um Parteien, versichert Lettau, wohl aber um eine inhaltliche Ausrichtung. „Love Music – Hate Fascism“ steht auch 2017 auf den Programmflyern. Das bedeutet auch: Deutschrock bekommt man hier nicht zu hören und „mit Naziklamotten kommt man hier nicht rein“, sagt Lutz Lettau bestimmt.

Für den Kulturpark Deutzen sieht Mitarbeiter Martin Veit das Festival mindestens in zweierlei Hinsicht als Gewinn. Einmal habe man ein weiteres Wochenende volles Haus, außerdem sei „Rock am Kuhteich“ erneut eine Bereicherung der kulturellen Vielfalt im Park am Speicherbecken Borna.

Morgen Abend beginnt das Programm 19 Uhr mit der Band Texas Music Massacre, ab 20.30 Uhr spielt Rummelsnuff ein komplettes zweistündiges Konzert – das einzige an den drei Tagen. Freitag und Sonnabend gibt es jeweils vom Nachmittag bis gegen 1 Uhr Auftritte von 45 bis 60 Minuten Länge.

Von André Neumann

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