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Nach Bombendrohung in Borna: Hat Polizei eine heiße Spur?

Seniorenpflegeheim Nach Bombendrohung in Borna: Hat Polizei eine heiße Spur?

Offenbar verfolgt die Polizei eine konkrete Spur im Falle jenes anonymen Anrufers, der Montagnachmittag mit einem Sprengsatz drohte und so die Evakuierung des Seniorenpflegeheims Borna-West auslöste. Das Durchsuchen des Gebäudekomplexes mit Hunden hatte am Abend keine Hinweise auf eine Bombe erbracht.

Die Bewohner des Seniorenheimes sind Montagnachmittag nach einer Bombendrohung in Sicherheit gebracht worden.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Offenbar eine konkrete Spur verfolgt die Polizei im Falle jenes anonymen Anrufers, der am Montagnachmittag mit einem Sprengsatz drohte und so die Evakuierung des Seniorenpflegeheims Borna-West verschuldete. „Es gibt einen Hinweis auf den Anrufer. Dem gehen die Ermittler jetzt nach“, sagte Uwe Voigt, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, am Tag danach. Ermittlungsergebnisse könne er zum Zeitpunkt noch nicht benennen. Werde man des Anrufers habhaft, „wird er strafrechtlich zur Verantwortung gezogen“. Darüber hinaus müsse er sich darauf einstellen, für die immensen Kosten der Evakuierung finanziell aufzukommen. Die Chancen für einen Ermittlungserfolg stünden nicht schlecht; es sei in der Vergangenheit mehrfach gelungen, solche Straftäter zu überführen. Das Durchsuchen des Gebäudekomplexes mit Hunden hatte am Abend keine Hinweise auf eine Bombe erbracht.

Ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten, Rettungskräften, Polizei, Technischem Hilfswerk, Ehrenamtlichen des Katastrophenschutzes, aber auch von Helfern aus der Nachbarschaft, der Kirchgemeinde und Angehörigen hatte am Montagnachmittag 77 Bewohner des Pflegeheims aus dem Gebäude geholt, in ein Ausweichquartier in einer Schulturnhalle gebracht, dort betreut und am Abend für die Rückführung gesorgt. „Ganz viele Leute haben geholfen, haben gemeinsam mit unseren Mitarbeitern Höchstleistungen vollbracht“, sagte am Dienstag Cornelia Killisch, Sprecherin des Diakonischen Werkes im Kirchenbezirk Leipzig. Die Patienten, zum Teil schwer krank oder in hohem Maße pflegebedürftig, hätten die Strapazen der Evakuierung „verhältnismäßig gut verkraftet“. Maßgeblichen Anteil daran habe die große und versierte Zuwendung durch die Helfer, unter ihnen auch fünf Notfall-Seelsorger. „Manche Hand wurde gehalten, manche Träne getrocknet. In jenen, die noch den Krieg erlebten, stiegen böse Erinnerungen auf“, so Killisch. Am späten Abend gegen 22 Uhr seien die Bewohner wieder komplett in ihr gewohntes Umfeld zurückgekehrt. Um die große Aufregung zu mindern, lud der Bornaer Pfarrer Thomas Mallschützke Dienstagmittag zu einem Gottesdienst im Heim ein.

„Wir sind erschüttert, aber gleichzeitig erleichtert, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagte Harald Bieling, Geschäftsführer der Heimverbund Leipziger Land gGmbH, die das Pflegeheim betreibt. Er dankte ausdrücklich allen, die den Bewohnern und dem Personal so engagiert zur Seite standen. Bei regelmäßigen Übungen bereite man sich auf das Szenario einer Evakuierung vor; es gebe entsprechende Pläne und Instruktionen. Insofern treffe das Heim ein solches Ereignis nicht ganz unvorbereitet. „Es ist auch leider nicht das erste Mal, dass die Diakonie von einer Drohung betroffen war“, so Killisch.

Nach einer Bombendrohung im März 2010 evakuierten Feuerwehr und Rettungskräfte die über 80 Bewohner des Bornaer Altenpflegeheimes Carl-Heinrich-Haus in der Lausicker Straße in die nahe gelegene Sporthalle Borna-Ost. Auch die rund 20 Bewohner des altersgerechten Wohnens wurden aus den beiden neben dem Heim liegenden Häusern in die Sporthalle gebracht.

Von Ekkehard Schulreich

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