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Borna Nach Brand: Bornaerin startet Spendenaktion
Region Borna Nach Brand: Bornaerin startet Spendenaktion
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14:38 06.07.2018
Das Haus in der Stauffenbergstraße einen Tag nach dem Brand. Quelle: Claudia Carell
Borna

Susan Haberkorn will gern helfen. „Das tut mir alles so leid“, sagte die 28-Jährige. Als sie am Donnerstag von dem verheerenden Wohnhausbrand in ihrer Straße erfuhr, war sie geschockt. Auch sie wohnt in der Stauffenbergstraße, hörte morgens die Feuerwehrsirene und dachte zunächst, es gibt bestimmt wieder einen Feldbrand. Dann riefen Leute bei ihr an und fragten, ob alles in Ordnung ist. So erfuhr sie von dem Unglück – und kennt die Familie. Ihr kleiner Sohn ist mit deren Kind befreundet.

Wie berichtet, brannte der Dachstuhl eines Reihenhauses am Donnerstagvormittag gegen halb zehn lichterloh. Menschen wurden nicht verletzt, ein Hund starb. Am Gebäude entstand Totalschaden.

Initiatorin: Auch kleine Beiträge helfen

„Das ist alles so schrecklich und traurig“, meinte die junge Frau und hatte Tränen in den Augen. Ein Nachbar von ihr hatte die Idee, in der Straße Geld für die Betroffenen zu sammeln. Im Viertel gebe es eine gute Nachbarschaft, viele Familien verstehen sich gut, es werden gemeinsame Straßenfeste gefeiert. „Ich denke, wir sollten noch viel mehr Leute ansprechen“, sagte Haberkorn. Auch kleine Beträge würden helfen: „Wenn hundert Leute einen Euro spenden, kann man dafür ein Kinderbett kaufen.“

Susan Haberkorn möchte der Familie helfen und initiiert eine Spendenaktion. Quelle: privat

Sie recherchierte wegen Spendenkontos und entschied sich für das Portal Leetchi.com, das im Netz als seriös eingeschätzt wird. Spenden kann man nun unter https://www.leetchi.com/c/hilfe-fuer-familie-nach-hausbrand-37088656

Wie die Initiatorin betonte, werden keinerlei private Daten gespeichert, es müsse auch nicht der Klarname angegeben werden. Wer spendet – mit Namen oder anonym – könne nur sie sehen. Auf der offiziellen Seite würde lediglich die bereits gesammelte Geldsumme stehen. Sie versuche auch, alle ihre Bekannten und Freunde zu aktivieren. Die Mitarbeiterin einer großen Versicherungsgruppe absolviert derzeit ein Psychologie-Fernstudium. Spontan spendeten Kommilitonen, „obwohl sie ganz woanders wohnen und die Familie gar nicht kennen, das hat mich sehr berührt“.

Die Betroffenen wissen von ihrer Spendeninitiative noch nichts. Susan Haberkorn habe mehrfach angefragt, ob sie irgendwie helfen kann. Aber derzeit habe die Familie verständlicherweise ausschließlich mit sich und dem Haus zu tun, wo am Freitag die Brandursachenermittler vor Ort waren. „Ich hoffe sehr, dass es ihnen nicht unangenehm ist und sie die Hilfe annehmen. Ich denke, viele haben jetzt das Bedürfnis zu helfen.“ Das sei ein Weg.

Brandursachenermittler noch mal am Montag vor Ort

Der Großbrand am Donnerstag, bei dem 22 Feuerwehrmänner aus fünf Wehren im Einsatz waren, beschäftigte die Kameraden bis gegen 21 Uhr, sagte Einsatzleiter Kai Noeske. Immer wieder mussten Glutnester gelöscht werden. Auch am Freitag war die Feuerwehr noch mal vor Ort, um die Brandursachenermittler zu unterstützen.

Noch kann die Polizei nicht die Ursache benennen. Die Ermittlungen seien so umfangreich, dass seine Kollegen am Montag noch mal vor Ort müssen, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt. Vor Dienstag rechnet er nicht mit Ergebnissen.

Betroffene Familie wohnt in möblierter Wohnung und bei Bekannten

Anwohner und auch Feuerwehrchef berichteten von Knallgeräuschen im Haus während des Brandes. Daher gab es Vermutungen, dass die Ursache mit einer Gasleitung zu tun haben könnte.

Im betroffenen Gebäude wohnten drei Erwachsene und ein Kind. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilte, werden zwei von ihnen in einer möblierten Wohnung untergebracht, die beiden anderen Bewohner ziehen zu Bekannten. Im benachbarten Haus, das leicht beschädigt wurde, würden die Leute weiterhin wohnen.

Von Claudia Carell

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